EUROPÄISCHER DOKUMENTARFILMPREIS: Haus des Dokumentarfilms und Film- und Medienstiftung NRW zeichnen Lebenswerk aus
Zum ersten Mal vergeben das Haus des Dokumentarfilms – Europäisches Medienforum Stuttgart e.V. und die Film- und Medienstiftung NRW in diesem Jahr den EUROPÄISCHEN DOKUMENTARFILMPREIS. Die Auszeichnung ist mit 15.000 Euro dotiert und würdigt das Lebenswerk einer oder eines europäischen Filmschaffenden. Die feierliche Preisverleihung findet am 18. Juni 2026 in Stuttgart statt und ist eingebettet in den Branchenkongress DOKVILLE, der am 18. und 19. Juni im Hospitalhof tagt.
Zur gemeinsamen Initiative mit dem Haus des Dokumentarfilms erklärt Walid Nakschbandi, Geschäftsführer der Film- und Medienstiftung NRW, die das Preisgeld stiftet: „Der europäische Dokumentarfilm besitzt eine besondere Kraft: Er eröffnet uns den Blick über nationale Grenzen hinaus und macht Europa in seiner Vielstimmigkeit erfahrbar. Indem er unterschiedliche Perspektiven, Lebensrealitäten und kulturelle Prägungen zusammenführt, schafft er ein gemeinsames Verständnis dessen, was unsere Gesellschaften bewegt. Gerade heute ist es wichtiger denn je, über Grenzen hinweg zu schauen, Verbindungen sichtbar zu machen und Dialog zu ermöglichen. Mit dem EUROPÄISCHEN DOKUMENTARFILMPREIS würdigen wir Filmschaffende, die mit ihren Arbeiten genau diesen offenen, verbindenden Blick fördern und Europa immer wieder neu erzählen.“ Für die erstmalige Vergabe haben das Haus des Dokumentarfilms und die Film- und Medienstiftung NRW gemeinsam zwanzig Regisseurinnen und Regisseure aus verschiedenen europäischen Ländern nominiert, über die eine unabhängige Jury Ende Mai nicht-öffentlich entscheidet.
Künftig soll der EUROPÄISCHE DOKUMENTARFILMPREIS jährlich alternierend in Köln und Stuttgart verliehen werden. Die beiden Ausrichter wollen mit ihrer Initiative auch ein Signal setzen, dem Dokumentarfilm den Raum zu erhalten, den er in der heutigen Medienlandschaft verdient. „Dokumentarfilme sind immer auch Vehikel einer Gegeninformation“, so Eric Friedler, Geschäftsführer im Haus des Dokumentarfilms. „Die Wirkmacht des Dokumentarfilms, nämlich mit Bildern aus der Wirklichkeit zu erzählen, kommt aus der genauen und unverstellten Beobachtung. Dokumentarfilmschaffenden geht und ging es stets um einen aufklärerischen Mehrwert, der über das Abgebildete hinausweist. Ihre Werke schärfen nicht nur unser Bewusstsein für politische und historische Prozesse, sondern laden uns immer auch ein, Grenzen – ob selbst- oder fremdgesetzte – in Frage zu stellen.“
Über den oder die Preisträger:in, dessen oder deren Lebenswerk am 18. Juni in Stuttgart gewürdigt wird, entscheidet Ende Mai eine unabhängige Jury unter dem Vorsitz von Wim Wenders. Ihre Mitglieder sind: Nathalie Wappler (Medienmanagerin), Bettina Reitz (Film- und Medienmanagerin), Ulrike Becker (Journalistin), Hella Wenders (Regisseurin), Walid Nakschbandi (Geschäftsführer Film- und Medienstiftung NRW) und Eric Friedler (Geschäftsführer Haus des Dokumentarfilms). Die Geschäftsstelle des Preises liegt beim Haus des Dokumentarfilms.