NRW fördert Absolvent:innen: 100.000 Euro für fünf Abschlussfilm-Talente
In ihrer 27. Abschlussfilmsitzung unterstützte die Film- und Medienstiftung NRW fünf Projekte mit je 20.000 Euro. Gefördert wurden Abschlussprojekte von Studierenden der ifs Internationale Filmschule Köln und Kunsthochschule für Medien Köln. Dabei stehen häufig familiäre Themen im Vordergrund.
Kurzfilm
SCHMERZ SPRICHT EINE EIGENE SPRACHE – 20.000 Euro
Regie: Ruhan Kaygalak
Hochschule: ifs, Köln
Miran ist sechs und wächst in Deutschland in einer kurdisch-deutschen Familie zweisprachig auf. Das Familienleben verändert sich dramatisch, als die Schwester des Vaters stirbt. Tief getroffen von dem persönlichen Verlust, wird der Vater Sevket abwesend, auch wenn er körperlich anwesend ist. Miran versteht die Veränderung emotional, kann sie aber noch nicht rationalisieren. Er muss lernen, was Verlust bedeutet und beginnt damit auch eine neue Sprache zu lernen – eine, die universell ist.
SONNENSTICH – 20.000 Euro
Regie: Elias Förderer
Hochschule: ifs, Köln
Der 16-jährige Bela besucht seinen Vater Alex an der norditalienischen Küste. Doch als er feststellt, dass Alex zurück in die Muster einer alten Sucht gefallen ist, beginnt eine schmerzhafte Reise an die Grenze dessen, was Liebe und Verantwortung leisten können. Förderers Kurzfilm „Knallrot“ wurde bereits international auf Festivals gezeigt. Sein dokumentarischer Debütfilm „Safe Space“ gewann beim Encourage Film Talents Wettbewerb den Kollaborativ Award. „Sonnenstich” ist ebenfalls der Abschlussfilm von Caio Salles Ackermann, der Kreativ Produzieren an der ifs studiert.
DICKER ALS WASSER – 20.000 Euro
Regie: Kat Schmitz
Hochschule: ifs, Köln
Eine Schwester folgt der Einladung ihres Bruders in ein landwirtschaftliches Resozialisierungsprogramm für verurteilte Sexualstraftäter. Ein Ringen um Macht, Verantwortung, Verzeihen und die Frage, ob Blut wirklich dicker als Wasser ist. Bei der 48h Challenge gewann „Translucent“, für den Schmitz die Regie übernahm, den Jury’s Grand Prize. Producerin Karla Emilia Kristen schließt mit dem Drama ihr ifs-Studium Kreative Produzieren ab.
DIE WELT… GRÖSSER ALS MARGOT RETANA! – 20.000 Euro
Regie: Nahia Garcia de Andoin
Hochschule: KHM, Köln
In einer Stadt am Rheinufer, gefangen in einer anachronistischen Zeit zwischen 1929 und 2030, durchlebt die Welt eine Krise, weit über das Wirtschaftliche hinaus, die auch das Kino erfasst. Während eines Drehs verliert Regisseurin und Schauspielerin Alberta alles. Sie dissoziiert und wird zu ihrer eigenen Figur. Auf der Straße – übersehen und abgehängt – entdeckt sie einen neuen Blick auf das Kino und die Gesellschaft. Garcia de Andoin absolvierte neben ihrem Studium an der KHM Fotografie an der Kunstakademie Düsseldorf. Ihr Debütfilm „Katalinen Kanthoria“ feierte seine Premiere bei den Kurzfilmtagen Oberhausen.
PUMO – 20.000 Euro
Regie: Vincent Graf
Hochschule: KHM, Köln
Als Antonellas Mutter ihr mitteilt, dass sie das verwilderte Familiengrundstück in Italien erben soll, startet für sie eine irrwitzige, endlose Warteschleife der deutsch-italienischen Bürokratie. Alles unter der Belagerung ihrer abergläubischen Mutter. Graf studierte an der FH Dortmund, bevor er an der KHM sein Studium aufnahm. „Nonna“, sein erstes Projekt dort, feierte seine Premiere im deutschen Wettbewerb des DOK Leipzig und war diesjähriger Eröffnungsfilm des Stranger than Fiction Dokumentarfilmfests.