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Film und Medien Stiftung NRWNewsFördermeldungenFilm- und Medienstiftung NRW vergibt 438.000 Euro für 20 Low Budget Projekte

Film- und Medienstiftung NRW vergibt 438.000 Euro für 20 Low Budget Projekte

Düsseldorf, 13. Juni 2016. In der zweiten Fördersitzung des laufenden Jahres für Low Budget Projekte förderte die Film- und Medienstiftung NRW in den Bereichen Drehbuch, Spielfilm, Kurzfilm, Dokumentarfilm, Postproduktion sowie Animations- und Experimentalfilm.


Spielfilm

„Arrhytmie“, Produzent: Color of May, Regie: Boris Khlebnikov, Förderung: 50.000 Euro
Notarzt Oleg liegt es am Herzen, seinen Patienten zu helfen. Er sieht sich jedoch konfrontiert mit einem „reformierten“ Gesundheitssystem und einem Chef, der pedantisch die neuen Regeln durchsetzt. Im Vordergrund steht nicht mehr der Patient, sondern kaltes Reglement.

„Rojo – Rot“, Produzent: Sutor Kolonko, Regie: Benjamin Naishtat, Förderung: 35.000 Euro
Argentinien Mitte der siebziger Jahre. Eine noch nie da gewesene Welle politischer Gewalt breitet sich im Land aus. Eine gute Zeit für schlechte Taten.

Dokumentarfilm

„Asi mit Niwoh – die Jürgen Zeltinger Geschichte“, Produzent: field recordings film, Regie: Oliver Schwabe, Förderung: 50.000 Euro
Die Hommage an ein Kölner Original beleuchtet den Sänger Jürgen Zeltinger, der sich über die Jahre treu geblieben ist, kölsche Mentalität und Humor auf sich vereint und nun zufrieden in den Herbst seines Lebens rockt.

„Mord mit Ansage“, Produzent: Tag/Traum, Regie: Andrei Schwartz, Förderung: 40.000 Euro
Als das 14jährige Hausmädchen Fatima Osaadan an den Folgen der Misshandlungen stirbt, die ihr von der Familie, in der sie arbeitet, zugefügt wurden, geht eine Welle der Empörung durch Marokko. Der Film untersucht die Umstände und entwirft ein Psychogramm der marokkanischen Gesellschaft.

„Neue Häuser in verlassenen Dörfern“, Produzent: Benda Film, Regie: Daniel Huhn, Förderung: 40.000 Euro
Zwischen alten, einfachen Häusern in Erind ragen vereinzelt schicke Neubauten hervor. Ein Bild, das Symbolcharakter für die wirtschaftlichen Vorteile, aber auch die sozialen Herausforderungen der extremen Auswanderung und Rücküberweisung hat.

„Deutsch werden“, Produzent: Büchner Filmproduktion, Regie: Dario Aguirre, Förderung: 25.000 Euro
Aus Anlass seiner Einbürgerung beschäftigt sich Aguirre, der seit 15 Jahren in Deutschland lebt, damit, was Deutsch sein heißt und wie Integration gelingen kann.

„Stress“, Produktion und Regie: Florian Baron, Förderung: 12.000 Euro
Der dokumentarische Experimentalfilm beleuchtet junge US-amerikanische Kriegsveteranen und deren Probleme, nach ihren Einsätzen in ein geregeltes Leben zurück zu finden.


Kurzfilm

„Color Fantasy“ (AT), Produzent: Elbe Stevens Film, Regie: Lina Sieckmann, Miriam Gossing, Förderung: 20.000 Euro
Der experimentelle Dokumentarfilm beschäftigt sich mit dem Phänomen Minicruise in unserer heutigen globalisierten Gesellschaft. Welche Rolle kommt dem Begriff Freizeit innerhalb einer zunehmend durch den Leistungsimperativ geprägten Gesellschaft zu?

„Elefant-Ride“, Produzent: Florian Pawliczek, Regie: Johannes Klais, Förderung: 16.000 Euro
Es gibt sie als Elefanten, Formel-Eins-Flitzer oder Raumschiffe. Fast unsichtbar stehen sie vor Apotheken, Gemüseläden oder Schreibwarengeschäften in den Fußgängerzonen: Kinderfahrautomaten. Der Dokumentarfilm portraitiert diese herrlichen analogen Maschinen und die Menschen, denen sie gehören und die, denen wir bei ihrer Entdeckung begegnen.

„Cocci“, Produzent: Salto Film, Regie: Sven O. Hill, Förderung: 15.000 Euro
Der Mix aus Found-Footage- und Animadok-Film erzählt die Geschichte des Dackel Cocci, der 1985 in Berlin West ausbüxt und die unbekannte Welt hinter der Berliner Mauer erkundet. Die Sicherheitsorgane der DDR setzen Cocci fest und betreiben seine Rückgabe an die Westberliner Behörden mit dem Aufwand eines Agentenaustauschs.

„Tigersprung“, Produzent: Kaizmann, Rosenthal & Seibert, Regie: Boaz Kaizman, Marcus Seibert, Förderung: 15.000 Euro
1940 wurde der Ehrenfelder Radfahrer Albert Richter von der Gestapo ermordet. Sein Manager Ernst Berliner, der als Jude den Krieg überlebte, reiste in den sechziger Jahren nach Köln, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Anhand der Ermittlungsakten wird das vollständige Scheitern gezeigt, den von den Nazis diskreditierten Kölner Weltmeister zu rehabilitieren.

„Heimat im Abseits“, Produzent: Zinnober Film, Regie: Wisam Zureik, Förderung: 15.000 Euro
Im neugegründeten jüdischen Staat Israel lebten weiterhin Palästinenser. Heute machen sie 20% der Gesamtbevölkerung aus und vermehren sich schneller als die jüdischen Bürger. Sie werden als Störfaktor wahrgenommen und haben ungleiche Rechte gegenüber den jüdischen Bürgern. Der Film begleitet vier palästinensische Israelis in ihrem schwierigen Alltag.

„Abschied ohne Rückkehr“, Produzent: Herz Filmproduktion, Regie: Horst Herz, Förderung: 15.000 Euro
Die 92jährige Inge H., ehemalige Fabrikarbeiterin, muss ins Pflegeheim. Was bleibt von ihrem Zuhause? Was ist „das Zuhause“, und welche Geschichten erzählen die vielen Dinge, die zurückbleiben?

„Vergewaltigt wird hier keiner“, Produzent und Regie: Alice Gruia, Förderung: 12.000 Euro
In 15 Minuten klingelt es. Ein Kammerspiel über ein junges Paar, das mit zwei Fremden zum Gruppensex verabredet ist.

„Liebe“, Produzent und Regie: Jessica Koppe, Förderung: 8.000 Euro
In einer fiktiven Stadt suchen Menschen nach Liebe. Acht unterschiedliche Menschen und eine Katze werden bei der Suche nach dem größten aller Gefühle begleitet. Auch wenn jeder eine ganz eigene Vorstellung von Liebe hat, finden sie sie letztendlich dort, wo sie sie gar nicht erwarten.

Animation / Experimentalfilm

„Schwarz, Rot, Gelb“, Produzent: Colmenares, Morales, Gieren, Menestrey, Moromisato, Neubaer, Regie: Jessica Neubauer, Förderung: 15.000 Euro
Der animierte Kurzfilm erzählt vom Beobachten sowie den Gefühlen und Gedanken der Flüchtlinge, die erst vor kurzem nach Deutschland gekommen sind.

„K’ar (Tas)“, Produzent: Gieren & Saleh Film, Regie: Senem Gökçe Oğultekin, Förderung: 10.000 Euro
Der Tanzfilm erzählt die Geschichte von K und R, die zu den Ruinen der verlassenen Stadt Ani kommen und die dort erstarrte Zeit mit ihren Körpern in die Gegenwart rufen. So bringen sie die unter den Steinen begrabene Geschichte in Bewegung.

Drehbuch

„Schwester Sofias Reise“, Autor Anna Ditges, Förderung: 10.000 Euro
Die Ordensschwester Sofia setzt sich im Bonner Ghetto Tannenbusch für Flüchtlinge ein. Als sie den syrischen Kurden Haias nach Deutschland holt, verliebt sie sich in den fremden Mann. Ihr Leben gerät ins Wanken.

„Ich weiss nicht was es ist aber es kommt direkt auf uns zu“, Autor Clemente Fernandez-Gil, Förderung: 10.000 Euro
Als Mark unerwartet stirbt, sollen seine besten Freunde sich um seine Beerdigung kümmern. Jeder hütet ein Geheimnis, das ihn auf peinliche Weise mit ihm verbindet. Je näher der Tag der Beerdigung rückt, desto schwieriger wird es, die Geheimnisse unter Verschluss zu halten. Doch wenn die ans Licht kämen, wäre an eine gemeinsame Beerdigung nicht zu denken.

Produktionsnachbereitung

„Happiness“, Produzent: Rapid Eye Movies, Regie: Sabu, Förderung: 25.000 Euro
Ein Mann namens Kanzaki kommt mit einer großen Box in die Kleinstadt. In dieser Box hat er einen seltsamen Helm, der eine mysteriöse Kraft hat. Er kann die Einwohner, die die Hoffnung verloren haben und ein dumpfes Leben führen, wieder ermutigen. Die Stadtverwaltung bittet ihn, für eine Weile in der Stadt zu bleiben. Niemand ahnt, weshalb Kanzaki diese Stadt gewählt hat.

Als Jury für die Förderentscheidungen benannte das Filmbüro NW den Regisseur Züli Aladag, die Autorin Karin Kaci und die Produzentin Dagmar Niehage.

Für weitere Informationen: Film- und Medienstiftung NRW, Erna Kiefer, Tel.: 0211-9305022,