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Film und Medien Stiftung NRWNewsPressemitteilungen4 Förderpreise "Neues Deutsches Kino" beim Filmfest München für "Babai" und "Happy Hour"

4 Förderpreise "Neues Deutsches Kino" beim Filmfest München für "Babai" und "Happy Hour"

Alle vier Förderpreise für "Neues Deutsches Kino" beim Filmfest München gehen an NRW-Produktionen: 3 Förderpreise für Debütfilm „Babai“ und der Nachwuchs-Förderpreis „Produktion“ für „Happy Hour“

  • Debütfilm „Babai“ von Visar Morina erhält Förderpreis Regie und Drehbuch
  • Förderpreis Schauspiel gemeinsam an „Babai“-Hauptdarsteller Astrit Kabashi und Val Maloku
  • Sonja Ewers und Steve Hudson (GRINGO films) sind mit „Happy Hour“ Beste Nachwuchsproduzenten
  • Film- und Medienstiftung NRW mit neun geförderten Filmen beim 33. Filmfest München
  • Sieben Weltpremieren in der Reihe Neues Deutsches Kino

Erfolg für das Filmland Nordrhein-Westfalen: Alle vier Auszeichnungen des Förderpreises "Neues Deutsches Kino", die heute Abend beim Filmfest München an deutsche Nachwuchstalente verliehen wurden, gingen nach NRW und an insgesamt zwei Filmstiftungs-geförderte Produktionen, die in der Reihe Neues Deutsches Kino gezeigt wurden.

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Die Preisträger des Förderpreises Neues Deutsches Kino beim 33. Filmfest München (v.l.n.r.) Sonja Ewers (Gringo Films), Regisseur Visar Morina, hinten: Val Maloku, vorne: Astrit Kabashi © FILMFEST MÜNCHEN 2015 / Foto: Volker Rebhan

„Beim Filmfest München war Nordrhein-Westfalen mit neun Filmen vertreten, und nun gibt es beim Förderpreis Neuer Deutscher Film Erfolge zu feiern. Herzlichen Glückwunsch an Visar Morina zu seinem ‚Doppelpreis‘ Regie und Drehbuch, und Gratulation an die Kölner Produzenten Sonja Ewers und Steve Hudson zum Nachwuchs-Förderpreis für ‚Happy Hour‘!“ Das ist eine schöne Bestätigung für die Nachwuchsarbeit in NRW", so Petra Müller, Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW. "Glückwunsch und Dank aber auch an Festivalchefin Diana Iljine und ihr Team, die das Filmfest zu einem der wichtigsten Branchentreffpunkte gemacht haben.“

Babai“ von Visar Morina erhält den mit 30.000 Euro dotierten Förderpreis in der Kategorie „Regie“ sowie in der Kategorie „Drehbuch“ (10.000 Euro). Der Förderpreis „Schauspiel“ in Höhe von 10.000 Euro geht gemeinsam an die Hauptdarsteller Astrit Kabashi und Val Maloku.

„Babai“ handelt von einem Vater und seinem Sohn (Kabashi, Maloku), die ihren Lebensunterhalt damit verdienen, auf den Straßen des Vorkriegskosovo der 90er Jahre Zigaretten zu verkaufen. Als sich der Vater heimlich nach Deutschland absetzt, reist ihm der zehnjährige Sohn auf eigene Faust nach. Produzent von „Babai“ ist NiKo Film in Koproduktion mit Skopje Film Studio (MKD), Produksioni Krusha (KO), Eaux Vives Productions (FR), weiterer Förderer ist die nordmedia, beteiligte Sender sind WDR und ARTE. Die Film-und Medienstiftung NRW förderte mit 450.000 Euro. Die Jury begründete ihre Entscheidung, „Babai“ sei ein Film, der „einem die Tränen in die Augen“ treibe: „Wuttränen, Tränen der Ohnmacht und der Trauer“ – und den Zuschauer dann doch „voll von Hoffnung und noch viel größerer Kraft und vor allem Verantwortung zurück ins Leben“ werfe. „Babai“ sei „ein Meisterwerk von einem jungen Meister, vor dem wir uns tief verneigen.“ Die Schauspieler Val Maloku und Astrit Kabashi hätten die Jury zudem durch ihr Spiel „im Innersten berührt und erschüttert“.

Happy Hour“ von Franz Müller, eine ebenfalls NRW-geförderte Produktion der Kölner GRINGO films, erhielt den mit 20.000 Euro dotierten Förderpreis in der Kategorie „Beste Nachwuchsproduzenten“. Die Produzentin Sonja Ewers nahm die Auszeichnung für sie und Steve Hudson persönlich entgegen.

Die warmherzige Komödie dreht sich um einen frisch von seiner Frau verlassenen Mittvierziger, der mit zwei Kumpels nach Irland reist, um das Mannsein zu zelebrieren  – oder das, was die drei vermeintlich dafür halten. Denn in Irland ist das Leben noch rau und authentisch: angeln, Mädchen, saufen und nackt Holz hacken. Ein Ort, wo man die Jugend wieder aufleben lassen kann. Aber die Fassade bröckelt. Und Freundschaft? Was ist das überhaupt?

„Happy Hour“ ist eine internationale Koproduktion von GRINGO films, Köln in Koproduktion mit Film Boutique (Markéta Polednová und Katharina Jakobs) sowie Ripple World Pictures (IRL) unter Senderbeteiligung von WDR und ARTE. Die Filmstiftung NRW förderte die Produktion mit 252.400 Euro. Weitere Förderer sind die Stiftung Kuratorium Junger Deutscher Film und die FFA. Unter der Regie von Franz Müller spielen u.a. Simon Licht, Mehdi Nebbou und Alexander Hörbe.

Die Jury schreibt in ihrer Begründung, „Happy Hour“ habe die Jury „komplett mitgerissen“ und „auf all seinen handwerklichen Ebenen wirklich überzeugt.“ Die „lebenskluge und eben dadurch so witzige Komödie“ besteche durch ein „klasse Drehbuch, flottes Timing, famosen Spielwitz, Charme und eine wundervolle Kamera. Eine durch und durch gelungene Low-Budget-Produktion (…)“.

Der mit insgesamt 70.000 Euro dotierte Förderpreis Neues Deutsches Kino beim Filmfest München wird von den drei Partnern DZ Bank, Bavaria Film und Bayerischer Rundfunk gestiftet. Er ist einer der wichtigsten und höchstdotierten Nachwuchspreise in Deutschland. Ausgezeichnet werden damit die besten Nachwuchsleistungen in den Spielfilmen der Reihe Neues Deutsches Kino. Am Wettbewerb nehmen alle Regisseure, Produzenten, Drehbuchautoren und Schauspieler teil, deren Spielfilm für die Reihe Neues Deutsches Kino ausgewählt wurde, sofern es sich um ihren ersten, zweiten oder dritten langen Kinospielfilm handelt. Bei Produzenten darf es höchstens der sechste Film sein. Im Wettbewerb standen 59 Talente aus zwölf Spielfilmen der Reihe Neues Deutsches Kino. Über die Auszeichnungen entscheidet eine dreiköpfige Jury, die sich in diesem Jahr aus Produzent Peter Rommel („Halt auf freier Strecke“), Regisseur Sebastian Schipper (zuletzt sechs Lolas für „Victoria“) und Schauspielerin Johanna Wokalek („Die Päpstin“) zusammensetzte.

Beim Filmfest München war die Film- und Medienstiftung NRW insgesamt mit neun geförderten Filmen vertreten. Dabei konkurrierten sieben Produktionen als Weltpremieren um die mit insgesamt 70.000 Euro dotierten Förderpreise in der Reihe Neues Deutsches Kino: „Babai“, „Becks letzter Sommer“, „Boy 7“, „Die Kleinen und die Bösen“, „Happy Hour“, „Overgames“ und „Projekt A“. „Der verlorene Bruder“ lief in der Reihe Neues Deutsches Fernsehen, und „Zwei Schüsse“ („Dos Disparos“) war bei den International Independants zu sehen.

Das Filmfest München ist nach der Berlinale das zweitgrößte deutsche Filmfestival. Es findet seit 1983 jedes Jahr Ende Juni statt. Mit mehr als 200 Filmen auf 18 Leinwänden ist es vor allem ein Publikumsfestival. Im vergangenen Jahr wurde mit mehr als 76.000 Besuchern ein neuer Rekord aufgestellt. Das Filmfest geht am morgigen Samstag zu Ende.

Alle Preisträger unter www.filmfest-muenchen.de