Ein verwunderter Blick und eine Parabel über das Leben

Entscheidungen der Filmstiftung NRW im Nachwuchsbereich

In der April-Sitzung der Nachwuchsförderung der Film­stiftung NRW wurden zwei Projekte gefördert, der Dokumentarfilm "Der verwunderte Blick" und der Animati­onsfilm "When I am asleep".

Peter Wulkau wurde in der DDR inhaftiert. Nach seiner Haftentlassung siedelte er in die BRD über. Nach dem Mauerfall hat er in seinen Stasiakten das Ausmaß seiner Bespitze­lung erfahren. Besonders enttäuschten ihn die Berichte seines ehemaligen Freundes Hartmut Rosinger, dem er damals komplett vertraute. Rosingers Berichte waren beson­ders ausführlich und stoppten auch vor intimsten Details nicht. Heute plagen Rosinger Gewissensbisse. Er möchte sich mit seiner Schuld auseinandersetzen und hofft viel­leicht auch darauf, dass Wulkau ihm verzeiht. Regisseurin Heike Bachelier realisiert den Dokumentarfilm "Der verwunderte Blick" mit ihrer Kölner Bachelier Film­produktion. Ebenfalls dabei ist ZDF / Das kleine Fernsehspiel, Edition Salz­geber bringt den Film, den die Filmstiftung mit 75.000 Euro fördert, in die Kinos.

Für ihren KHM-Abschlussfilm "Allerleirauh" wurde Anja Struck bereits vielfach ausge­zeichnet. Ihr erster Film nach dem Studium lautet "When I am asleep". Auch bei die­sem Experimentalfilm geht es ihr nicht in erster Linie darum, eine bestimmte Aussage zu machen. Vielmehr will sie assoziative Bilder und Stimmungen erzeugen, die den Zu­schauer bereichern, inspirieren und seine ganz persönliche Interpretation zulassen. In einem dämmrigen Raum sitzt eine Frau vornüber gebeugt an einem Klavier, Kopf und Hand auf der Tastatur, sie schläft. Im Schlaf spielt sie eine sich wiederholende Tonfolge. Dann erscheint eine Figur mit zwei Köpfen, die um die schlafende Frau streiten. Mit "When I am asleep" will Struck eine Parabel erzählen über das Leben, das wir nicht leben, sondern unbeweglich verträumen und in einem Dämmerzustand wie im Schlaf verbringen. Die Filmstiftung unterstützt die Produktion dabei mit 30.000 Euro.

Mit dem Studio Hamburg Nachwuchspreis 2008 wurden gerade Felix Hassenfratz für sein Drehbuch zu "Der Verdacht" sowie Hanno Olderdissen in der Kategorie "Beste Regie" für sein Drama "Robin" ausgezeichnet. Beide ifs-Absolventen erhielten für ihre Arbeiten eine Förderung der Filmstiftung NRW.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte: Filmstiftung NRW, Erna Kiefer; Tel.: 0211-930500, Fax: 0211-93050-85, presse@filmstiftung.de

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