Instagram
Film und Medien Stiftung NRWNewsPressemitteilungenNRW-gefördertes Dokumentar-Essay „Francofonia“ im Wettbewerb von Venedig

NRW-gefördertes Dokumentar-Essay „Francofonia“ im Wettbewerb von Venedig

  • Französisch-deutsch-niederländische Koproduktion konkurriert um Goldenen Löwen
  • Film- und Medienstiftung NRW förderte mit 85.000 Euro
  • 72. Internationale Filmfestspiele Venedig vom 2.-12. September 2015
  • „Mustang" von Deniz Gamze Ergüven bei den  „Venice Days"

Das Dokumentar-Essay „Francofonia“ von Alexander Sokurov konkurriert bei den 72. Internationalen Filmfestspielen Venedig im renommierten Wettbewerb um den Goldenen Löwen. Die französisch-deutsch-niederländische Koproduktion über den Louvre und dessen unbekannte Geschichte unter deutscher Besatzung wurde von der Film- und Medienstiftung NRW mit 85.000 Euro gefördert. Große Teile der Archivrecherche und Vorbereitung sowie der Schnitt und die gesamte komplexe Postproduktion sowie Fertigstellung wurden in NRW realisiert.

„Francofonia“ begibt sich auf die Spuren von Franz Graf Wolff-Metternich zur Gracht, dem Leiter des deutschen Kunstschutzes, und dem damaligen Direktor des Louvre Jacques Jaujard. Die zwei bemerkenswerten Männer waren zunächst Feinde, dann wurden sie Kollaborateure. Ihre „Zusammenarbeit“ wurde zur treibenden Kraft für die Bewahrung von Museumsschätzen. Der Film erkundet die Beziehung zwischen Kunst und Macht und den Louvre als lebendiges Zeugnis von Zivilisation. Sowie auch, was Kunst uns über uns selbst erzählt – und das inmitten eines der blutigsten Konflikte, die die Welt je gesehen hat. Alexander Sokurov stellt in seinem Film die Frage nach Moral und Ehre und inszeniert im Louvre einen visuell einnehmenden Spiegel der Geschichte.

Die Geschichte von Franz Graf Wolff-Metternich zur Gracht ist auch eng mit der Geschichte des Landes NRW verbunden: Er wuchs auf dem Familienstammsitz Schloss Gracht bei Köln auf und interessierte sich schon früh für die rheinische Kunst und Architektur.

Idéale Audience (FR) und N279 Entertainment (NL) produzierten den Film mit zero one film unter Beteiligung von ARTE Cinema. Von der Film- und Medienstiftung NRW kamen Fördergelder in Höhe von 85.000 Euro, weitere Förderer waren das Medienboard Berlin-Brandenburg, Eurimages, DFFF und die Deutsch-Französische Förderkommission. Piffl Medien wird den Film in die deutschen Kinos bringen, Films Boutique übernimmt den Weltvertrieb.

Sokurov hatte bereits 2011 für seinen Spielfilm „Faust“ den Goldenen Löwen erhalten. Im vergangenen Jahr wurde die NRW-geförderte Produktion „Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach“ von Roy Andersson mit der höchsten Auszeichnung in Venedig geehrt.

Des weiteren läuft bei den unabhängigen „Venice Days" die NRW-geförderte internationale Koproduktion "Mustang". Der Debütfilm von Regisseurin Deniz Gamze Ergüven feierte Premiere auf dem diesjährigen Cannes Film Festival und wird in Venedig in einer speziellen Reihe zum LUX Preis des Europaparlaments gezeigt.

Die Mostra internazionale d’arte cinematografica di Venezia findet in diesem Jahr zum 72. Mal statt und gilt nicht nur als das älteste noch bestehende Filmfestival überhaupt, sondern zählt neben Cannes und Berlinale zu den drei international bedeutendsten seiner Art. Die Filmfestspiele sind Teil der Biennale für zeitgenössische Kunst in Venedig und verleihen als Hauptpreis jährlich den Goldenen Löwen.