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Leibwächter, Liebespaare und Folgeschäden

Elf Projekte im Verleih, Vertrieb und Abspiel gefördert

Mit einem Schwerpunkt auf Filmen aus Südamerika und Dokumentarfilm-Projekten unterstützt das Gremium Produktion 2 der Filmstiftung NRW im März elf Produktio­nen im Verleih, Vertrieb und Abspiel. Ziel der Förderung ist es, eine optimale Auswer­tung der Filme zu ermöglichen.

Die deutsch-chilenische Koproduktion "Im Bett" ("En la Cama") von Matías Bize ("Sábado – Das Hochzeitstape") ging in diesem Jahr für Chile in das Rennen um die Oscars. In Deutschland wird die Geschichte über ein Paar, das eine Nacht in einem Hotelzimmer verbringt, vom Berliner Farbfilm Verleih in die Kinos gebracht. Die deutsch-argentinische Koproduktion "El Custodio – Der Leibwächter" war 2006 im Wettbewerb der Berlinale zu sehen und wurde dort mit dem Alfred-Bauer-Preis geehrt. Den deutschen Verleih des Films von Rodrigo Moreno übernimmt der Kölner Film­verleih Real Fiction.

In ihrer Dokumentation "The Cemetery Club" begleitet Filmemacherin Tali Shemesh eine Gruppe von Holocaust-Überlebenden, darunter ihre eigene Großmutter, die sich regelmäßig auf dem Nationalfriedhof Mount Herzl in Jerusalem trifft. Ventura Film bringt den unerwartet humorvollen und vielfach prämierten Dokumentarfilm in die deutschen Kinos.

Am Beispiel des Lebens von Thomas Harlan erzählt der Kölner Filmemacher Christoph Hübner in seiner Dokumentation "Thomas Harlan – Wandersplitter" vom Umgang mit der Nazi-Zeit und deren Folgen für Deutschland. In Kooperation mit Real Fiction präsentiert die Christoph Hübner Filmproduktion das Filmprojekt, das auf der Duis­burger Filmwoche Premiere feierte, ergänzt um eine DVD mit Zusatzmaterial, nun im Kino.

In ihrer Dokumentation "Doch" lassen die Filmemacher Erwin Michelberger und Oleg Tcherny sechs Menschen, die unter dem Tourette-Syndrom leiden, bei einem Picknick über das reden, was sie bewegt – ein Kinofilm als "Liebeserklärung an das Andersartige in uns".

In "Folgeschäden" erzählt der in Karlsruhe geborene Filmemacher Samir Nasr von einem deutsch-algerischen Ehepaar, das glücklich zusammen lebt, bis er verdächtigt wird, ein Terrorist zu sein. Mec Film aus Münster verleiht den Film, der 2005 den ARD Medienpreis Civis gewann.

Der kurdische Regisseur Hiner Saleem führte Regie bei dem Film "DOL", den die Berli­ner mîtosfilm in die deutschen Kinos bringt. Der Film handelt von einem türkischen Kurden, der am Tag seiner Hochzeit nach einer Auseinandersetzung mit dem Militär in den Irak fliehen muss.

Für seinen experimentellen Kurzfilm "Stendhal Syndrom", der in vier Minuten in Form eines Found-Footage-Films eine Art Traumwirklichkeit inszeniert, erhält Werner Biedermann eine Vertriebsförderung. Das Stendhal-Syndrom bezeichnet eine Art Kultur-Schock, der durch eine Reizüberflutung von heterogenen Kunsteindrücken ausgelöst wird.

Abspielförderungen gehen an das Polnische Institut Düsseldorf, das zu Ehren einer der großen Damen des Stummfilms eine Filmhommage an Pola Negri vorbereitet, und an den Verein FilmInitiativ Köln e.V., der unter dem Titel "Afrikanische Perspektiven" Filme präsentiert, die sich von den gewohnten Tagesschau-Bildern über Afrika sichtbar unterscheiden. Eine weitere Abspielförderung erhält das Kinderkino Godesberg, das für junge Kinobesucher Produktionen aus den verschiedensten Ländern nach dem Kriterium "erzählerische Qualität" auswählt und vorführt.

Die vom Verein Filmbüro NW benannten Mitglieder des bei jeder Sitzung wechselnden Förderausschusses für die Produktion 2 waren im Bereich Verleih/Vertrieb Esther Rossenbach vom Filmforum NRW, Dieter Hertel (Schwarz/Weiss Filmverleih) und Rainer Flaskamp (Flax Film GmbH).

Fördertabelle im pdf-Downloadformat

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte: Filmstiftung NRW, Tanja Güß, Tel.: 0211-930500, Fax: 0211-93050-85,