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Film und Medien Stiftung NRWNewsFördermeldungenMenschen, die anders sein möchten, zwei Puppen und die moderne Arbeitswelt

Menschen, die anders sein möchten, zwei Puppen und die moderne Arbeitswelt

Entscheidungen der Filmstiftung NRW im Nachwuchsbereich

In der Dezember-Sitzung der Nachwuchsförderung der Film­stiftung NRW wurden insgesamt sechs Projekte gefördert: drei Abschlussfilme und drei Debüts.

Elli und Henning lernen sich bei einem Wochenendausflug kennen. Zwischen beiden be­ginnt eine heftige Affäre. Den jungen Arzt stört weder Ellis kesse Art, noch, dass sie im Rollstuhl sitzt, er verliebt sich in sie. Als er ihr einen Über- raschungsbesuch abstattet, muss er aber zu seinem Entsetzen feststellen, dass Elli gar nicht behindert ist, sondern eigentlich kerngesund. Christina Ebelt, die bereits mit Jan Bonny für das Drehbuch zu "Gegenüber" mit dem Förderpreis Deutscher Film ausgezeichnet wurde, macht mit "Wannabe" ihren Abschlussfilm an der Kölner Kunsthochschule für Medien. Sie will die Identitätssuche von Personen, die an Body Integrety Identity Disorder (BIID) leiden, die also Teile oder Funktionen des eigenen Körpers als überflüssig oder störend empfinden, beleuchten. Die Kölner 58Filme produziert "Wannabe" und erhält dafür 50.000 Euro Förderung.

"Sascha" ist das Debüt von Regisseur Dennis Todorovic. Sascha kommt aus einer mon­tenegrinischen Gastarbeiterfamilie. Sein Vater betreibt eine Kneipe am Kölner Eigelstein und seine Mutter wünscht sich sehnlich, dass er Klavier studiert. Bei Herrn Weber nimmt Sascha deshalb Klavierunterricht. Sascha, der in diesem clash of cultures heranwächst, ist schwul und hoffnungslos in Herrn Weber verliebt, was aber außer seiner besten Freundin, der chinesisch- stämmigen Jiao, niemand wissen darf. "Sascha" erhielt bereits eine Produk- tionsvorbereitungsförderung der Filmstiftung sowie ein Literaturstipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg. Nun erhält die Kölner eastart pictures 374.500 Euro, um "Sascha" am Eigelstein zu verfilmen.

"Rumpe & Tuli" werden beim Schwarzfahren erwischt und in Köln aus dem Zug rausge­schmissen. Kurzerhand beschließen sie, sich in Köln nieder- zulassen. Und da wartet das pralle Leben auf sie! Jeden Tag ziehen sie los und lernen neue Menschen kennen: persische Taxifahrer, italienische Kinder, staatenlose Sperrmüllsammler und singende Sinti. Samy Challah, Till Nachtmann und Stefan Silies geben mit "Rumpe & Tuli" ihr Debüt. Die Kölner Pandora Film produziert und erhält 300.000 Euro für den 90-Minüter.

Der IT-Berater Jan Wessely arbeitet täglich 14 bis 16 Stunden – aus Leiden- schaft, wie er sagt. Es gefalle ihm, sich einer Sache ganz und gar hin zu geben. Regisseurin Carmen Losmann beginnt, sich für diese Utopie einer neuen, freien Arbeit zu interessieren. Was bringt Menschen dazu, freiwillig und wie im Rausch grenzenlos zu arbeiten? Ihr Doku­mentarfilm "Work Hard – Play Hard" ist eine Reise durch die moderne Arbeitswelt, sie beobachtet den "zukunftsfähigen Menschen" und die "zukunftsfähigen Räume". Die Kölner Hupe Film produziert ihren Erstling und erhält 116.000 Euro.

Bobby will raus aus der Wohnung seines cholerischen Vaters und rein in sein eigenes Leben. In Hottes Kfz-Werkstatt findet er nicht nur ein Praktikum, sondern auch einen Zufluchtsort. Als ein Brief seiner verschollen geglaubten Mutter aus Berlin kommt, sieht er seine Chance zur Flucht gekommen. Doch genau dann lernt er Nina kennen. Bobby muss sich entscheiden, wie sein neues Leben denn nun beginnen soll. Matthias Heuser macht mit "Bobby spielt das Leben" seinen Abschluss an der Fachhochschule Dort­mund. Die produzierende MICA Film erhält 20.000 Euro.

Die 13-jährige Eni ist untergetaucht. Nachdem ihre Eltern bei einem Unfall umge­kommen sind, bleibt sie mit ihrem großen Bruder Pavel zurück. Regisseur Ingo Monitor will in "Wir haben uns" das Gefühl der inneren Heimatlosigkeit von Eni zeigen, das allerdings in farbenfrohen Bildern und subtilen Klangwelten. Um seinen Diplomfilm an der Kunsthochschule für Medien fertig zu stellen, erhält er eine Postproduktions­förderung von 5.000 Euro.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte: Filmstiftung NRW, Erna Kiefer; Tel.: 0211-930500, Fax: 0211-93050-85,