Wuppertal machte am Abend der FilmSchauPlätze natürlich seinem Ruf alle Ehre: Es regnete. Doch die rund 400 Besucher trugen es mit Fassung und machten es sich mit Regencapes und Schirmen vor der Open-Air-Leinwand bequem. Zur Einstimmung spielte die Band anna.luca sanften Jazz. „Was passt besser zu Wuppertal als Pina Bausch?“ fragte Anna Fantl, Organisatorin der Kino-Reihe der Filmstiftung, in ihrer Einführung zum Film. Schließlich wurde vor dem Historischen Zentrum, das gestern Abend auch zur Besichtigung geöffnet war, der Dokumentarfilm „Tanzträume“ von Anne Linsel im Rahmen der FilmSchauPlätze präsentiert.
Die Wuppertaler Regisseurin begleitete dabei die Proben von Schülern zu einer neuen
Fassung von „Kontakthof“, einem der Kultstücke des Wuppertaler Tanztheaters. „Sie waren sehr kooperativ und offen“, erzählte Linsel über die Arbeit mit den Jugendlichen. Auch Pina Bausch habe den Rohschnitt des Films noch gesehen und ihn unterstützt, sagt Produzent Gerd Haag von TAG/TRAUM-Film. Am letzten Schnitttag vergangenes Jahr sei die berühmte Choreografin gestorben.
Noch einen weiteren Gast konnte Anna Fantl begrüßen: Michael Schmid-Ospach, bis März Geschäftsführer der Filmstiftung NRW. Er erzählte von seinen Wuppertaler Wurzeln und lobte „Tanzträume“: „Der Film erinnert an Pina Bausch, aber zeigt auch, was die Kunst von Pina Bausch ausmacht.“ Seit dem Filmstart im März sahen schon 28.000 Zuschauer die Doku. Schmid-Ospach berichtete auch von einem weiteren Pina-Bausch-Film, den die Filmstiftung unterstützt habe: Wim Wenders 3D-Doku „Pina“, der nächstes Jahr in die Kinos kommen soll.
Heute gehen die FilmSchauPlätze weiter: Auf dem Programm steht dann die Ruhrgebietskomödie „Bang Boom Bang“ in der Künstlerzeche Unser Fritz 2/3 in Herne. Der Film startet bei Beginn der Dunkelheit, der Eintritt ist frei.
Juli 2010
Aus dem Inhalt: Sonderausgabe zum Internationalen Filmkongress
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