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Edimotion: Preisträger:innen der Schnitt Preise 2023

Nach vier intensiven Festivaltagen endete gestern Abend, am Montag, den 16. Oktober 2023, die 23. Ausgabe von EDIMOTION. Im Kölner Filmforum NRW im Museum Ludwig wurden feierlich die Schnitt Preise 2023 für Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilm vergeben. Die Laudatio für Ehrenpreisträgerin Gisela Zick hielt Regisseur Andreas Kleinert.

In diesem Jahr erhielt Andrea Mertens für den filmstiftungsgeförderten Film „Meinen Hass bekommt ihr nicht (R: Kilian Riedhof) den Filmstiftung NRW Schnitt Preis Spielfilm, dotiert mit 7.500 Euro. Die Jury – bestehend aus Thomas Bachmann (Editor), Neelesha Barthel (Regisseurin, Drehbuchautorin), Joachim Ortmanns (Produzent), Sabrina Schneider (Förderreferentin Film- und Medienstiftung NRW) und Eva Testor (Bildgestalterin, Drehbuchautorin) – begründete ihre Entscheidung wie folgt:  „Die Dramatik der Ereignisse zu Beginn lässt sich nicht steigern und trotzdem entfacht die Geschichte einen Sog, der uns nicht mehr loslässt. Hier liegt die Herausforderung in der Montage: Die Spannung zu halten. Dies gelingt der Editorin, indem sie sich auf das Innenleben  der Figuren konzentriert. Sie hat die Gratwanderung gemeistert, uns ihre Ambivalenz emphatisch und vielschichtig nahezubringen. Die virtuose Montage – Rhythmuswechsel, organisch weich oder  hart brutal – drängt sich nicht auf, sondern trägt durch die  dramatische Handlung und macht den plötzlichen inneren und  äußeren Zusammenbruch der Welt spürbar.” 

Der Bild-Kunst Schnitt Preis Dokumentarfilm, ebenfalls mit 7.500 Euro dotiert, wurde an Carina Mergens für die Montage des ebenfalls filmstiftungsgeförderten Dokumentarfilms „Igor Levit – No Fear (R: Regina Schilling) vergeben: „Die Montage des Porträtfilms, den wir einstimmig auszeichnen, traut sich einiges. Unschärfen bleiben drin. Intime künstlerische Schaffensprozesse dürfen Dauer haben. Statt Klassikkitsch sehen wir raues, wahrhaftiges Material. Es wird geschwitzt, geflucht, auch mal das Gespräch verweigert. Die ganze Lebensgeschichte muss nicht aufgerollt werden – es ist der Moment der zählt. Die Konzerte des Pianisten Igor Levit verdichtet der Schnitt und beweist dabei eine eigene Musikalität der Bilder. Und er geht noch weiter: mit pointiertem Humor greift er Levits Kommunikationsmittel auf und baut zwischen Beethoven, Twitter und Instagram überraschende Pointen“, so die Jury des Bild-Kunst Schnitt Preis Dokumentarfilm mit Wolfgang Bergmann (Produzent), Johanna Faust (Künstlerin, Filmemacherin), Maya McKechneay (Filmkritikerin,Filmemacherin), Insa Onken (Filmemacherin) und Anja Pohl (Editorin).

Der The Edit Space Förderpreis Schnitt, dotiert mit 2.500 Euro, ging an Selin Dettwiler für die Montage des Kurzfilms „Bär. Der Preis wurde von der Spielfilm- und Dokumentarfilmjury gemeinsam mit folgender Begründung vergeben: „Ein Film, der von der ersten Einstellung an überrascht. Von der Überraschung bewegt er sich zur Komik. Obwohl in seinem Zentrum die Gefühle einer Filmemacherin stehen, die in dem Material eines Amateurfilmers etwas findet, das sie abstößt. Ein Stapel von Videokassetten, Naturaufnahmen – und dann plötzlich voyeuristische Bilder von Frauen, gedreht ohne deren Wissen und Einverständnis von einem Mann. Wie umgehen mit diesen „falschen Bildern“, die es eigentlich gar nicht geben dürfte? In der Montage treffen der weibliche Blick der Editorin sowie der Filmemacherin auf den männlichen Blick des Naturfilmers. Der Schnitt zeigt manches und entscheidet sich bewusst, anderes nicht zu zeigen. Er nutzt die Irritation produktiv um „the Gaze“, das Anschauen, die Vereinnahmung, das zum Objekt machen, in einen offenen Dialog zu überführen. „Bär“ ist ein kluger, menschlicher Film über ein Thema, das uns alle betrifft.”

Vier Tage lang, vom 13. bis 16. Oktober 2023, präsentierte EDIMOTION insgesamt 15 nominierte Filme in den Kategorien Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilm. Diese wurden von intensiven Gesprächen mit den anwesenden nominierten Editor*innen begleitet. Ein umfangreiches Rahmenprogramm mit dem Themenschwerpunkt "Teilhabe" ergänzte das Programm. Das Gastland dieses Jahres war die Türkei.

Am Ende der Preisverleihung wurde die neue organisatorische Leitung von EDIMOTION vorgestellt. Jenny Krüger verabschiedet sich nach neun Ausgaben aus dem Tagesgeschäft und übergibt an Tama Tobias-Macht, die künftig für die Organisation des Festivals verantwortlich zeichnet. Jenny Krüger begleitet das Festival weiterhin als Geschäftsführerin und – gemeinsam mit der künstlerischen Leiterin Kyra Scheurer und Kurator Dietmar Kraus – als Gesellschafterin.

Die 24. Ausgabe von EDIMOTION findet vom 11. bis 14. Oktober 2024 statt.

EDIMOTION wird veranstaltet mit Förderung der Film- und Medienstiftung NRW, der Stiftung Kulturwerk der VG Bild-Kunst, des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und des Kulturamts der Stadt Köln.