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Film und Medien Stiftung NRWNewsNewsBerlinale Series Market 2023: Shift Happens. Die aktuellen Entwicklungen der Serienwelt

Berlinale Series Market 2023: Shift Happens. Die aktuellen Entwicklungen der Serienwelt

  • Eröffnung mit Marktanalyse und Global Distribution Panel
  • German Showcase mit „Herrhausen” und „Davos”
  • Quo Vadis Docu-Series? mit „Capital B“ und „A Perfect Crime“
  • 9. Berlinale Series Market vom 20.-22. Februar 2023
  • Film- und Medienstiftung von Beginn an Hauptpartnerin

Am heutigen Montag, 20. Februar, ist im Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung in Berlin-Kreuzberg die neunte Ausgabe des Berlinale Series Market eröffnet worden. Unter der Überschrift „Shift happens“ widmet sich die Businessplattform im Rahmen des European Film Market (EFM) mit einem hochkarätig besetzten Konferenzprogramm, Screenings und Showcases und den aktuellen Entwicklungen der internationalen Serienwelt.

„2023 ist ein besonderes Jahr für uns. Nach zwei virtuellen Ausgaben freuen wir uns sehr, dass wir nun als Präsenzveranstaltung zurück sind und uns hier wieder persönlich treffen können“, so Dennis Ruh, Direktor des European Film Market. Das Motto „Shift happens“ ziele auf die aktuelle Transformation in der Serienwelt ab, sowohl im Hinblick auf die kreativen Prozesse als auch auf den Vertrieb.

„Ein gelungener Auftakt für den Berlinale Series Market – das neue Konzept am Potsdamer Platz ist voll aufgegangen!“, erklärte Petra Müller, Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW, Hauptpartnerin und Mitinitiatorin seit 2012. „Mit der Festivalreihe und dem Berlinale Series Award sind die Serien endlich gleichberechtigt in der Berlinale verankert. Wir freuen uns sehr, dass die Filmstiftung hier von Beginn an mitwirken durfte.“

Eröffnung des Berlinale Series Market mit dem Panel „Adapting to the Market“: Robert Franke (ZDF Studios), Guy Bisson (Ampere Analysis), Rodolphe Buet (Newen Studios), Beatrice Springborn (Universal International Studios), Moderator Jesse Whittock (Deadline), Petra Müller (Film- und Medienstiftung NRW), Ruth Berry (ITV Studios) und Dennis Ruh (Direktor des European Film Market). © Filmstiftung NRW/Hojabr Riahi

„Adapting to the Market“: Eröffnung mit Markanalyse und Global Distribution Panel
Mit einem Überblick über die aktuellen Entwicklungen im internationalen Serienmarkt leitete Guy Bisson vom Marktforschungsunternehmen Ampere Analysis das Eröffnungspanel unter dem Titel „Adapting to the Market“ ein. Demnach werde inzwischen jede vierte Serienproduktion von einem Streamer in Auftrag gegeben. Werbefinanzierte Video on Demand-Modelle seien auf dem Vormarsch. Die Krisen der jüngeren Zeit hätten auch Auswirkungen auf den Markt für Serien. So seien die Ausgaben für neue Produktionen in Westeuropa und Nordamerika insgesamt heruntergefahren worden. Zudem sei eine stärkere Hinwendung zu Non-Scripted-Formaten, Doku-Content und Entertainment zu beobachten, auch weil diese während der Coronakrise einfacher und kostengünstiger zu produzieren gewesen wären.

Auf Bissons Vortrag folgte eine von Jesse Whittock, International TV Co-Editor von Deadline, moderierte Eröffnungsrunde mit Vertreter:innen von Weltvertrieben: Beatrice Springborn, President Universal International Studios & Universal Content Productions (UCP), Ruth Berry, Managing Director Global Distribution & Global Entertainment der britischen ITV Studio, Rodolphe Buet, Chief Branding Officer der TF1-Tochter Newen Studios und Robert Franke, Head of Drama bei ZDF Studios. Auch wenn die Rahmenbedingungen derzeit schwierig seien, bezeichnete Franke den aktuellen Serienmarkt als „inspirierend“. Es sei nun wichtig, sich auf den immer stärker fragmentierten Markt einzustellen und die richtigen Abnehmer für die richtigen Produkte zu finden. Auch Springborn empfahl die Herausforderungen als Chance zu sehen und die zum aktuellen Marktgeschehen passenden individuellen Inhalte zu bieten. Insgesamt sei mehr Flexibilität gefragt, so Berry. Buet sprach sich dafür aus, bei der Entwicklung und Produktion neuer Serien noch stärker länderübergreifend mit anderen europäischen Partnern zusammenzuarbeiten. Es gehe zudem darum, gerade im Streaming-Bereich ein Gegengewicht zur Dominanz von US-amerikanischen Programmen zu setzen.

German Showcase „Up Next: Germany“
Vier aktuelle deutsche Serienprojekte standen im Mittelpunkt beim nachfolgenden Showcase „Up Next: Germany“. Darunter das sechsteilige Spionage-Drama „Davos“ von Jan-Eric Mack und Anca Miruna Lăzărescu (Letterbox, Contrast Film, Amalia Film, ARD, SRF, SRG SSR, gefördert von der Film- und Medienstiftung). Ebenfalls filmstiftungsgefördert: „Herrhausen – Der Herr des Geldes“ von Pia Strietmann mit Oliver Masucci in der Hauptrolle (Sperl Film, X Filme, ARD Degeto, RBB, SWR, HR, Beside Productions, Avrio Film), ein vierteiliger Geo-Politthriller, der das Attentat auf den Deutsche Bank-Vorstandssprecher Alfred Herrhausen thematisiert. Darüber hinaus gab es erste Einblicke in die Coming-of-Age-Mystery-Geschichte „Feelings“ von Clara Zoë My-Linh von Arnim (Studio Zentral für funk/ZDF, ZDF Studios) sowie die Doku-Serie „Juan Carlos“ (gebrüder beetz/Sky Studios/NBC Universal) von Produzent und Autor Christian Beetz und Regisseurin Anne von Petersdorff.

Weitere Diskussionsrunden und Präsentationen
Bis einschließlich Mittwoch, 22. Februar, stehen beim Berlinale Series Market zahlreiche weitere Diskussionsrunden und Präsentationen auf dem Programm. U.a. widmet sich das Panel „Quo Vadis Docu Series?“ dem populären Format der Doku-Serien. Auf dem Podium sitzen u.a. Regisseur Florian Opitz mit „Capital B“ (Fruitmarket), Georg Tschurtschenthaler („A Perfect Crime“, gebrueder beetz) und Felicity Morris („The Tinder Swindler“). Neben Showcases mit neuen Produktionen aus Schweden und den baltischen Ländern sind zudem die erfolgreichen Serienmacher David Bernad („The White Lotus“) und Ron Ninio („Kvodo“) zu Gast.

Zum Berlinale Series Market
Der Berlinale Series Market ist eine gemeinsame Initiative von European Film Market, dem Berlinale Co-Production Market und Berlinale Talents. Er wird in enger Zusammenarbeit mit Berlinale Series gestaltet. Die Film- und Medienstiftung NRW hat den Berlinale Series Market im Jahr 2012 gemeinsam mit dem EFM als Plattform für Serien aus der Taufe gehoben. Der European Film Market ist weltweit einer der bedeutendsten Märkte für den internationalen Handel mit Filmrechten und audiovisuellem Inhalt.

Das Foto des Opening Panels des Berlinale Series Market finden Sie hier.

Das aktuelle Programm finden Sie hier:
https://www.efm-berlinale.de