Film und Medien Stiftung NRWNewsNewsEinführung Film- und Kinokongress 2018

Einführung Film- und Kinokongress 2018

Mit einem einführenden Vortrag hat der Vorstand der Filmförderungsanstalt (FFA), Peter Dinges, am frühen Nachmittag des 6. November die achte Ausgabe des Film- und Kinokongress NRW eröffnet. Der Branchentreff wurde in den Räumen des Kölnischen Kunstvereins von der Film- und Medienstiftung NRW in Kooperation mit dem Creative Europe Desk NRW veranstaltet.

Dinges richtete seinen Blick zunächst auf den allgemein positiven Trend in der Kreativwirtschaft und vor allem in der Produktion von TV-Serien, die nicht zuletzt durch die Investitionen der großen Anbieter von Streaming-Plattformen forciert werde. Der FFA-Vorstand hob bei seiner Beschreibung des Serien-Booms auch die Tatsache hervor, dass zuvor konkurrierende Marktteilnehmer nun gemeinsam für erfolgreiche Projekte verantwortlich seien. Dinges spielte damit vor allem auf die deutsche Erfolgsserie „Babylon Berlin“ an, die als Zusammenarbeit der öffentlich-rechtlichen ARD mit dem Pay-TV-Anbieter Sky entstanden ist.

Peter Dinges © Ralph Sondermann

Bezüglich des Kinojahres in Deutschland hatte er allerdings enttäuschende Nachrichten zu vermelden. Gegenüber 2017 sei bislang ein Rückgang bei den Besucherzahlen um rund 19 Prozent zu verzeichnen, führte Dinges aus. Dies könne man allerdings nicht nur am sommerlichen Wetter und an konkurrierenden Ereignissen wie der Fußball-Weltmeisterschaft festmachen. In den französischen Kinos etwa sei nur ein Besucherrückgang um rund vier Prozent zu verzeichnen. Das Kino sei auch in Deutschland ein Kulturort und ein Ort der gesellschaftlichen Zusammenkunft. Es sei zudem politischer als andere Medien, sagte Dinges unter anderem mit Blick auf Filmemacher wie den Ukrainer Oleg Sentsov, die wegen ihrer Überzeugungen im Gefängnis säßen.

Der FFA-Vorstand regt eine deutliche Stärkung des Standorts Kino an. Dabei gelte es, den aus seiner Sicht zu geringen Anteil der Kinoförderung an der gesamten Filmförderung in Deutschland zu überdenken. Zudem forderte Dinges ein klares Bekenntnis der Politik zum Kino.