Film und Medien Stiftung NRWNewsFördermeldungenFilmstiftung fördert 16 Low Budget-Projekte

Filmstiftung fördert 16 Low Budget-Projekte

500.000 Euro gehen an 16 Low Budget-Projekte, darunter das neue Projekt von Studentenoscar-Gewinner Ahmad Saleh, Portraits des Filmemachers Edgar Reitz und des Dichters Michael Krüger, eine Betrachtung der Kölner Silvesternacht und deren Auswirkungen sowie eine Suche nach den letzten gelben Telefonhäuschen.

Spielfilm

„SAF“, Produzent: 2Pilots, Regie: Ali Vatansever, Förderung: 60.000 Euro
Der Istanbuler Bezirk Fikirtepe verändert sich täglich. Durch die städtebaulichen Veränderungen werden die angestammten Bewohner vertrieben. Kamil, ein gutherziger Arbeiter, nimmt aus Geldsorgen trotz allem einen Job auf einer benachbarten Baustelle an. Sein Vorgänger, ein syrischer Flüchtling, möchte seine Stelle zurück, was einen Konflikt mit Kamil provoziert. Als Kamil bei einem Unfall ums Leben kommt, muss sich seine Frau den Konsequenzen stellen

„1000 Ameisen“, Produzent: Wildfilms, Regie: Marcus Lenz, Förderung: 50.000 Euro
Versteckt in einem LKW, reist der 9-jährige Roman seiner Mutter Oksana nach. Oksana ist vor zwei Jahre aus der Ukraine illegal nach Deutschland gekommen, um dort zu arbeiten. Er sehnt sich nach ihr, aber plötzlich ist da dieser andere Mann, den er nicht leiden kann. Zwischen Roman, seiner Mutter und ihrem älteren deutschen Arbeitgeber Schwarz beginnt ein dramatischer, ungleicher Kampf.

Dokumentarfilm

„Auf Anfang“, Produzent: Hihead Film, Regie: Georg Nonnenmacher, Förderung: 80.000 Euro
Mit seiner bevorstehenden Entlassung nach 26 Jahren Haft begibt sich der Häftling W. schrittweise in eine Welt, die sich während seiner Abwesenheit drastisch verändert hat – ebenso wie er selbst. Der Dokumentarfilm „Auf Anfang“ begleitet ihn während dieser Zeit und darüber hinaus.

„Die Umstellung der Zeit“, Produzent: wierke film, Regie: Frank Wierke, Förderung: 60.000 Euro
Das filmische Portrait begleitet ein Jahr Michael Krüger und beobachtet den Dichter und ehemaligen Verleger  des Hanser-Verlages bei den Dingen, die ihn nicht schlafen lassen. Einer der führenden Intellektuellen des Landes bei seiner ewigen Suche nach der Zeit und der Frage, wer man wirklich ist.

„Edgar Reitz – Ein Portrait!“, Produzent: Silver Surfer Rocks filmproduktion, Regie: Anna Hepp, Förderung: 45.000 Euro
Ein warmherziges und dennoch formal radikales Filmportrait in Schwarzweiß soll im Austausch der beiden Filmemacher entstehen. Neben der Person Edgar Reitz stehen der kommunikative Akt, die ausgewählte Ästhetik und der filmische Prozess als solcher im Zentrum des Portraits.

„5 Houses“, Produzent: TAG/TRAUM, Regie: Bruno Gularte Barreto, Förderung: 40.000 Euro
Fünf Menschen und ihr Lebensumfeld in der Kleinstadt Dom Pedritos im tiefsten Süden Brasiliens stehen im Mittelpunkt des Dokumentarfilms  über die persönliche Geschichte des Regisseurs. Bruno war acht Jahre alt, als seine Eltern starben. 20 Jahre später kehrt er zurück, um sich Trauer, Wut und Hass zu stellen, die er in seiner Kindheit in der intoleranten Kleinstadt erfahren hat.

Kurzfilm

„Schildkröte, streck deinen Kopf raus!“, Regie: Sunjha Kim, Förderung: 20.000 Euro
Collagenartig erzählt der experimentelle Dokumentarfilm über Mythen, Symbole sowie Naturphänomene der Schildkröten und enthüllt dabei gewaltsame Eingriffe in das Leben der Reptilien. Er erinnert an die Verbindung zwischen Tier und Mensch und ist eine Ode an die Natur, die den Zuschauer darauf aufmerksam macht, wie wichtig es ist, diese bedrohte Tierart zu schützen.

„Straßensprechstelle“, Produzent: Florian Pawliczek, Regie: Johannes Klais, Förderung: 17.000 Euro
Als es noch keine Handys und Smartphones gab, wusste jeder, wo sie stehen – die gelben Telefonhäuschen der Bundespost mit der offiziellen Typenbezeichnungen  „TelH78“ im Amtsdeutsch der Bundespost. Der Dokumentarfilm macht sich auf die Suche nach den letzten Exemplaren im Ruhrgebiet: gelb, mit Mehrfachbuchschwingen inklusive Buchablage und Aschenbecher.

„Hope“, Produktion und Regie: Annkatrin Hausmann, Förderung: 10.000 Euro
Die Hoffnung auf ein wenig Glück verbindet sie alle und so kommen sie regelmäßig in der amerikanischen Kleinstadt Annandale zusammen und spielen Bingo. Sie geben pro Abend hunderte von Dollar aus, doch gewinnen nur selten. Der Dokumentarfilm begleitet den Alltag der Bingospieler und gibt Einblick in einen Mikrokosmos der amerikanischen Gesellschaft.

Drehbuch

„Zwei Frauen“, Autor: Ravi Karmalker, Förderung: 10.000 Euro
 Zwei Frauen, zwei Welten. Die Kölnerin Jule engagiert sich in der Orientierungsphase zwischen Bachelor und Master für ein Straßenkinder-Theaterprojekt in Nairobi. Dort lernt sie die gleichaltrige Somalierin SamSam kennen und lieben. Beide wollen ein freies, wildes Leben führen. Für Jule eine Selbstverständlichkeit, für die Muslimin SamSam ein riskantes Doppelleben …

„Das weiße Inferno“, Autorin: Anna Kruglova, Förderung: 10.000 Euro
Sascha, 17, leidet an plötzlichen Narcolepsieanfällen und wird von ihrem Vater missbraucht. Unter diesen Verhältnissen emotional und sexuell fast abgestorben, lernt Sascha Ivan kennen und versucht, mit ihm zu dem Ort zu entfliehen, der ihr in ihren Anfällen erscheint.

Projektvorbereitung

„Silvesternacht“, Produzent: Gap Doc, Autorin: Kathalina Anna Reinhardt, Förderung: 10.000 Euro
Die Silvesternacht 2015 in Köln war ein einschneidendes, weltweites Ereignis. Folge war die langanstehende Verschärfung des Sexualstrafrechts Mitte 2016. Die Silvesternacht 2016 verlief größtenteils ruhig, doch wurde der Polizei Racial Profiling, ein Verstoß gegen das Grundgesetz, vorgeworfen. Der dokufiktionale Dokumentarfilm beleuchtet die Nacht und ihre gesellschaftlichen Folgen.

Postproduktionsförderung

„My Marisch“, Produzent: CORSO Film, Regie: Bernadett Tuza-Ritter, Förderung: 25.000 Euro
Zahllose Menschen leben weltweit als moderne Sklaven unter menschenunwürdigen Bedingungen. Der Dokumentarfilm begleitet eine von ihnen: Marish. Sie arbeitet seit zehn Jahren für eine Familie in Budapest, die sie wie eine Leibeigene behandelt und sie jeglicher Rechte und ihrer Identität beraubt. Eines Tages hält Marish es nicht mehr aus und fasst einen folgenschweren Entschluss…

„Game Girls“, Produzent: Blinker Film, Regie: Alina Skrzeszewska, Förderung: 20.000 Euro
Game Girls sind Frauen, die an einem Rand der amerikanischen Gesellschaft um ihr Überleben kämpfen: im Mikrokosmos von Los Angeles Skid Row. Der Dokumentarfilm zeigt Hoffnungen und Träume dieser Frauen und begleitet mit Teri eine von ihnen auf ihrem steinigen Weg in ein neues Leben.

Animation / Experimental

„Der natürliche Tod der Maus“, Produzent: Casalprim-Huber, Regie: Katharina Huber, Förderung: 23.000 Euro
Der experimentell animierte Kurzfilm zeigt anhand eines Tages im Leben der Protagonistin Anna den Zwiespalt zwischen dem Wunsch nach Selbstverbesserung in einem spirituell-moralischen Sinne und dem Zweifel an ihrer Nützlichkeit auf dem Weg zur Rettung der Welt.

„Die Nacht“, Produzent: Orange&Oak, Saleh und Neubauer, Regie: Ahmad Saleh, Förderung: 20.000 Euro
Eine Mutter, die seit vielen Jahren nicht schlafen kann, trifft auf einen Geschichtenerzähler, dessen Erzählungen schlaflose Seelen zur Ruhe bringen. Wie schon in seinem vorherigen Projekt, für das er mit dem Studenten-Oscar ausgezeichnet wurde, arbeitet Regisseur Ahmad Saleh mit Stop Motion Animation.

Als Jury für die Förderentscheidungen im Bereich Produktion benannte das Filmbüro NW Hana Geißendörfer, Produzentin Geißendörfer Film- und Fernsehproduktion, Christian Schwochow,  Regisseur und Autor, und Cyril Tuschi, Dokumentarfilmregisseur.

Nächste Einreichtermine für die Vereinfachte Förderung Produktion ist der 13. Juli.

Für weitere Informationen: Film- und Medienstiftung NRW, Tanja Güß, Erna Kiefer, Tel.: 0211-93050-24, presse@filmstiftung.de