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Film und Medien Stiftung NRWNewsPressemitteilungenSechs filmstiftungsgeförderte Filme beim 24. Filmfest Hamburg

Sechs filmstiftungsgeförderte Filme beim 24. Filmfest Hamburg

  • „Jesús“ und „Das Löwenmädchen“ in der Sektion Freihafen
  • „Der traumhafte Weg“, „Zazy“ und „Hedda“ in der Sektion Kaleidoskop
  • „Nicht ohne uns“ in der Sektion Michel
  • Filmfest Hamburg vom 29. September bis 8. Oktober

 

Filmisches Hoch im Norden: Beim 24. Filmfest Hamburg ist das Filmland Nordrhein-Westfalen mit sechs filmstiftungsgeförderten Produktionen vertreten. In die Hansestadt eingeladen wurden „Jesús“ von Fernando Guzzoni, „Das Löwenmädchen“ von Vibeke Idsøe (beide Sektion Freihafen), „Nicht ohne uns“ von Sigrid Klausmann in der Sektion Michel sowie in der Sektion Kaleidoskop „Der traumhafte Weg“ von Angela Schanelec, „Zazy“ von M.X.Oberg und „Hedda“ von Andreas Kleinert, der als Abschlussfilm gezeigt wird.

Die Filme im Einzelnen:
Jesús“ Regisseur Fernando Guzzoni hat sein Drama „Jesus“ mit Nicolás Duran und Alejandro Goic in den Hauptrollen inszeniert. Die Story: Jesús (18) lebt in Santiago mit seinem Vater zusammen, der die meiste Zeit unterwegs ist. Zur Schule geht er seit geraumer Zeit nicht mehr – stattdessen tanzt er in einer koreanischen Popband und hängt im Park mit seinen Freunden ab. Eines Nachts wird Jesús in einen Mord an einem Schwulen mit drei anderen Jungs verwickelt. Von Schuldgefühlen überwältigt, vertraut er sich seinem Vater an. Über den Mord wird in der Zwischenzeit auf allen Kanälen berichtet. Sein Vater bringt ihn in den Süden Chiles, wo er bleiben soll, bis sich die Lage beruhigt hat. Als er zurückkommt, bringt ihn der Vater nicht nach Hause, sondern überstellt ihn der Polizei. „Jesús“ ist eine internationale Koproduktion der Kölner unafilm mit Rampante Films und JBA Production (beide F). Die Film- und Medienstiftung NRW förderte mit 60.000 Euro, weiteres Geld kam von World Cinema Fund Europe, CNC, Ibermedia, Torino Film Lab, Corfo und Greek Film Centre. Der Weltvertrieb liegt bei Premium Paris.

Das Löwenmädchen
In einer kleinen Provinzstadt in Norwegen kommt im Winter 1912 ein Mädchen zur Welt, dessen ganzer Körper von feinen blonden Härchen bedeckt ist. Evas Mutter stirbt bei der Geburt und ihr Vater, der Stationsmeister Arctander, will zunächst von dem „Löwenmädchen“ nichts wissen. Doch die kleine Eva wächst heran. Abgeschottet und versteckt vor der Neugier der Außenwelt, erschafft sie sich ihre eigene Welt, bis sie eines Tages den Mut findet, der Enge ihres Lebens zu entfliehen. Die norwegische Regisseurin und Autorin Vibeke Idsøe adaptierte den Roman von Erfolgsautor Erik Fosnes Hansen mit Rolf Lassegard, Burghart Klaußner und Ken Duken in den Hauptrollen. „Das Löwenmädchen“ ist eine internationale Koproduktion der Kölner Gifted Films West und Filmkameratene (NO) mit Tre Vänner (SE) und MMC Movies Köln. Die Filmstiftung NRW förderte mit 850.000 Euro, weitere Mittel kamen vom DFFF, FFA, Eurimages und der FFHSH. NFP bringt den Film im Januar 2017 in die deutschen Kinos.

Der traumhafte Weg“ von Angela Schalenec hatte gerade seine Weltpremiere im Wettbewerb des Festivals von Locarno. Der Inhalt: Griechenland 1984. Kenneth, ein junger Engländer und Theres, eine Deutsche, singen auf der Strasse, um sich ihre Ferien zu finanzieren. Sie lieben sich. Als Kenneth die Nachricht erhält, dass seine Mutter verunglückt ist, reist er überstürzt nach Hause und lässt Theres zurück. Ihm wird bewusst, wie sehr er sie braucht, aber sein Versuch, sie erneut zu gewinnen, scheitert. 30 Jahre später, in Berlin. Ariane, eine 40-jährige Fernsehschauspielerin, löst sich in einer Krise von ihrem Mann, einem erfolgreichen Anthropologen. Er zieht in ein Appartement am Hauptbahnhof. Von seinem Fenster sieht er einen Obdachlosen. Es ist Kenneth, der nicht weiß, dass auch Theres inzwischen in Berlin lebt.Die Hauptrollen in „Der traumhafte Weg“ von Angela Schanelec, der von Filmgalerie 451 unter Senderbeteiligung von WDR und Arte produziert wurde, spielen Miriam Jakob, Thorbjörn Björnsson, Maren Eggert, Philip Hayes und Anaïa Zapp. Große Teile des Films wurden in Menden und Schwerte gedreht. 150.000 Euro kamen von der Film- und Medienstiftung NRW, weitere Förderer waren die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, BKM, FFA und DFFF.

Zazy“ von M.X. Oberg hat in Hamburg seine Europapremiere. Zazy macht in einem Städtchen im Trentino eine Schneiderlehre. Als sie dort die elegante und recht wohlhabende Marianna aus Deutschland kennenlernt, wittert sie die Chance, in eine bessere Gesellschaft aufzusteigen. Gemeinsam mit ihrem Freund Tomek findet Zazy einen Weg, sich Zugang in Mariannas Leben zu erschleichen. Bald schon hat das junge Pärchen Marianna in der Hand – ein sadistisches Machtspiel beginnt. „Zazy“ ist eine Produktion der Kölner gilles mann filmproduktion in Koproduktion mit MMC Movies (Köln) in Zusammenarbeit mit WeFadeToGrey, Torus, Maier Bros. und Ludwig Kameraverleih unter Senderbeteiligung des WDR und RBB. Die Hauptrollen spielen Ruby O. Fee, Paul Boche, Petra van de Voort und Philippe Brenninkmeyer. Die Filmstiftung NRW förderte das Projekt mit insgesamt 610.000 Euro, weiterer Förderer sind der DFFF und Trentino Film Comission. Von den 25 Drehtagen wurde an 23 Tagen in NRW gedreht. Der Kölner Verleih Real Fiction bringt den Film am 19. Januar 2017 in die Kinos.

Hedda“ ist der neue Film von Andreas Kleinert und wurde von Broadview Pictures unter Senderbeteiligung von 3sat und ZDF/ARTE produziert. Die gesamten Dreharbeiten für das Drama nach Henrik Ibsens „Hedda Gabler“ fanden in Nordrhein-Westfalen statt. Zum Inhalt: Hedda und Jorgen kehren nach Hochzeitsreise und Hauskauf in ihre viel zu teure Villa mit Blick über die Stadt zurück. Für den nächsten Abend erwarten sie wichtigen Besuch. Chefarzt Prof. Dr. Brack muss Jorgen zu seinem Nachfolger machen, koste es, was es wolle. Allerdings gibt es zwei Überraschungsgäste: Jorgens Ex-Geliebte Thea und Heddas große Liebe Eilert tauchen unerwartet aus dem Ausland auf: Die Zukunft von Hedda und Jorgen, ihre Ehe und Jorgens Karriere stehen plötzlich auf dem Spiel, die zivilisierte Fassade beginnt zu bröckeln. Im Laufe des Abends offenbaren sich tiefe Abgründe, ein Geflecht aus Liebe, Schuld und Verrat. Nach dieser Nacht ist nichts mehr wie zuvor. In den Hauptrollen spielen Susanne Wolff, Godehard Giese, Wanja Mues, Bruno Cathomas und Katharina Marie Schubert. Die Film- und Medienstiftung förderte den Film mit 300.000 Euro.

Nicht ohne uns” von Sigrid Klausmann begleitet Kinder aller Länder, im Alter zwischen 8 und 12 Jahren. Die Protagonisten geben uns Einblick in ihre Gedanken, ihr Leben und ihre Gesellschaft. Sie vertrauen uns ihre Träume und Ängste an und werfen einen Blick in ihre Zukunft, skeptisch und hoffnungsvoll zugleich. Dabei begleiten wir sie auf ihrem Weg zur Schule, dem täglichen Ritual der Kindheit, vom Schulranzen packen im Elternhaus bis zum Eintreten in das Schulgebäude und beobachten sie beim Erzählen. Die Protagonisten haben zum Teil außergewöhnliche Schulwege, die sie täglich herausfordern. Der Film ist eine Produktion von Schneegans Productions und Gemini Film & Library. Den Weltvertrieb übernimmt ebenfalls Gemini Film & Library, farbfilm verleih wird den Film Anfang 2017 in die deutschen Kinos bringen. Die Filmstiftung förderte den Dokumentarfilm mit 100.000 Euro. Weitere Mittel kamen von der MFG Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg.

Das 24. Filmfest Hamburg läuft vom 29. September bis 8. Oktober und zeigt in zwölf Sektionen nationale und internationale Spiel- und Dokumentarfilme als Welturaufführung, Europapremiere oder deutsche Erstaufführung.