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Film und Medien Stiftung NRWNewsPressemitteilungenDeutscher Kinderhörspielpreis 2002 an „Angstmän“

Deutscher Kinderhörspielpreis 2002 an „Angstmän“

Preis der Kinderjury ebenfalls an „Angstmän“ Karin Clement hat die Schirmherrschaft

Hartmut el Kurdi („Angstmän“) ist der Preisträger des Deutschen Kinderhörspielpreises 2002, den die Filmstiftung Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit der Stadt Wuppertal am 30. Juni im Rahmen eines Kinderfestes in Wuppertal verleiht. Karin Clement hat die Schirmherrschaft für den Preis übernommen. Auf dem stetig wachsenden Markt der Hörspielproduktionen für Kinder hilft der Deutsche Kinderhörspielpreis bei der Auswahl gutgemachter und kindgerechter Hörstücke.

Der Deutsche Kinderhörspielpreis, der alle zwei Jahre vergeben wird, ist mit insgesamt 6.135 Euro dotiert. Aus über 50 eingereichten Kinderhörspielen hat die Kritikerjury einstimmig „Angstmän“ von Hartmut El Kurdi zum Sieger gekürt. Die moderne Geschichte, die Regisseur Klaus-Michael Klingsporn für das DeutschlandRadio Berlin realisierte, handelt von dem Mädchen Jennifer, die durch die Konfrontation mit dem Titelheld Angstmän und seinem Gegenspieler Pöbelmän viel über das Entstehen von Angst und Gewalt lernt und wie man damit umgeht. Zur Jury gehörten Frank Olbert (Vorsitz), Richard Stang, Heide German, Karin Lorenz und Hermann Schulz.

Die Kinderjury bestand aus acht Wuppertaler Schülern im Alter von acht bis neun Jahren. Die Kinder entschieden sich ebenfalls für „Angstmän“.

Die Begründungen der Jurys:

Gewinner des diesjährigen Wettbewerbs um den Deutschen Kinder-hörspielpreis ist Hartmut El Kurdis Stück „Angstmän“, DeutschlandRadio Berlin 2001, Länge 52´24, Erstsendung 21.1.2001

Begründung der Kritikerjury:

Jennifer allein zuhaus. Da könnte man doch verbotenerweise die Lieblingspizza bestellen, „mit allem“ und doppelt Käse oben drauf; man könnte mit Schuhen auf dem Sofa herumlümmeln und sich durch das Fernsehprogramm zappen; man könnte … wäre da nicht dieses langsam heran schleichende klamme Gefühl, das Jennifer schließlich doch in den Kleiderschrank treibt. Dort aber sitzt schon einer: Angstmän, Hartmut El Kurdis schlotternder Titelheld, durchs Universum gejagt von seinem unerbittlichen Gegenspieler namens Pöbelmän.

Das ist die Figurenkonstellation dieses nach einem Theaterstück entstandenen Hörspiels, das mit unangestrengtem Witz Elemente des Comic mit genauem Realismus verbindet. Konfrontiert mit zwei Superman-Karikaturen wächst die furchtsame Jennifer über sich hinaus und wird zu Jennifermän: Dass der ewige Rüpel Pöbelmän Gründe für sein Verhalten hat, lernt sie dabei ebenso wie die Tatsache, dass auch ein Angsthase mutig sein kann. Es ist die psychologische Qualität dieses Hörspiels, die Entstehung von Gewalt ebenso zu beleuchten wie Strategien, Angst zu bewältigen, ohne jemals pädagogisch oder belehrend zu wirken. Es ist kindgerecht auch in seinen Sprachspielen, und es überzeugt durch die Spielfreude seiner Darsteller Tabea Sitte (Jennifer), Lars Rudolph (Angstmän) und Tom Quaas (Pöbelmän). Am Ende meldet sich Jennifers Mutter (Conny Wolter) am Telefon, doch viel zu sagen hat sie nicht. Diese Geschichte spielt sich unter Superhelden ab.

Eine lobende Erwähnung spricht die Jury für das Hörspiel „Eine Nacht ohne Schlaf“ nach dem gleichnamigen, im Verlag Sauerländer erschienenen Buch von Manz’ie aus. Das Hörspiel entstand unter der Regie von Klaus-Dieter Pittrich für den WDR und übersetzt die poetische Atmosphäre des Romans einfühlsam ins Akustische. Wir hören zu, wie der Protagonist Michael zum Teil unter Schmerzen erwachsen wird, und wir hören, welche Rolle ein mit allen Wassern gewaschener Straßenköter dabei spielt, der mit der Stimme der unvergleichlichen Sophie Rois mehr als lebenserfahren wirkt.

Statement der Kinder des 3. und 4. Schuljahres der Gemeinschafts-grundschule Nützenberger Straße (Wuppertal):

„Das Hörspiel spricht Große und Kleine an. Es erzählt von Dingen, die Kindern passieren: Angst haben, sich streiten, sich vertragen. Die Stimmen passen toll zu den gespielten Figuren, das Stück ist von Anfang bis Ende spannend und witzig und hat alles, was eine Geschichte haben muss.“