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Fünf filmstiftungsgeförderte Filme in Rotterdam

  • Film- und Medienstiftung NRW wieder Partner beim CineMart für Koproduktionen
  • Größtes Filmfestival der Niederlande vom 24. Januar bis 4. Februar

Zum 47. International Film Festival Rotterdam (IFFR) sind insgesamt fünf filmstiftungsgeförderte Produktionen eingeladen. Zugleich ist die Film- und Medienstiftung NRW Partner des CineMart, der Plattform für Koproduktionen, und des Rotterdam Lab. Das größte Filmfestival der Niederlande findet in diesem Jahr vom 24. Januar bis zum 4. Februar statt.

Die Filme im Einzelnen:

Bright Future: „3/4“
In dem Drama von Ilian Metev bereitet sich die junge Pianistin Mila auf ein Vorspielen im Ausland vor. Der jüngere Bruder Niki versucht, sie mit seinem lästigen Talent für das Absurde abzulenken. Ihr Vater Todor scheint nicht in der Lage, sich mit den Sorgen seiner Kinder zu befassen. Das Porträt einer Familie in Sofia während ihres letzten gemeinsamen Sommers. „3/4“ ist eine Produktion der Kölner Sutor Kolonko in Koproduktion mit Chaconna Films (BUL) und mit Senderbeteiligung von ZDF/Arte. Die Hauptrollen werden von Mila Mikhova, Nikolay Mashalov und Todor Veltchev gespielt, die den Hauptcharakteren ihre Namen gaben. Die Film- und Medienstiftung NRW förderte die Produktion mit 215.000 Euro und das Drehbuch mit 20.000 Euro, weitere Förderer sind das Bulgarian Film Center und Creative Europe MEDIA. Der Weltvertrieb liegt bei Memento Films (FR). Der Film feierte seine Weltpremiere beim Filmfestival in Locarno und wurde dort mit dem Goldenen Leopard in der Sektion Cineasti del Presente ausgezeichnet. Daneben wurde der Film bei den Festivals in Toronto, Wien und San Sebastian aufgeführt; in Minsk erhielt er den Preis für den Besten Film in der Sektion „Youth On The March”.

Voices: „The Cleaners“
„The Cleaners“ von Hans Block und Moritz Riesewieck wurde produziert von der gebrüder beetz filmproduktion und ist in Koproduktion mit Grifa Filmes Brasilien, dem WDR, NDR, rbb und Arte, BBC, NHK und 13 weiteren internationalen TV-Stationen entstanden. Der Dokumentarfilm wurde von der Filmstiftung NRW und von Creative Europe MEDIA gefördert. „The Cleaners“ ist eine Reise in eine Schattenindustrie. Der Film begibt sich direkt in das Herz digitaler Zensur – dorthin, wo das Internet von Gewalt, Pornographie und politischen Inhalten „gesäubert“ werden muss. Wer kontrolliert, was wir sehen und was wir denken? In Rotterdam feiert the „The Cleaners“ Europapremiere, zudem läuft er als Weltpremiere im Wettbewerbsprogramm „World Cinema Documentary“ bei der 34. Ausgabe des Sundance Film Festival (18.-28. Januar). Farbfilm wird den Film im Mai in die Kinos bringen.

Voices: „Arrhythmia“
Das geförderte Drama ist eine Produktion von Mars Media Entertainment und CTP Film Company (beide Russland) in Koproduktion mit Don Films, Post Control (beide Finnland) sowie der Kölner Color of May Filmproduktion. Regisseur Boris Khlebnikov inszenierte Alexander Yatsenko und Irina Gorbacheva in den Hauptrollen und erzählt die Geschichte des Notarztes Oleg, dem es am Herzen liegt, seinen Patienten zu helfen. Oleg sieht sich jedoch konfrontiert mit einem „reformierten“ Gesundheitssystem und einem Chef, der pedantisch die neuen Regeln durchsetzt. Im Vordergrund steht nicht mehr der Patient, sondern kaltes Reglement. Der Film erzählt die Geschichte dieses jungen Mannes, der versucht einen guten Job zu machen, auch wenn viele Kräfte gegen ihn wirken. „Arrythmia“ feierte Premiere beim Toronto International Film Festivals und wurde zum Black Nights Film Festival in Tallinn, Les Arcs European Film Festival und zum Hamburger Filmfest eingeladen, wo Eva Blondiau (Color of May) mit dem Produzentenpreis ausgezeichnet wurde.

PACT: „Das Kongo Tribunal“
In mehr als 20 Jahren hat der Kongokrieg bereits über 6 Millionen Tote gefordert. Die Bevölkerung leidet unter einem Zustand völliger Straflosigkeit, die Verbrechen des Krieges wurden nie juristisch verfolgt. In „Das Kongo Tribunal“ gelingt es Milo Rau, die Opfer, Täter, Zeugen und Analytiker des Kongokriegs zu einem einzigartigen zivilen Volkstribunal im Ostkongo zu versammeln. Er lässt erstmals in der Geschichte des Landes drei Fälle exemplarisch verhandeln und entwirft ein Porträt des größten und blutigsten Wirtschaftskriegs der Menschheitsgeschichte. „Das Kongo Tribunal“ ist eine deutsch-schweizerische Koproduktion, die von der Kölner Fruitmarket Kultur und Medien, Langfilm und dem Schweizer SRF und RTS produziert wurde. Die Produktion wurde von der Film- und Medienstiftung NRW mit 200.000 Euro unterstützt, weitere Gelder kamen von DFFF, BKM und der Zürcher Filmstiftung. „Das Kongo Tribunal“ war am 16.11.2017 im Verleih von RealFiction in den Kinos gestartet.

The present in the past: „Zama“
„Zama“ erzählt die Geschichte von Diego de Zama, eines Kolonialbeamten der spanischen Krone, geboren in Südamerika, der in der Provinz festsitzt und auf einen Brief des fernen König wartet, der ihm die ersehnte Versetzung an einen attraktiveren Ort bringen soll. Seine Situation ist äußerst delikat, er darf seine Versetzung durch nichts gefährden. Die Jahre vergehen, Zama wartet vergebens auf den Brief. Als er realisiert, dass alles verloren ist, schließt er sich einem Soldatentrupp an. Der Film von Lucrecia Martel wurde von Rei Cine SRL (I) und Bananeira Filmes (BRA) in Koproduktion mit Movie Partners in motion films (F) produziert und von der Film- und Medienstiftung NRW vertriebsgefördert. Die Kölner The Match Factory übernimmt den Weltvertrieb.

CineMart
Vom 28. bis 31. Januar findet im Rahmen des 47. International Film Festival Rotterdam der 35. CineMart statt, eine Plattform für internationale Koproduktionen und neue Projekte, denen hier die Gelegenheit geboten wird diese Vertretern der internationalen Filmbranche vorzustellen und Finanzierungspartner zu finden. Die Film- und Medienstiftung NRW unterstützt den CineMart als langjähriger Partner. In diesem Rahmen findet das Rotterdam Lab statt, ein fünftägiger Workshop für junge Produzenten aus aller Welt, die dort ihr Netzwerk erweitern und Erfahrungen bei einem internationalen Festival und Filmmarkt sammeln können. Aus Nordrhein-Westfalen nehmen in diesem Jahr die Produzentinnen Laura Freialdenhoven (Coin Film) und Jessica Neubauer (Orange & Oak) teil.

Die Film- und Medienstiftung NRW, die als Partner alljährlich den CineMart und das Rotterdam Lab unterstützt, richtet als Co-Host gemeinsam mit dem CineMart am 29. Januar das CineMart Lunch für teilnehmende Produzenten aus.

Weitere Infos unter www.iffr.com