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More than Money: Zur Publikumsfähigkeit des Kinos

Unter dem Titel „More than Money: Zur Publikumsfähigkeit des Kinos“ standen beim Film- und Kinokongress NRW in Köln am 6. November verschiedene Präsentationen auf dem Programm, in denen innovative Konzepte für die Produktion von Kinofilmen sowie die Organisation und Vermarktung von Kinobetrieben vorgestellt worden.

Zunächst berichteten Leopold Grün und Torsten Frehse vom Verband der unabhängigen Filmverleiher, AG Kino, über die Premiere des Filmmarkts European Work In Progress, die im Oktober in Köln stattgefunden hatte. Mehr als 100 Einreichungen aus 49 Ländern seien dafür eingegangen. 22 Projekte wurden ausgewählt und bei der Veranstaltung in Köln in einem frühen Stadium der Produktion dem Fachpublikum präsentiert, das unter anderem aus Vertretern von Weltvertrieben und Einkäufern internationaler Festivals bestand. Grün und Frehse werteten die neue Branchenveranstaltung und auch deren Anbindung an das Film Festival Cologne als Erfolg.

Torsten Frehse © Ralph Sondermann
Torsten Frehse © Ralph Sondermann

Im Anschluss an ihren Vortrag widmete sich Erwin M. Schmidt, Mitgründer von The FilmTech Office in Berlin, dem Thema Blockchain. Er zeigte auf, wie die neue Technologie mit einer unendlichen Verkettung von Datensätzen nicht nur für sogenannte Kryptowährungen wie Bitcoin, sondern auch für Anwendungen im Film- und Medienbereich genutzt werden könne. Als ein Beispiel führte Schmidt die von dem Londoner Unternehmen Big Couch entwickelte Plattform Filmchain an, mit deren Hilfe die Erlösverteilung bei Filmproduktionen vereinfacht abgewickelt werden könne.

Erwin M. Schmidt © Ralph Sondermann
Erwin M. Schmidt © Ralph Sondermann

Martina Berger, Geschäftsführerin von Cinuru Research, stellte danach ein Projekt zur Kundenbindung für Kinos vor. Ihr Unternehmen hat in Zusammenarbeit mit zunächst acht Pilotkinos eine App entwickelt, mit der sich interessierte Zuschauer laufend über das Programm in ihrem Lieblingskino informieren können, Empfehlungen erhalten, auf Spielzeiten aufmerksam gemacht werden, Treuepunkte sammeln und vieles mehr. Auch der Kauf des Kinotickets könne über diese Anwendung vermittelt werden.

Martina Berger © Ralph Sondermann
Martina Berger © Ralph Sondermann

Zum Abschluss dieses Programmteils beim Film- und Kinokongress NRW gab der Gründer und Moderator Dominik Porschen einen Einblick in ein besonderes Projekt seines Youtube-Kanals Filmlounge. In Zusammenarbeit mit Verleihern präsentiert er seiner Zielgruppe ausgewählte Kinofilme als kostenlose Preview-Events und feiert damit große Erfolge. Ihm sei es vor allem wichtig, seinem Publikum das Kino als magischen Ort nahezubringen, betonte Porschen. Aus den Events heraus sei zudem das Konzept für das zweistündige Bühnenprogramm „Spoil doch!“ zum Thema Film entstanden, mit dem er im Frühjahr 2019 auf Tour gehen werde.

Dominik Porschen © Ralph Sondermann
Dominik Porschen © Ralph Sondermann