Film und Medien Stiftung NRWNewsPressemitteilungenDeutscher Kinderhörspielpreis für Gudrun Hartmann

Deutscher Kinderhörspielpreis für Gudrun Hartmann

Preisverleihung am 10. November 2018 bei den ARD Hörspieltagen in Karlsruhe

Der Deutsche Kinderhörspielpreis 2018 geht an das Hörspiel „Eine Hand voller Sterne“, das Gudrun Hartmann nach dem gleichnamigen Buch von Rafik Schami fürs Radio eingerichtet und das Robert Schoen für den Hessischen Rundfunk realisiert hat (in Kooperation mit dem WDR). Der Kinderhörspielpreis wird am 10. November bei den ARD Hörspieltagen im Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) in Karlsruhe vergeben und ist mit 5.000 Euro dotiert.

Zum Inhalt von „Eine Hand voller Sterne“
Bomben fallen auf Damaskus. Die 10-Jährige Salima sitzt mit ihren Großeltern im Schutzkeller. Um sich vom Schrecken abzulenken, der über ihnen tobt, bittet sie ihren Opa aus seinem alten Tagebuch vorzulesen, das voller lustiger und poetischer Geschichten aus dem so schillernden wie lebensfrohen Damaskus seiner Kindheit steckt. So beginnt eine Zeitreise in die syrische Hauptstadt viele Jahre vor dem Bürgerkrieg, in der einst unterschiedlichste Nationalitäten und Religionen friedlich miteinander lebten. Salima lauscht den Weisheiten des Geschichtenerzählers Salim. Sie erfährt, dass ihre Uroma zwar eine schlechte Schneiderin, aber eine Meisterin im Handeln war, und auch, dass ihr Opa statt als Bäckersjunge zu arbeiten, lieber länger zur Schule gegangen wäre. Eines Tages nimmt er die Sterne in die Hand, um seinen Traum zu verwirklichen, Journalist zu werden  – mit einer geheimen und äußerst gefährlichen Sockenzeitung.

Die Jury in ihrer Begründung
„[…] Hartmann und Schoen ist unter Beteiligung des Komponisten Martin Bezzola eine feinfühlige Übertragung des Romans ins akustische Medium gelungen. Stimmen, Geräusche und Musik lassen die Welt von Damaskus vor dem Krieg wieder auferstehen, eine Welt, deren Reichtum an Geschichten dieses Hörspiel zu einem Fest des Zuhörens macht. Zugleich aber ist das Erzählen von dieser untergegangenen Stadt ein Überlebensmittel im aktuellen Krieg, den das Stück ebenfalls nicht ausblendet. Gewalt und Zerstörung in einem Kinderhörspiel zum Gegenstand der Handlung zu machen, dies ist ein gewagter, ein mutiger Schritt. Doch das Hörspiel verliert sich nicht im Dunkel – es zeigt, dass Syrien auch eine andere Seite als die des Krieges besitzt, und es gelingt als akustischer Entwicklungsroman des jungen Farid, der sich allen Widerständen zum Trotz dazu entschließt, Dichter und Enthüllungsjournalist zu werden. Damit erhebt dieses Hörspiel seine Hauptfigur zu einem Mut machenden Vorbild.“

Gudrun Hartmann © Privat
Gudrun Hartmann © Privat

Die Jury
Über die Vergabe des Preises entschieden in diesem Jahr der stellvertretende Feuilletonchef beim Kölner Stadt-Anzeiger Frank Olbert (Juryvorsitz), die Dramaturgin und Autorin Kerstin Behrens, die Hörspielkritikerin Eva-Maria Lenz, die Produzentin und Autorin Karin Lorenz, sowie der Autor und Musiker Torsten Krug. Die besten Produktionen aus den 30 eingereichten Hörspielen fasst die Jury in folgender „Top 5“-Liste zusammen (die Reihenfolge ist alphabetisch und stellt keine Rangliste dar):

  • „Ab nach Paris“, Bernd Gieseking, Einreichung: hr
  • „Eine Hand voller Sterne“ von Rafik Schami, Bearbeitung: Gudrun Hartmann, Einreichung: hr, WDR
  • „Flummi Bruder“, Judith Ruyters, Deutschlandfunk Kultur, Einreichung der Autorin
  • „Milas Welt“, Thilo Reffert, Einreichung: Deutschlandfunk Kultur
  • „They called him bubble – wie ein kleines grünes Kaugummi an die Nasenspitze der Freiheitsstatue gelangte“, Silke Wolfrum, BR, Einreichung der Autorin

Zur Preisträgerin
Gudrun Hartmann studierte Kinder-und Jugendliteratur in Frankfurt am Main. Bereits während des Studiums kam sie zum Hessischen Rundfunk und arbeitete dort zunächst als Journalistin, bis sie für ein Jahr ins Ausland ging. Von den Erlebnissen zwischen Hier und Dort berichtete sie monatlich für mehrere Hörfunkwellen. Nach ihrer Rückkehr übernahm sie die Leitung des Kinderhörspiels und arbeitet seither als Redakteurin und Dramaturgin für das Programm. Die hierbei entstandenen Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet. Zudem lehrt sie an der Frankfurter University of Applied Sciences.

Gleichberechtigte Träger des Preises, der zum dreizehnten Mal vergeben wurde, sind Film- und Medienstiftung NRW und die Landesrundfunkanstalten der ARD. Die Preisverleihung wird live im Radio auf hr2-kultur, Bremen Zwei, kulturradio (rbb) und SWR2 sowie zeitversetzt auf NDR Kultur und SR 2 KulturRadio übertragen und ist auch als Live-Videostream auf hoerspieltage.ARD.de zu erleben.