Au revoir Paris: Eine Filmreihe der besonderen Art geht zu Ende
Die Filmstiftung NRW präsentierte zwischen dem 5. Oktober und dem 4. Dezember 2008 filmische Höhepunkte im Rahmen der „Artention / Saison France-Nordrhein-Westfalen 2008/2009“. Im Mittelpunkt standen die filmische Vielfalt und die unterschiedlichen Facetten des Filmlandes NRW, das mit Frankreich schon lange gute Produktionsbeziehungen pflegt. Bei der Zusammenstellung des Programms wurden demnach neben europäischen Premieren erfolgreicher FilmemacherInnen auch Debüt- und Nachwuchsfilme für Schulvorstellungen ausgewählt; Kurzfilme sowie eine Dokumentation. Regisseure, Darsteller und Produzenten waren anwesend und gaben in Diskussionen nach den Filmvorführungen gern Einblicke in ihre Arbeit.
Ministerpräsident Jürgen Rüttgers mit Regisseurin Helma Sanders- Brahms und Hauptdarstellerin Mar- tina Gedeck bei der Europapremiere von "Geliebte Clara" in Paris
Nach dem feierlichen Eröffnungsfilm „Geliebte Clara“, der in Anwesenheit des NRW-Minis- terpräsidenten Dr. Jürgen Rüttgers am 4. Oktober im Arlequin Cinéma in Paris vor ca. 450 Gästen von Regisseurin Helma Sanders- Brahms und ihren Darstellern Martina Gedeck und Pascal Greggory präsentiert wurde, folgten 9 weitere NRW-geförderte Spielfilme in verschiedenen, stets gut besuchten Kinos. Zum Teil während des 13. Deutschen Filmfestivals von German Films aber auch danach im Goe- the-Institut konnte das französische Publikum viele Fragen stellen und es entstand - teilweise mit Hilfe von Dolmetschern – ein interessanter Dialog mit den Filmemachern. NRW-geförderte Filme, die von German Films u.a. ausgewählt wurden für das Pariser Publikum waren: „Berlin Calling“ von Hannes Stöhr, „Die Besucherin“ von Lola Randl, „Mein Freund aus Faro“ von Nana Neul, „NoBody’s Perfect“ von Nico von Glasow, „Selbstgespräche“ von André Erkau und „Die Entdeckung der Currywurst“ von Ulla Wagner.
Regisseur Adnan Köse ("Lauf um Dein Leben") diskutiert mit Filmfans
Für die Schulvorstellungen hatte die Filmstiftung zwei Filme mit Gästen im Gepäck. Regisseur Adnan Köse aus Dinslaken berichtete persön- lich von der intensiven Zusammenarbeit mit dem Autoren Andreas Niedrig („Vom Junkie zum Ironman“). Dessen Lebensgeschichte und das Buch waren für Köses Spielfilmdebüt „Lauf um Dein Leben“ die Grundlage. Für die Schüler im Publikum zwischen 12 bis 15 Jahren war es eine aufregende Thematik und dank mitgebrachter Unterrichtsmaterialien zum Film (IKF-Medien Köln) waren die Lehrer für die Nacharbeit im Unterricht gut gerüstet. Benjamin und Dominic Reding hatten sogar eine bereits franzö- sisch untertitelte Filmkopie angeboten, um das besondere Vokabular aus der Welt der „Handwerker auf Wanderschaft“ möglichst originalgetreu abzubilden. Zur Vorführung von „Für den unbekannten Hund“ waren Schulklassen u.a. extra aus den Banlieues von Paris angereist. Diese Jugendlichen waren sehr beeindruckt von der teilweisen Härte des Films und blieben gebannt auf ihren Sitzen. Obwohl nach 100 Minuten Film leichte Unruhe aufkam, wurden am Ende viele Fragen an das Regie- und Produzentenduo aus Berlin gestellt.
Susanne Steube (Filmstiftung NRW) mit Edzard Wagenaar und Maria Quaas (Kurzfilmfest unlimited) vor dem Pariser Eifelturm
Das Kurzfilmprogramm mit neun Filmen „made in nrw“, kuratiert von Marita Quaas, Leiterin Kurzfilmfest unlimited Köln, regte das Publikum im Goethe-Institut ebenfalls zu ausführlicher Diskussion mit Reto Caffi („Auf der Strecke“) und Hanno Olderdissen („Robin“) an. Hier hat- ten im Gegenzug die Regisseure sogar Fragen an das Publikum zum Thema der Presse- Darstellung von z.B. Gewalt an Kindern in der jeweiligen Stadt. Der Leiter des französischen Kurzfilmmagazin „Bref“ Jacques Kermabon konnte anschließend zur Situation des Kurzfilms in Frankreich einige interes- sante Erläuterungen geben.
Der Dokumentarfilm „Losers and Winners“ von Ulrike Franke und Michael Loeken war schon um die halbe Welt gereist, nachdem die beiden der Einla- dung zur „Artention“ folgten. Gerade von einer Reise zu den Goethe-Instituten Shanghai und Peking zurückgekehrt, waren die Filmemacher noch voller Ein- drücke und Geschichten von der dankbaren Wahrnehmung ihres Films in China, wovon das Pariser Publikum im Goethe-Institut profitierte.
Bei der Premiere von "Lulu und Jimi": Jennifer Decker im Gespräch mit Schauspielerkollegen
Mit der europäischen Premiere von „Lulu und Jimi“ in Anwesenheit des Geschäftsführers der Filmstiftung NRW, Michael Schmid- Ospach, des Regisseurs Oskar Roehler und seiner Produzenten und Darsteller (Jennifer Decker, Katrin Sass und Rolf Zacher) konnte die Filmstiftung das Engagement im Rahmen des Kulturaustauschs „Artention“ im Dezember 2008 abrunden. Die ca. 200 Gäste, die der gemein- samen Einladung von Filmstiftung NRW und Arte gefolgt waren, amüsierten sich gut und nutzten die Möglichkeit, Roehler nach dem Hintergrund für die Filmidee und seiner Arbeitsweise zu fragen.
Mit Bildender Kunst, Musik, Tanz und Theater wird die „Saison France- Nordrhein-Westfalen 2008/2009“ noch bis Mitte 2009 fortgesetzt.
Gemeinsam mit den Filmstädten NRW und den Location Scouts bietet die Film Commission NRW eine Motiv-Datenbank an. Hier erhalten in- und ausländische Produktionsfirmen aus der gesamten audiovisuellen Branche Informationen über Drehorte, Studios sowie über im Land ansässige Dienstleister und Filmschaffende.
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