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Film und Medien Stiftung NRWNewsNewsDrehschluss für „Meinen Hass bekommt ihr nicht“

Drehschluss für „Meinen Hass bekommt ihr nicht“

Die letzte Klappe ist gefallen: Nach insgesamt 34 Drehtagen in Köln, Paris und Korsika wurden die Dreharbeiten zur filmstiftungsgeförderten Produktion „Meinen Hass bekommt ihr nicht“ unter der Regie von Kilian Riedhof („Gladbeck“, „Der Fall Barschel“, „Sein letztes Rennen“) und unter Einhaltung eines strengen Corona-Arbeitsschutzkonzepts erfolgreich abgeschlossen.

Der Film erzählt die Geschichte von Antoine Leiris, der beim Terroranschlag auf das Pariser „Bataclan“ seine Ehefrau Hélène verliert und mit dem gemeinsamen 17 Monate alten Sohn Melvil zurückbleibt. In einem Facebook-Post stellt er dem Hass der Attentäter die Liebe zu seinem Sohn entgegen. Doch innerlich kämpft er mit sich, mit der Wut und Verzweiflung, denen er sich nicht hingeben will. Der Film beleuchtet die Tage nach dem Ereignis, das weltweit für Anteilnahme sorgte, aus der sehr persönlichen Perspektive eines Vaters, der sich auf einmal allein um seinen kleinen Sohn kümmern muss. Es ist die Momentaufnahme eines Lebens im Ausnahmezustand und schließlich einem zerbrechlichen Neubeginn.

„Meinen Hass bekommt ihr nicht“ wird produziert von Komplizen Film, in Koproduktion mit Haut & Court (Frankreich) und Frakas Productions (Belgien). Weitere Koproduzenten auf deutscher Seite sind NDR/arte, TOBIS, Erfttal Film- und Fernsehproduktion und MMC Movies Köln. TOBIS wird den Film in die deutschen und österreichischen Kinos bringen. Den Weltvertrieb hat Beta Cinema übernommen.

Darüber hinaus wird das Projekt durch Fördermittel der Film- und Medienstiftung NRW, dem Deutschen Filmförderfond, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Eurimages, der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, der Filmförderungsanstalt, CNC German-French Mini-Traité, Belgian Tax Shelter, Canal+/Cine+, Wallimages, Cofinova, Proximus, RTBF sowie von Indéfilms finanziert.

(v.l.n.r.) Kameramann Manu Dacosse, Hauptdarsteller Zoé Iorio und Pierre Deladonchamps, Regisseur Kilian Riedhof, Produzentin Janine Jackowski (Komplizen Film) © TOBIS Film/Anne Wilk

Zum Inhalt:
Die Anschlagsserie am 13. November 2015 in Paris vor dem Stade de France sowie in den Ausgehvierteln im 10. und 11. Arrondissement zählt zu den schlimmsten in der französischen Nachkriegsgeschichte und forderte insgesamt 130 Menschenleben. Auch Antoine Leiris (Pierre Deladonchamps) sah seine Frau Hélène (Camélia Jordana) an jenem Abend zum letzten Mal. Sie wurde mit 89 weiteren Personen während eines Konzerts im Pariser Club Le Bataclan Opfer eines Terroranschlags. Während Frankreich traumatisiert versucht, eine Erklärung für das Unfassbare zu finden, postet Antoine einen offenen Brief auf Facebook. In bewegenden Worten wendet sich der Journalist darin an die Attentäter: „Freitagabend habt ihr das Leben eines außerordentlichen Wesens geraubt, das der Liebe meines Lebens, der Mutter meines Sohnes. Aber meinen Hass bekommt ihr nicht…“. Die Botschaft geht um die Welt – die Zeitung Le Monde druckt den Text auf ihrer Titelseite. Fünf Tage nach dem Anschlag sitzt Antoine in einem Fernsehstudio. Interviews mit BBC und CNN folgen. Doch der nach außen so tapfere Antoine kämpft innerlich mit dem Hass, dem er eigentlich keinen Raum geben wollte. Erst als er merkt, wie sehr sein kleiner Sohn Melvil (Zoé Iorio) ihn braucht, stellt Antoine sich seiner Aufgabe: Zu leben, ohne den Verlust auszublenden und einen Neubeginn zu wagen. Einen Neubeginn, der um die Fragilität des Glücks weiß, aber den Glauben an ein gutes Morgen nicht verliert.

Für das Drehbuch, basierend auf dem gleichnamigen Bestseller von Antoine Leiris, wurden die Autoren Jan Braren, Marc Blöbaum und Kilian Riedhof mit dem Deutschen Drehbuchpreis 2020 ausgezeichnet. Die Kamera führte Manuel Dacosse. In den Hauptrollen der deutsch-französisch-belgischen Koproduktion sind Pierre Deladonchamps als Antoine und Camélia Jordana als seine Frau Hélène zu sehen. Sohn Melvil wird von Zoé Iorio verkörpert.