Instagram
Film und Medien Stiftung NRWNewsPressemitteilungenFilmfeuerwerk über Köln

Filmfeuerwerk über Köln

Der Int. Filmkongress der Filmstiftung NRW mit Filmen, Diskussionen und Kontakten

Filme, die in Deutschland noch niemand gesehen hat, Diskussionen, auf denen wichtige Themen der Branchen debattiert werden, und ein Koproduktionstreffen, das neue Filmprojekte nach vorne bringen soll: Das alles und noch mehr bietet der Internationale Filmkongress, zu dem die Filmstiftung NRW vom 2. bis 5. Juli einlädt.

Frische Ware aus Cannes: Die KinoSpecials

Michael Hanekegewann für seinen Film "Caché" in diesem Jahr den Regiepreis bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes. Am 2. Juli eröffnet die deutsch-französische Koproduktion des österreichischen Regisseurs das KinoSpecial, in dem die Filmstiftung während des Filmkongresses im Kölner Cinenova und im Odeon Kino besondere Filme präsentiert.

Frisch aus Cannes ist in Köln aber nicht nur "Caché" zu sehen, sondern auch der Wettbewerbsbeitrag "Manderlay" von Lars von Trier (3. Juli) und "Falscher Bekenner" von Christoph Hochhäusler (5. Juli), der in der Reihe "Un Certain Regard" lief. Lars von Trier hat auch das Buch zu dem neuen Film von Thomas Vinterberg "Dear Wendy" (5. Juli) geschrieben, den der dänische Regisseur im vergangenen Jahr in NRW drehte. Das gilt auch für "Der Schatz der weißen Falken" (3. Juli) von "Lammbock"-Regisseur Christian Zübert. Der Jugendfilm wurde 2004 u.a. in Köln-Ehrenfeld, Düsseldorf-Benrath und Bergisch-Gladbach gedreht.

Mitten im Filmprogramm ist die Vorführung von Rainer Werner Fassbinders "Die Sehnsucht der Veronika Voss" (3. Juli). Im Rahmen des Fassbinder-Specials, das die Filmstiftung gemeinsam mit dem WDR und der Cologne Conference veranstaltet, werden die Fassbinder-Weggefährten Rosel Zech, Günter Rohrbach und Juliane Lorenzbei der Vorführung anwesend sein und von ihren Erfahrungen mit Fassbinder berichten.

Filme einer neuen Generation von Regisseuren und Regisseurinnen zeigt die Reihe "Spectrum Junger Film", die ebenfalls in Zusammenarbeit mit der Cologne Conference sowie der ifs internationalen filmschule köln und der Kölner Kunsthochschule für Medien (KHM) veranstaltet wird. Den Auftakt macht am 30. Juni "Wahrheit oder Pflicht", Jan Martin Scharfs und Arne Noltings preisgekrönter Abschlussfilm an der KHM. Insgesamt sind in der Reihe zehn internationale Nachwuchsfilme im Kölner Filmhauskino zu entdecken. Als Vorfilm läuft jeweils ein Kurzfilm, der von Studenten der ifs und KHM realisiert wurde.


Eine runde Sache: Das Forum

Die DVD ist auf bestem Weg, den Filmmarkt auf den Kopf zu stellen. In den USA und China experimentiert man damit, die silbernen Scheiben zeitgleich zum Kinostart auf den Markt zu bringen. Die Folgen für die Filmtheater? Noch nicht absehbar. "Kino als Scheibe" ist eines von vier Themen, die mit Fachleuten aus der Branche im Forumdes Filmkongresses diskutiert werden. Auf dem "DVD"-Panel sitzen u.a. Werner Wirsing (e-m-s Media), Stefan Holl (Rapid Eye Movies) und Johannes Klingsporn (Verband der Filmleiher).

Den Auftakt zu den Diskussionsrunden macht am 4. Juliein Podium über die Frage: "Hat der Film noch Ideale?". Moderiert von Bettina Böttinger reden die französische Produzentin und Präsidentin von Uni France Margaret Menegoz, Roman Paulvon der Berliner Razor Film ("Paradise Now") und X Filme Produzentin Manuela Stehr über filmische und politische Ansprüche, die über den Reiz des schönen Bildes hinausgehen.

In dem Workshop "Zeit für Geschichten" geht es um die schwierige Reise des Autors von der ersten Fassung bis zum fertigen Drehbuch. Autoren wie Peter Zingler ("Tatort") und Bernd Lichtenberg ("Good Bye, Lenin!") unterhalten sich mit Dramaturgen und Produzenten (u.a. Peter Rommel) über dramaturgische Hilfestellungen.

Das Forum schließt mit einem Panel zu der spannenden Frage: "Wohin geht der Film in NRW?". Gemeinsam mit medienpolitischen Sprechern der Parteien sowie Produzenten soll dabei die Zukunft des Filmlandes NRW erörtert werden. Alle Diskussionen finden in der Halle 6 der Messe Köln statt.

Wo alles beginnt: Das Int. Koproduktionstreffen MADE IN NRW

Rund 200 Teilnehmer aus ganz Europa treffen sich am 5. Juli auf dem Internationalen Koproduktionstreffen MADE IN NRW. Ziel ist es, Partner für neue, bereits teilfinanzierte Filmprojekte zu finden, die auf dem Treffen vorgestellt werden. Organisiert wird MADE IN NRW, bei dem in diesem Jahr Österreich und die Schweiz Schwerpunktländer sind, von der Filmstiftung NRW und der MEDIA Antenne Düsseldorf. Auch in diesem Jahr ist MADE IN NRW europaweit auf eine große Resonanz gestoßen. Insgesamt 60 Einreichungen aus 13 Ländern gingen in Düsseldorf ein. Aus acht Ländern wurden

24 Produktionsunternehmen ausgewählt, von denen 20 Firmen mit einem Projekt anreisen. NRW ist mit acht Firmen vertreten, Österreich und die Schweiz mit jeweils sechs; außerdem sind Spanien, Polen, Belgien und Israel vertreten.

Wie Koproduktionen in der Praxis aussehen können, zeigen die beiden Case Studies, die vorgestellt werden. Der Kölner Produzent Christoph Friedel (Pandora Film) erläutert mit seinem Schweizer Partner Pascal Trächslin (Cineworx, Basel) die Zusammenarbeit bei ihrem gemeinsamen Projekt "Madonnen", und Arno Ortmair (FilmLine) lässt mit Dieter Pochlatko (epo-film, Wien) noch einmal die Entstehungsgeschichte von "Klimt" Revue passieren. Für den Kinofilm über den Maler Gustav Klimt standen im Frühjahr 2005 John Malkovich und Veronica Ferres in Nordrhein-Westfalen vor der Kamera. Regie führte der vielfach ausgezeichnete Raoul Rúiz.

"Unser diesjähriger Filmkongress steht ganz im Zeichen großartiger Filme, die mit Förderung aus NRW entstanden sind. Damit das auch in Zukunft so bleibt, ist es nötig, für einen Moment inne zu halten und über Entwicklungen in der Branche nachzudenken. Dafür sorgt das Forum, und damit es dabei nicht zu theorielastig wird, bietet das Koproduktionstreffen hervorragende Gelegenheiten neue Projekte anzuschieben, auf die wir uns wieder freuen können", erklärt Filmstiftungs-Geschäftsführer Michael Schmid-Ospach.