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Herzlichen Glückwunsch, Gerd Ruge!

Der Journalist Gerd Ruge feiert am 9. August seinen 90. Geburtstag. Der dreifache Grimme-Preisträger gilt als einer der Pioniere der Auslandsreportage, war Professor für Fernsehjournalismus und ist bis heute als Dokumentarfilmer und Buchautor tätig.

Unter seiner Schirmherrschaft initiierte die Film- und Medienstiftung NRW 2002 das Gerd Ruge Stipendium. Das Stipendium ermöglicht jungen Filmemachern innerhalb von 18 Monaten die Entwicklung und Vorbereitung eines Dokumentarfilmes für das Kino. Das Stipendium wird mit einer Gesamtsumme von bis zu 100.000 Euro ausgeschrieben – die höchste Summe, die in Deutschland für die Entwicklung von Dokumentarfilmprojekten vergeben wird. Ruge arbeitet auch bei der diesjährigen Verleihung des Stipendiums wieder als Vorsitzender der Jury und engagiert sich für die Ideen und Projekte der Stipendiaten.

Gerd Ruge startete seine journalistische Laufbahn 1949 beim NWDR und war von 1956 bis 1959 der erste Korrespondent der ARD in Moskau. In dieser Zeit machte er sich mit seinen Berichten und Analysen aus der Sowjetunion einen Namen, er befragte Wissenschaftler und Künstler wie Boris Pasternak für ein vom Kreml unabhängiges Bild der damaligen Zustände. 1961 gründete er zusammen mit Felix Rexhausen und Carola Stern in Köln die deutsche Sektion von Amnesty International. Zusammen mit Klaus Bölling initiierte er 1963 die ARD-Sendung „Weltspiegel“. Als Amerika- und Washington-Korrespondent (1964-1969) berichtete Gerd Ruge u.a. über die Ermordung von Martin Luther King und das Attentat auf Robert Kennedy, welches er live miterlebt hatte. 1970 übernahm er für zwei Jahre die Leitung des WDR-Hauptstadtstudios in Bonn, und wechselte 1973 für die Tageszeitung „Die Welt“ nach Peking. 1981 ernannte man ihn zum WDR-Fernseh-Sonderkorrespondenten. Im selben Jahr kam die Leitung des Fernsehmagazins „Monitor“ hinzu. Ab 1987 war Gerd Ruge Leiter des Moskauer ARD-Studios und berichtete über die Reformversuche Michail Gorbatschows sowie den Putschversuch der Reformgegner (1991). 1993 ging Gerd Ruge offiziell in den Ruhestand. Von 1997 bis 2001 lehrte er als Professor für Fernsehjournalismus an der Hochschule für Fernsehen und Film München. Großer Beliebtheit erfreute sich in dieser Zeit auch seine Reportagereihe „Gerd Ruge unterwegs“, die von der ARD immer zur Weihnachtszeit ausgestrahlt wurde. In dieser Reihe berichtete er über die gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen der USA, China, der Länder des Balkans, Georgien, Sibirien und Russlands. Bis heute ist Gerd Ruge als Dokumentarfilmer und Buchautor tätig.

Für seine Arbeit wurde Gerd Ruge mit den bedeutendsten Preisen seiner Branche bedacht, darunter der „Adolf Grimme-Preis“ (1964), der „Bambi“ (1970/1971), das „Bundesverdienstkreuz“ (1972/1992), der Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalens, die „Goldene Kamera“ (1992), der „Bayerischer Fernsehpreis“ (1994) und der „Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis“ (2001) und der Ehrenpreis des „Deutschen Fernsehpreises“ (2014). Bundespräsident Joachim Gauck zeichnete Gerd Ruge im Jahr 2014 mit dem „Großen Verdienstkreuz“ aus.

Der WDR ehrt seinen langjährigen Auslandskorrespondenten vom 9. auf den 10. August mit einer langen Nacht.