Film und Medien Stiftung NRWNewsPressemitteilungen5. Verleihung des Wim Wenders Stipendiums

5. Verleihung des Wim Wenders Stipendiums

Filmstiftung und Wim Wenders Stiftung vergeben 4 mit insgesamt 100.000 Euro dotierte Stipendien

Am Donnerstag, 27. September, wurde in Düsseldorf ein kleines Jubiläum gefeiert: Bereits zum fünften Mal hat die Film- und Medienstiftung NRW gemeinsam mit der Wim Wenders Stiftung das Wim Wenders Stipendium in der Düsseldorfer Filmwerkstatt verliehen. Das Stipendium, das jährlich mit einer Gesamtsumme von 100.000 Euro ausgelobt wird, spürt junge Filmemacherinnen und Filmemacher auf, die mit neuen Mitteln erzählen und gibt ihnen Freiraum, ihre filmischen Ideen unabhängig und eigenständig zu entwickeln.

Duesseldorf, 27.09.2018: Verleihung des Wim Wenders Stipendium 2018 Urheber: Ralph Sondermann, P o s t f a c h 3221, 40748 L a n g e n f e l d, http://www.ralphsondermann.com M 0172/2074420 Keine Persoenlichkeitsrechte von Abgebildeten vorhanden. Nutzung nur journalistisch und gegen U r h e b e r nennung. Es gelten meine AGB. No rights of p r i v a c y of the s h o w n p e r s o n s and o b j e c t s available. Using only j o u r n a l i s t i c and for copyright note. My personal g e n e r a l conditions of b u s i n e s s and d e l i v e r y are valid. search: Deutschland
Die Stipendiaten Benjamin Chimoy, Anna Mönnich, Juan Ortiz, Elke Brugger (alle ‚Rosemarie’s Celebration‘), Annkathrin Hausmann (‚Die Poesie des Unvollkommenen‘), Andrea Roggon (‚All is Loneliness‘) mit (vordere Reihe) der Jury: Mirko Derpmann (Scholz & Friends), Vorsitzender Wim Wenders (Mitte) und Petra Müller (FMS) © Ralph Sondermann

Aus insgesamt 20 eingereichten Anträgen wählte die Jury unter Vorsitz von Wim Wenders vier Projekte aus. Ausschlaggebend für ihre Entscheidung war neben der stofflichen Qualität des Projektes insbesondere die visuelle Konzeption. Gemeinsam mit Wim Wenders bildeten Petra Müller, Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW, und Mirko Derpmann, Kreativdirektor von Scholz & Friends Agenda, die Jury.

Juryvorsitzender Wim Wenders: „Wenn die Wim Wenders Stiftung in diesem Jahr zum fünften Mal das Wim Wenders Stipendium vergeben hat, gemeinsam mit der Film- und Medienstiftung NRW, dann macht mich das sehr froh! Da ist also bereits eine Tradition entstanden! Bislang sind schon insgesamt 21 Filmprojekte gefördert worden, in einem ganz weiten Spektrum von Filmsprachen. Und es ist wunderbar, zu verfolgen, wie die vielfältigen Vorhaben in den Kolloquien im Austausch mit den Stipendiaten der vorherigen Jahrgänge reifen, sich austauschen und gegenseitig unterstützen, bis sie schließlich den Weg in die Öffentlichkeit finden. Herzlichen Glückwunsch an die diesjährigen Stipendiaten, die besonderen Mut bewiesen haben, außergewöhnliche Stoffe mit unkonventionellen Herangehensweisen vorzustellen. Wir sind höchst gespannt, was bis zum Kolloquium des nächsten Jahres daraus entstehen wird.“

„Die Qualität der Einreichungen hat es uns auch in der fünften Runde nicht leicht gemacht, uns zu entscheiden. Die vier Projekte, die wir schlussendlich ausgewählt haben, gleichen sich – so unterschiedlich sie auch sein mögen – in einem wesentlichen Punkt: Sie beweisen Originalität in ihrer filmischen Vision und gehen ins Risiko bei der Umsetzung. Und genau da gehen wir gerne mit. Meine Glückwünsche gehen an die Stipendiatinnen und Stipendiaten dieses Jahrgangs“, so Petra Müller, Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW. „Viel Erfolg wünschen wir aber auch den Projekten der Stipendiatinnen und Stipendiaten der vergangenen fünf Jahre. Und ein ganz herzlicher Dank geht an die engagierten Mitarbeiterinnen in den beiden Stiftungen und natürlich an Wim Wenders und Mirko Derpmann für die inspirierende Zusammenarbeit!“

Die ausgewählten Projekte 2018: Eine VR-Serie, eine Charakterstudie, ein essayistischer Dokumentarfilm und eine Improvisation über die Dinge des Lebens.

Rosemarie’s Celebration“ von Anna Mönnich, Elke Brugger, Benjamin Chimoy, Juan Ortiz als Lagerfeuer-Writers‘ Room, Köln VR-Serie, 36.000 Euro
In der horizontal erzählten Serie erlebt der Zuschauer das Geschehen aus der Perspektive der Hauptfigur. Karrierefrau Simone erwacht ohne Erinnerung. Sie kommt zu sich und fällt gleich darauf erneut in einen tiefen Schlaf. Ihr Geist verlässt das Zimmer. Sie beobachtet ihre Familie und versteht die eigene Situation: Nach einem Unfall konnte sie nur durch den Tod des Zwillingsbruders und dessen Organspende überleben. Der Zuschauer kann mittels seiner VR-Brille entscheiden, welchem Handlungsstrang er folgt.

Die Poesie des Unvollkommenen“ von Annkatrin Hausmann, Köln, Spielfilm, 25.000 Euro
Das Charakterdrama zeigt einen außergewöhnlichen und international erfolgreichen Clown, der mit dem Ende seiner Karriere konfrontiert wird. Während er darum kämpft, die Liebe seines Publikums zurückzugewinnen, steht die bereits entfremdete Beziehung zu seiner Tochter auf dem Spiel. Es geht um den Wunsch nach Anerkennung, die Angst vor dem Scheitern und die Suche nach sich selbst.

All Is Loneliness“ von Andrea Roggon, Stuttgart, essayistischer Dokumentarfilm, 21.400 Euro
Mit ihrem essayistischen Dokumentarfilm möchte Andrea Roggon das Gefühl der Einsamkeit unzensiert und authentisch einfangen. Damit ihre Protagonisten sich frei äußern können, werden Stimmen nicht eindeutig den Gesichtern der Menschen im Bild zuzuordnen sein. Diese sehr bewusste Gestaltung erzeugt nichtsdestotrotz eine starke inhaltliche Verbindung, die den Zustand der „schlechten“ wie auch der „guten“ Einsamkeit für den Zuschauer emotional erlebbar macht.

Dieses Leben“ von Philipp Hönig, Köln, Spielfilm, 17.600 Euro
Sechs verschiedene Figuren setzen sich mit ihren aktuellen Lebenssituationen auseinander. Alle vereint, dass sie auf der Suche nach Lösungen, nach Antworten sind. Die Erzählung ist nicht linear und nicht auf eine einzelne Person fixiert. Zeit und Raum sind im ständigen Wechsel. Gedankenfetzen der Figuren legen sich über die Bilder. So ergibt sich auch Freiraum für den Zuschauer, sein eigenes Leben zu reflektieren.

Kolloquium
Seit 2016 findet ein Kolloquium mit den aktuellen und letztjährigen Stipendiatinnen und Stipendiaten statt. Sie sind am Folgetag eingeladen, gemeinsam mit der Jury um Wim Wenders zum aktuellen Stand ihrer geförderten Projekte zu berichten, erste Arbeitsproben zu zeigen und sich so gegenseitig bei der Weiterentwicklung ihrer Projekte zu unterstützen.

Wim Wenders Stipendium
Das Wim Wenders Stipendium wurde 2014 erstmals vergeben. Insgesamt wurden bisher 21 Stipendien mit einer Gesamtfördersumme von 495.000 Euro verliehen. Über die Vergabe entscheidet eine Jury unter dem Vorsitz von Wim Wenders im Rahmen eines zweistufigen Bewerbungsverfahrens. Nach einer Vorauswahl werden die Kandidatinnen und Kandidaten eingeladen, ihre Projekte vor der Jury zu präsentieren. Neben inhaltlichen Kriterien geht es vor allem auch um die überzeugende formale und visuelle Gestaltung der Projektideen. Mit dem Stipendium werden junge Filmschaffende mit Wohnsitz in Deutschland, insbesondere in NRW, darin unterstützt, mit neuen Mitteln zu erzählen und die filmische Bildsprache zu bereichern.

Wim Wenders Stiftung
Die Wim Wenders Stiftung wurde 2012 auf Initiative von Wim und Donata Wenders in Düsseldorf gegründet, mit der engagierten Hilfe des Landes NRW, der Stadt Düsseldorf, der Kulturstiftung der Länder sowie privaten Zustiftern und dank der Vernetzung und Beratung durch Petra Müller, Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung. Die Wim Wenders Stiftung fördert den Erhalt und die Präsentation des filmischen, photographischen, künstlerischen und literarischen Lebenswerks von Wim Wenders und sucht den Dialog mit nationalen und internationalen Kultur- und Bildungseinrichtungen, mit Forschung und Lehre sowie mit jungen Filmschaffenden. Daneben widmet sich die Stiftung in der Geburtsstadt des Filmemachers verschiedenen Aspekten der Nachwuchsförderung im Bereich innovativer filmischer Erzählkunst, insbesondere durch das Wim Wenders Stipendium der Film-und Medienstiftung NRW.