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Film und Medien Stiftung NRWNewsFördermeldungenFilm- und Medienstiftung NRW vergibt 549.900 Euro für 19 Low Budget-Projekte

Film- und Medienstiftung NRW vergibt 549.900 Euro für 19 Low Budget-Projekte

Die Förderung geht an vier Spielfilme, drei Dokumentarfilme, fünf Kurz- und einen Animationsfilm sowie drei Drehbücher, zwei Projektvorbereitungen und eine Postproduktion.

Spielfilm

„Living Like Candice“, Produktion: Dirk Rosenlöcher Media Service,
Buch und Regie: Dirk Rosenlöcher, 
Förderung: 75.000 Euro
Friedemann will zur Kirmes, um einen Drogendeal abzuwickeln, da begegnet er der lebenshungrigen Candice, die ihn spontan begleitet – eine aufreibende Nacht beginnt. Als Friedemann erfährt, dass Candice plant, aktive Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen, brechen die verdrängten Erinnerungen an den erst kurz zurückliegenden Suizid seiner Mutter über ihn herein. Autor und Regisseur Dirk Rosenlöcher hat nach dem Bachelor im Bereich Film und Sound an der FH Dortmund das postgraduierten Diplom an der Kölner KHM abgeschlossen.

„Púan“, Produktion: Pandora Film, Buch und Regie: María Alché, Benjamin Naishtat,
Förderung: 55.000 Euro

Marcelo hat sich an der philosophischen Fakultät „Puán“ der Universität von Buenos Aires als Assistent eines berühmten Professors eingerichtet. Mit wenigen persönlichen Ambitionen unterstützt er nach Kräften seine Frau Eli, eine Gallionsfigur der feministischen Bewegung. Als der Professor plötzlich stirbt muss Marcelo entscheiden, ob er gegen den aus Europa zurückgekehrten, charismatischen Rafael um die Nachfolge antritt. Beide Filmemacher:innen wurden auch mit ihren letzten, vielfach ausgezeichneten Werken gefördert.

„Siebzehn Sein“, Produktion: unafilm, Buch und Regie: Giorgi Mukhadze, Förderung: 40.000 Euro
Für die 17-jährigen Arno, Jessica und Guro wird nach ihrer Bekanntschaft der Sommer in einem sowjetischen Ghetto von Tiflis zwischen Wasserball, Drogen und einer fatalen Liebe verlaufen. Giorgi Mukhadze gibt sein Kinolangfilmdebüt mit sehr persönlichen Geschichten, die er in seinem Umfeld erlebt hat.

„Double Happiness“, Produktion: Pandora Film und Vertriebs KG, Buch: Andrei Epure,
Regie: Sebastian Mihailescu, Förderung: 50.000 Euro

Camil wacht eines Nachts ohne seinen Penis auf. Der Alptraum setzt sich fort, als auch seine Partnerin verschwindet. Er macht sich auf die Suche nach ihr und trifft irgendwo in den Bergen, getarnt in Frauenkleidern, auf einen Geheimbund, der sich der Fruchtbarkeit verschrieben hat. Dort entdeckt er etwas noch weitaus Beunruhigenderes. Regisseur Sebastian Mihailescu gibt nach vielfach ausgezeichneten Kurzfilmen sein Langfilmdebüt.

Dokumentarfilm

„Reas“, Produktion: Sutor Kolonko, Buch und Regie: Lola Arias, Förderung: 60.000 Euro
Das dokumentarische Musical der Regisseurin Lola Arias spielt im Frauengefängnis von Ezeiza, Buenos Aires, in dem Frauen und Trans*personen ihre Strafen absitzen. Die Insassinnen übernehmen die Hauptrollen und rekonstruieren Szenen aus ihrer Vergangenheit und imaginieren Szenen einer möglichen Zukunft. Dabei performen, singen und tanzen sie selbst.

„Die Rückkehr vom anderen Planeten – Die drei Leben von Ka-Tzetnik 135633“,
Produktion: 2Pilots Filmproduction, Buch und Regie: Assaf Lapid, Förderung: 50.000 Euro

Der Autor Ka-Tzetnik prägte Israels Wahrnehmung des Holocausts und den Begriff „Anderer Planet“ für Auschwitz. Im Eichmann-Prozess fiel er im Zeugenstand in Ohnmacht. Dann, nach einer LSD-Behandlung, in der er sich selbst als SS-Offizier sah, gab er den „Anderen Planeten“ auf. In seinem letzten Buch schrieb er „Wo immer es Menschen gibt, da ist auch ein Auschwitz möglich. Die Menschheit selbst hat die Wahl.“

„Smiling Georgia“, Produktion: Color of May, Buch und Regie: Luka Beradze,
Förderung: 25.000 Euro

Georgische Dorfbewohner werden 2012 Opfer von politischer Propaganda: Die Wahlkampagne „Smiling Georgia" lässt sie seinerzeit zahnlos zurück, obwohl ihnen neue Zähne versprochen wurden. 2020 sind wieder Wahlen. Auf neue Hoffnungen folgen neue Enttäuschungen. Schließlich wollen die Bewohner ihre Prothesen bei Präsident Saarkashvili einfordern. Yana Höhnerbach, Absolventin der ifs internationale filmschule köln, übernimmt den Schnitt.

Kurzfilm 

„Gut, danke.“, Produktion: Shane Gerber, Buch: Niklas Geiling, Hannes Linder, Regie: Niklas Geiling, Förderung: 17.900 Euro
Der plötzliche Todesfall der Ehefrau und Mutter wirft das Leben von Torsten und Emma über den Haufen und wir begleiten die beiden Protagonist:innen auf dem Weg zur schlussendlichen Akzeptanz des Todes eines geliebten Menschen durch die fünf Trauerphasen nach Elisabeth Kübler-Ross. Niklas Geiling gibt mit dem Film sein Kurzfilm-Debüt.

„Zeit der Unschuld“, Produktion, Buch und Regie: Maximilian Bungarten, Förderung: 17.000 Euro
„Zeit der Unschuld“ kombiniert fiktionale und reale Elemente um das Leben in Mechernich, einer Kleinstadt im Rheinland zu beschreiben. Das Resultat dieser Mischung ist ein Film, der das Leben und die Perspektiven der Bewohner:innen von Mechernich einfängt und gleichzeitig den Verlust durch Veränderung und durch die verstreichende Zeit für Menschen und deren Orte beschreibt.

„Two Times Two“, Produktion: Coin Film, Buch und Regie: Andrey M. Paounov,
Förderung: 15.000 Euro

Ein Tag, zwei Jungs, zusammengeklaute Autoteile, ein Basketball und jede Menge Schläge. Der bulgarische Regisseur Andrey M. Paounov wird den Kurzfilm in zwei Einstellungen drehen. Der Kölner Tonmeister Andreas Hildebrandt übernimmt das Sounddesign. Samuel und Esra Finzi sind in den Hauptrollen zu sehen.

„Eina“, Produktion, Buch und Regie: Thomas und Michael Vella, Förderung: 15.000 Euro
Auf einer Kajak-Tour in Skandinavien kentert eine junge Frau und verliert ihre Ausrüstung.
Als nach mehreren Fehlschlägen ihre Hoffnung auf Rettung schwindet, versucht sie zu Fuß zurück in die Zivilisation zu gelangen. In einer besonders kalten Nacht droht sie zu erfrieren, aber als schon alles verloren scheint, bemerkt sie in der Ferne ein Auto, reißt sich noch einmal zusammen und erreicht es mit letzter Kraft. Eine ungeahnte Reise zu sich selbst, eine Geschichte vom Scheitern, Weitermachen und dem Erfahren der eigenen Stärke.

„Du gehörst mir“, Produktion, Buch und Regie: Adi Wojaczek, Förderung: 10.000 Euro
Die beiden ungleichen Freunde Viktor und Siegfried sind Kameraden in der Hitlerjugend. Während Siegried bedingungslos seinen emotionalen Halt in der Hitlerjugend findet und in dieser Gemeinschaft vollends aufgeht, interessiert sich der konfliktscheue Viktor völlig altersgerecht für die Natur. Als sie auf dem Land in einer Scheune auf die schlagfertige Jüdin Ursel treffen, entbrennt ein Konflikt, der die Freundschaft der beiden auf die Probe stellt. Adi Wojaczek studierte Filmregie an der Ruhrakademie Schwerte und war bereits viermal in der Vorauswahl der Academy Awards in der Kategorie Kurzfilm.

Kurz-Animation/Experimentalfilm

„Broke Boys“, Produktion, Buch und Regie: Nima Hülshorst, Förderung: 20.000 Euro
Der Film verfolgt das Schicksal einer zusammengewürfelten Truppe aus elendigen Jugendlichen, die ihr Bestes geben, um sich in einer fernen und schrecklich degenerierten Zukunft über Wasser zu halten. In ihrem Raumschiff streifen sie auf der Suche nach Gelegenheitsjobs durch das All und nehmen jede Gefahr auf sich, um endlich wieder essen zu können. Nima Hülshorst studierte an der Kölner KISD, Köln International School of Design.

Postproduktionsförderung

„Zusammen“, Produktion: Trawa Film, Buch und Regie: Jutta Riedel und Mirek Balonis,
Förderung: 20.000 Euro
Porträt der Hamburger Bollenmädels, einer Gruppe engagierter, mittelalter Homosexueller, die sich seit Mitte der 1990er Jahre als Schwarzwaldmädel „auffummelt“ und 2018 dem Brüsseler Manneken Pis ein Kostüm schenkt. Die Filmemacher:innen erhielten für den Film 2020 das Arbeitsstipendium des Landes NRW für die Entwicklung des künstlerischen Dokumentarfilms.

Drehbuchförderung

„Is That All There Is?“, Buch: Kim Lea Sakkal, Förderung: 10.000 Euro
Die Lebenswege einer von Schlaflosigkeit geplagten Hausfrau, einer verschuldeten Immobilienmaklerin und einer Schauspielerin kreuzen sich in einer Geschichte über die Suche nach Zugehörigkeit, in der Zufall und Schicksal in ständiger Konkurrenz zueinander stehen. Kim Lea Sakkal studierte an der Kölner KHM. Ihr Diplomfilm „Intermezzo“ wurde ebenfalls gefördert und feierte seine Premiere beim Filmfestival Max Ophüls.

„Partygirls“, Buch: Felix Maxim Eller, Förderung: 10.000 Euro
Im Coming-Of-Age-Thriller hat eine rebellische Oberstufenschülerin ihr erstes Mal auf einer Hausparty. Als in der Schule Fotos davon verbreitet werden, verbündet sie sich mit der mysteriösen, neuen Mitschülerin Britney um sich zu wehren. Schnell gehen sie zu weit und alles eskaliert. Felix Maxim Eller studierte an der FH Dortmund und war mit seiner Firma „Losttape“ Mediengründerstipendiat.

„Ein Verhältnis“, Buch: Florian Dedek, Förderung: 10.000 Euro
In der Bundesrepublik Deutschland der 80er und 90er Jahre wird ein Liebespaar aus der linken Szene zu Unrecht wegen eines Bombenanschlags und Mitgliedschaft in der Roten Armee Fraktion zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt. Dadurch verlieren sie ihren Sohn, der bei seiner neuen Familie aufwächst. Florian Dedek studierte an der Kölner KHM und ist in diesem Jahr mit der Produktionsfirma „Filmbetrieb“ Mediengründerstipendiat.

Projektvorbereitungsförderung

„Auftrag“, Buch und Regie: Lena Ditte Nissen, Förderung: 25.000 Euro
Auf der sogenannten „Rattenlinie Nord“ flüchteten viele hochrangige Nazi-Funktionäre vor der Kapitulation vor den russischen Truppen Richtung Westen. Auch die Urgroßmutter von Lena Ditte Nissen, die eine mächtige Frau im Nationalsozialismus war, und ihre Großmutter, befanden sich auf Route. Der Dokumentarfilm beleuchtet die Schuld der Täterin und ihre Folgen. Nissen studierte u.a. an der Kölner KHM und der Düsseldorfer Kunstakademie.

„The work of UNHCR“, Buch und Regie: Miguel Müller-Frank, Förderung: 25.000 Euro
Weltweit sind über 80 Millionen Menschen auf der Flucht. Der Dokumentarfilm beleuchtet die Arbeit des UN-Flüchtlingskommissariats UNHCR, der weltweit bedeutendsten Organisation zum Schutz von Flüchtlingen. Miguel Müller-Frank studierte an der Kölner KHM. Sein geförderter Dokumentarfilm „Mit eigenen Augen“ wurde mit dem Filmpreis NRW ausgezeichnet und kommt im Herbst in die Kinos.

Als Jury für die Förderentscheidungen im Bereich Produktion benannte das Filmbüro NW die Dokumentarfilmregisseurin Britt Beyer, die Produzentin Viola Fügen sowie den Spielfilmregisseur Sebastian Ko.

Nächster Einreichtermin für die Vereinfachte Förderung Produktion ist der 17.08.2021.

 

Für weitere Informationen:

Erna Kiefer
Film- und Medienstiftung NRW GmbH
Kaistr. 14
40221 Düsseldorf
0211 93050-22

www.filmstiftung.de