Film- und Medienstiftung NRW vergibt über 220.000 Euro für zehn Abschlussfilm-Projekte
In ihrer 26. Abschlussfilmsitzung förderte die Film- und Medienstiftung NRW zehn neue Abschlussfilme von Studierenden der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) und der FH Dortmund. Die ausgewählten Projekte erzählen eindrucksvolle Geschichten von Selbstfindung, Herkunft, Krankheit, Verlust, Solidarität und Liebe, die auf besondere Art und Weise zeigen, mit welcher Sensibilität und filmischen Kraft der Nachwuchs in NRW gesellschaftliche Themen unserer Zeit aufgreift.
Neues Mitglied der Abschlussfilmjury ist die Filmemacherin Katharina Huber aus Köln.
Langfilm
KADUPULBLÜTEN (AT) – 25.000 Euro
Regie: Richard Andreas Finger
Hochschule: KHM
Als die schwer depressive Adelheid (57) dem Priester Alfons (56) beichtet, dass sie sterben will, wimmelt dieser sie ab – der Beginn einer zarten Liebesgeschichte.
ANFAL – ACHT LEBEN, EIN GENOZID (AT) (Dokumentarfilm) – 20.000 Euro
Regie: Hesamaddin Yousefi
Hochschule: KHM
In bergigen Südkurdistan (Nordirak), zwischen grünen Hügeln, zerstörten Dörfern und entvölkerten Tälern, erheben sich acht Stimmen gegen das Schweigen. Acht Überlebende aus verschiedenen Teilen Südkurdistans erzählen in diesem Dokumentarfilm von den acht Phasen der Anfal-Operation – einer militärisch-systematischen Vernichtungsaktion des irakischen Baath-Regimes gegen die kurdische Bevölkerung im Jahr 1988. „Anfal – Acht Leben, ein Genozid (AT)“ schafft Raum für kollektive Erinnerungen, die über das Kurdische hinaus in eine universelle Sprache des Überlebens, des Traumas und der Würde spricht.
Mittellanger Film
ANCONA NACH PATRAS (AT) – 30.000 Euro
Regie: Maximilian Karakatsanis
Hochschule: KHM
Ein deutscher LKW-Fahrer entwickelt auf seinen Fahrten nach Griechenland eine enge Freundschaft mit einer griechischen Angestellten einer Autofähre. Als sie ihn bittet, sie in ihr abgelegenes Bergdorf auf der Peloponnes zu fahren, um sich von ihrer kranken Mutter zu verabschieden, stimmt er zu, obwohl sein Beruf keine Abweichungen verzeiht.
51 QM (Dokumentarfilm) – 10.922 Euro
Regie: Michael Aldick und Kübra Kenger
Hochschule: FH Dortmund
Der Dokumentarfilm „51 qm“ gewährt einen eindringlichen Einblick in das Leben mit Long Covid und ME/CFS. Einst aktiv im sozialen Bereich und filmisch engagiert, ist sie heute auf 51 Quadratmeter Wohnraum beschränkt. Der Film zeigt die körperlichen und seelischen Herausforderungen dieser unsichtbaren Erkrankungen, darunter extreme Erschöpfung, Reizempfindlichkeit und Isolation. Animierte Traumsequenzen stehen im Kontrast zur Schwere des Alltags und eröffnen einen Raum für Hoffnung. „51 qm“ thematisiert nicht nur den persönlichen Kampf, sondern auch die systematische Vernachlässigung von Betroffenen durch Politik und Gesellschaft.
Kurzfilm
I CAN NOT SAVE YOU, I CAN NOT SAVE ANYONE – 28.000 Euro
Regie: Jiraporn Saelee
Hochschule: KHM
Während Mi mit dem Auto unterwegs ist, um ihren Bruder Meng aus dem Rehabilitationszentrum abzuholen, versinkt sie in Kindheitserinnerungen. Sie fragt sich, warum Meng süchtig geworden ist, während sich Schmerz, Gewalt und tragische Erinnerungen offenbaren.
KAIROS – 28.000 Euro
Regie: Sandra Riedmair
Hochschule: KHM
In einem verblassten Ferienhotel am Roten Meer wartet die 27-jährige Anna auf ihren Vater, den sie über zwanzig Jahren nicht gesehen hat. Während draußen die Korallen sterben und drinnen die Angestellten auf Touristen hoffen, durchlebt Anna die Sehnsucht nach Anerkennung – und entdeckt, dass manche Dinge nicht zurückkehren.
AUF DEM TROCKENEN – 20.000 Euro
Regie: Flavia-Ioana Lacrama
Hochschule: FH Dortmund
Johanna (24) ist in Rumänien geboren und als Kind zusammen mit ihrer Mutter nach Deutschland gezogen und dort aufgewachsen. Die Beziehung zu ihrer Mutter hat sich im Laufe der Jahre verschlechtert. Sie wohnt jetzt in einer Großstadt, wo sie studiert. Johanna identifiziert sich nicht mit der rumänischen Kultur und fühlt sich nirgends zugehörig. Als sie in den Wintersemesterferien nach Hause fährt, um ihre Mutter zu besuchen, beginnen auf ihrer Haut Fischschuppen zu wachsen. Je mehr sie versucht, ihre Schuppen zu verstecken, desto mehr wachsen sie und die Beziehung zu ihrer Mutter wird immer angespannter. Erst als Johanna herausfindet, dass ihre Mutter die gleichen Fischschuppen hat wie sie, lernt sie ihre eigenen Schuppen zu akzeptieren.
BAD APPLES – 20.000 Euro
Regie: Jan Hamshoro
Hochschule: FH Dortmund
Mitten in der syrischen Wüste klopft ein desertierter Soldat an die Tür eines Ehepaares, das in der Nähe eines Militärstützpunkts lebt. Hin- und hergerissen zwischen Angst und Mitgefühl stehen sie vor der Entscheidung, ihm zu helfen – oder ihn zu verraten, um ihr eigenes Leben zu schützen.
LOESS – 20.000 Euro
Regie: Mengting Xing
Hochschule: KHM
In einem vom Verschwinden bedrohten Dorf auf dem Loess-Plateau im Nordwesten Chinas bleibt die Frau Xiaoxia mit ihren Ziegen zurück. Während sie die verlassenen Häuser und Riten bewahrt, formt sie mit ihrem Körper neue Wege zwischen Vergangenheit und Zukunft.
SILVESTER – 20.000 Euro
Regie: Tatiana Vyshegordtseva
Hochschule: KHM
Am Silvesterabend ist Grisha, ein Emigrant aus Russland in Berlin, allein. Plötzlich stehen seine alten Freunde vor der Tür, und der Abend entwickelt sich zu einer nostalgischen Feier. Doch ein Verrat aus der Vergangenheit, der von einem der Anwesenden begangen wurde, zerstört die Illusion von Zusammenhalt.