Koproduktionstreffen im Schweizer Herbst
Während in der großen Politik das Verhältnis zwischen Schweiz und Deutschland zuletzt sehr angespannt verlief, verstehen sich die Produzenten aus beiden Ländern blendend: Am Freitagnachmittag ging ein Koproduktionstreffen zwischen Nordrhein-Westfalen und der Schweiz zu Ende, das die Filmstiftung NRW und die Züricher Filmstiftung bereits zum vierten Mal veranstalteten. In diesem Jahr traf man sich beim Producersforum beim Zurich Film Festival, wo Nordrhein-Westfalen Gastregion war.
Das Treffen fand großen Anklang bei den Produzenten aus beiden Ländern, die einstimmig die gute Arbeitsatmosphäre und das angenehme Zusammenspiel zwischen beiden Ländern lobten. Ihre Projekte stellten von nordrhein-westfälischer Seite Tom Spieß und Isabel Kleefeld (Little Shark Entertainment, Köln), André Schäfer und Rieke Brendel (Florianfilm, Köln), Kerstin Krieg (Tag/Traum Filmproduktion, Köln), Titus Kreyenberg (Unafilm, Köln), Ewa Borowski (Eastart Pictures, Köln), Erik Winker (Hupe Film- und Fernsehproduktion) und Peter Kreutz (aquafilm, Köln) vor.
Gleich mehrere Teilnehmer der früheren Koproduktions-Treffen von Filmstiftung NRW und Filmstiftung Zürich konnten von gelungener Teambildung mit den Eidgenossen berichten: Neben Markus Halberschmidt (Busse & Haberschmidt, Düsseldorf), äußerte sich Titus Kreyenberg zur seiner aktuellen Produktion „Satte Farben vor Schwarz“, die als internationale Koproduktion mit der Schweizer Dschoint Ventschr entstand. Die Elsani-Produktion “Der Fürsorger”, die auf einem früheren Koproduktions-Treffen initiiert wurde, erlebt sogar ihre Premiere im Programm des aktuellen „Zurich Film Festival“. Vor allem die in einer „Case Study“ vorgestellte erfolgreiche Zusammenarbeit von Wüste Film West (Kristina Loebbert) und der Schweizer Hugofilm (Christof Neracher) bei Bettina Oberlis „Tannöd“ zeigte, dass es um mehr als nur Finanzierung geht, sondern auch Aspekte wie Sprache, gemeinsame Vision und eine gute Zusammenarbeit auf kreativer Ebene eine wichtige Rollen spielen.
Interessiert an den Deutschen und Schweizer Projekten zeigten sich unter anderem Holger Stern von ZDF/ Arte, Jörg Schneider von ZDF/ Das kleine Fernsehspiel, Gabor Greiner vom Kölner Weltvertrieb „The Match Factory“ und Bastie Griese von den Studio-Produktionen „MMC Independent“.
Die auch vom erfahrenen Produzenten Marcel Hoehn (T&C Film, Zürich) erläuterten Details der Schweizer Bundes- und Referenzförderung erwiesen sich im Zusammenspiel mit der Förderung von Filmstiftung NRW und FFA als erfolgreich. Nur wenig braucht an den Stellschrauben reguliert zu werden, um die Möglichkeiten für deutsche Produzenten noch zugänglicher zu machen. Daniel Waser (Zürcher Filmstiftung) erläuterte, dass die Zürcher Filmstiftung seit ihrer Gründung im April 2005 - als einzige Regionalförderung in der Schweiz - Koproduktionen unterstützt, nicht zuletzt dieses Interesse an Koproduktionen verbindet sie mit den Düsseldorfern Förderern und man hofft auf beiden Seiten auch in der Zukunft solche Treffen realisieren zu können.
Weitere Informationen finden Sie hier:
www.zurichproducersforum.org