Chancen auf einen Leoparden: NRW mit drei Produktionen beim Locarno Filmfestival
Große Namen: Helena Zengel, Hanns Zischler und Isabelle Stever
Wenn sich Locarno vom 5. bis 15. August 2026 erneut in eine große Bühne für das internationale Kino verwandelt, ist Nordrhein-Westfalen wieder prominent im Programm vertreten. Mit „Selten wache ich träumend auf“ / „I Rarely Wake Up Dreaming“ von Isabelle Stever (X Filme) und „The House on the Moon“ von Nelson Yeo (Weydemann Bros.) feiern zwei von der Film- und Medienstiftung NRW geförderte Koproduktionen ihre Weltpremiere im Concorso Internazionale, dem internationalen Wettbewerb des Festivals und gehen ins Rennen um den Goldenen Leoparden. „Bloody Tennis“ von Nikias Chryssos (augenschein Filmproduktion) mit Helena Zengel im internationalen Cast wird in der Reihe Fuori Concorso präsentiert.
„Selten wache ich träumend auf” / „I Rarely Wake Up Dreaming“
Im Concorso Internazionale läuft als Weltpremiere „I Rarely Wake Up Dreaming“ von Regisseurin Isabelle Stever. Der Film ist eine Koproduktion von X Filme Creative Pool in Koproduktion mit dem WDR sowie in Zusammenarbeit mit 2Brave Productions (Ukraine) und Magic Media Productions. Die Filmstiftung NRW unterstützte das Projekt mit 820.000 Euro in Produktion und Verleih.
Inhalt: Die Liebe von Olya und Oleh, einem jungen queeren ukrainischen Paar, wird auf die Probe gestellt, als die Gender Transition einer der beiden Partnerpersonen mit der Invasion Russlands in die Ukraine zusammenfällt. Während der Krieg näher rückt und die Grenzen von Männlichkeit und Weiblichkeit neu definiert, kämpfen sie darum, ihre Nähe und ihr Selbstverständnis als Paar zu bewahren. Was bedeutet es, ein Mann in einem Land zu sein, das um seine Identität und sein Überleben kämpft?
„The House on the Moon“
Ebenfalls im Wettbewerb ist „The House on the Moon“ von Nelson Yeo. Produziert wurde der Film von Weydemann Bros. aus Köln in Koproduktion mit Partnern aus Singapur, Taiwan und Indonesien. Die Film- und Medienstiftung NRW förderte mit 60.000 Euro. Für Regisseur Nelson Yeo ist die Rückkehr nach Locarno besonders: 2023 wurde er dort für „Dreaming & Dying“ mit dem Goldenen Leoparden in der Reihe Concorso Cineasti del Presente ausgezeichnet.
Inhalt: Als der legendäre Bogenschütze Hou Yi (Dominick Rustam-Chartrand) auf seiner Mission zur Rettung der sterbenden Sonne verschwindet, macht sich Chang Er (Lim Shi-An) gemeinsam mit einem Astronauten von der Erde auf die Suche nach ihm. Regisseur Nelson Yeo verbindet chinesische Mythologie, Wuxia-Erzählung und Science-Fiction zu einer poetischen Reise zur dunklen Seite des Mondes.
„Bloody Tennis“
„Bloody Tennis“ von Nikias Chryssos läuft in der Festivalreihe Fuori Concorso, die Filme mit einer außergewöhnlichen filmischen Handschrift und einem besonderen künstlerischen Profil würdigt. Produziert wurde „Bloody Tennis“ von der Kölner augenschein Filmproduktion. Die Film- und Medienstiftung NRW unterstützte das Projekt mit 500.000 Euro. Gedreht wurde in Nordrhein-Westfalen und auf den Kanaren.
Inhalt: Sophie (Sandra Guldberg Kampp) wird an einer renommierten Tennisakademie aufgenommen, wo ihr Traum von der Weltspitze bald von Konkurrenzdruck und den düsteren Strukturen des Internats überschattet wird. Zum internationalen Ensemble gehören u.a. Helena Zengel, Elina Löwensohn und Zlatko Burić. Nikias Chryssos verbindet Sportfilm, Internatsmilieu und Horrorthriller zu einer Geschichte über Ehrgeiz, Moral und den Preis des Erfolgs.
Film- und Medienstiftung NRW beim Locarno Film Festival
Das Locarno Film Festival gehört zu den bedeutendsten internationalen Filmfestivals Europas. Zahlreiche filmstiftungsgeförderte Filme feierten hier bereits Weltpremiere, liefen im Wettbewerb, auf der Piazza und wurden hier ausgezeichnet. Im vergangenen Jahr war der von der Film- und Medienstiftung NRW geförderte Thriller „Dead of Winter“ mit Emma Thompson auf der Piazza Grande zu sehen; die Schauspielerin wurde in Locarno mit dem Leopard Club Award prämiert. 2023 wurden „Touched“ von Claudia Rorarius und „Ein schöner Ort“ von Katharina Huber in der Nachwuchswettbewerbsreihe Concorso Cineasti del Presente prämiert.