Unterwegs in Sachen Film: Beim sechsten Festival „Crossing Europe“ in Linz (20. bis 26. April) war zum ersten Mal eine Delegation aus NRW vertreten. Michael Schmid-Ospach hatte den Besuch mit Festival-Intendantin Christine Dollhofer bei einem Treffen in Rotterdam vereinbart. „Ich bin sehr glücklich, dass die Initiative dazu von der Filmstiftung ausging“, sagte sie. „Wir verfolgen ihre Arbeit sehr intensiv, und einige der von NRW geförderten Projekte haben hier in den vergangenen Jahren auch Preise gewonnen.“ In der Delegation reisten u.a. Barbara Foerster (Kulturamt Stadt Köln), Michael Wiedemann (Filmfestival Lünen), die Kölner Produzenten Johannes Rexin (Heimatfilm) und Kadir Sözen (Filmfabrik) sowie seitens der Filmstiftung Michael Schmid-Ospach und Projektkoordinatorin Susanne Steube vom Rhein an die Donau.
In der europäischen Kulturhauptstadt 2009, ohnehin schon herausgeputzt, herrschte in der Festival-Woche sommerlich-heitere Atmosphäre. Riesige Plakate an markanten Plätzen wiesen auf „Crossing Europe“ hin. 177 Lang- und Kurzfilme, die meisten mit „sozialer und künstlerischer Sprengkraft“ (Dollhofer) waren am Start, 22 traten in dem europäischen Wettbewerb an. Zu den Festival-Schwerpunkten gehörte das junge Filmschaffen aus der Türkei, darunter zwei Koproduktionen mit NRW-Beteiligung, die das Potenzial der aufstrebenden Szene im Filmland Türkei wiederspiegeln: „Sonbahar/Herbst“ (2008, Türkei/Deutschland, Regie Özcan Alper; Produktion: Filmfabrik Köln) und „Süt/Milk“ (2008, Türkei/Frankreich/Deutschland, Regie Semih Kaplanoglu; Produktion: Heimatfilm Köln).
Gemeinsam mit der Filmstiftung NRW und der Wirtschaftskammer Oberösterreich/Filmindustrie richtete die Festivalleitung am Mittwoch, 22.4., einen Empfang aus und wählte dafür die spektakuläre Kulisse des Ars Electronica Centers (AEC) am Donauufer. Das futuristische Technologie-Universum, das seit 1987 auch Veranstaltungsort des weltweit anerkannten Filmfestivals Ars Electronica ist, ist rundum verglast und bei Dunkelheit in faszinierende Farbenspiele getaucht; es ist das moderne Wahrzeichen von Linz. Viele internationale Gäste waren zugegen und genossen das Get-together mit grandioser Aussicht auf die Stadt in der Abendstimmung. Michael Schmid-Ospach beschrieb „Crossing Europe“ in seiner Begrüßungsrede als „klein, aber überwältigend“ und strich die Wichtigkeit von Koproduktionen heraus: „Sie sichern die Wirtschaftlichkeit eines Films, sind in mehreren Länden zu sehen und demonstrieren auf beeindruckende Weise, wie friedlich selbst politische Kontrahenten miteinander umgehen. Film kann ein wunderbarer Botschafter sein.“ Christine Dollhofer, Festival-Intendantin mit Geschick, Überblick und Kompetenz, ergänzte: „Die Partnerschaft mit der Filmstiftung wird weitergehen. Ich freue mich schon auf unsere nächste Begegnung in ein paar Wochen in Cannes.“
Gemeinsam mit den Filmstädten NRW und den Location Scouts bietet die Film Commission NRW eine Motiv-Datenbank an. Hier erhalten in- und ausländische Produktionsfirmen aus der gesamten audiovisuellen Branche Informationen über Drehorte, Studios sowie über im Land ansässige Dienstleister und Filmschaffende.
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