Film und Medien Stiftung NRWNewsPressemitteilungenSechs filmstiftungsgeförderte Produktionen beim 37. Filmfest München

Sechs filmstiftungsgeförderte Produktionen beim 37. Filmfest München

  • Reihe Neue Deutsche Serien: Bauhaus-Serie „Die neue Zeit“ von Lars Kraume mit Anna Maria Mühe und August Diehl / „West of Liberty“ von Barbara Eder mit Wotan Wilke Möhring und Lars Eidinger
  • Reihe Neues Deutsches Kino: „Sterne über uns“ von Christina Ebelt, vierfache Nominierung für Förderpreis Neues Deutsches Kino
  • Reihe Wettbewerb Cinecopro: „Der Verräter“ von Marco Bellocchio
  • Reihe 100 Jahre Bavaria Film: „Die Sieger“ von Dominik Graf in restaurierter Fassung
  • Eröffnung Kinderfilmfest: „Mein Lotta-Leben“ von Neele Leana Vollmar
  • Filmfest München: 27. Juni bis 6. Juli

Beim 37. Filmfest München werden sechs von der Film- und Medienstiftung NRW geförderte Produktionen gezeigt. In der Reihe „Neue deutsche Serien“ werden die Bauhaus-Serie „Die neue Zeit“ (Nadcon Film, zero one film) von Lars Kraume sowie Barbara Eders Thriller-Serie„West of Liberty“ (Network Movie) ihre Weltpremiere feiern und als Binge-Events präsentiert. Bei der diesjährigen MIPTV wurden die ersten beiden Folgen von „Die neue Zeit“ einem internationalen Publikum vorgestellt und im Wettbewerb für die Beste Musik ausgezeichnet. Das Langfilmdebüt von Christina Ebelt „Sterne über uns“ (2Pilots Filmproduction) ist in die Reihe „Neues Deutsches Kino“ eingeladen. Das Sozialdrama ist in vier Kategorien für den Förderpreis Neues Deutsches Kino sowie für den Fritz Gerlich Filmpreis nominiert. Das Mafia-Biopic „Der Verräter“ (Match Factory Productions) von Marco Bellocchio feierte seine Weltpremiere im Wettbewerb der Filmfestspiele in Cannes und läuft in München im „Wettbewerb Cinecopro“. Die restaurierte Fassung von Dominik Grafs „Die Sieger“, die bei der diesjährigen Berlinale erstmalig gezeigt wurde, wird in der Reihe 100 Jahre Bavaria Film gezeigt. Zudem eröffnet die Kinderbuch-Adaption „Mein Lotta-Leben“ (Dagstar Film) von Neele Leana Vollmar das Kinderfilmfest im Rahmen des Filmfest München.

Das diesjährige Filmfest München wird mit „The Art of Self-Defense“ von Riley Stearns eröffnet. Die Retrospektiven widmen sich dem dänischen Dokumentarfilmer Mads Brügger sowie dem südkoreanischen Autorenfilmer Bong Joon Ho. Antonio Banderas und Ralph Fiennes werden mit dem Ehrenpreis des Festivals, dem CineMerit Award, ausgezeichnet.

Gemeinsam mit dem Bayerischen Filmzentrum zeigt das Festival im internationalen Wettbewerb „Virtual Worlds“ vom 2. bis 4. Juli erstmalig eine Auswahl der derzeit innovativsten und wichtigsten VR-Experiences.

Das Filmfest München ist nach der Berlinale das zweitgrößte deutsche Filmfestival. Es findet seit 1983 jährlich Ende Juni statt. Mit rund 200 Filmen auf 18 Leinwänden und zuletzt mehr als 81.500 Besuchern ist es vor allem ein Publikumsfestival.

Programm und weitere Infos unter www.filmfest-muenchen.de.

 

Die Produktionen im Einzelnen:

 

Reihe Neue Deutsche Serien

„Die neue Zeit“

In der Bauhaus-Serie „Die neue Zeit“ -erzählt Regisseur Lars Kraume die Geschichte des Staatlichen Bauhauses um Gründer Walter Gropius. Kraume schrieb das Drehbuch gemeinsam mit Judith Angerbauer. Die sechsteilige TV-Serie wurde u.a. in den Kölner MMC Studios gedreht. zero one film produzierte in Koproduktion mit Constantin Television und Nadcon Film unter Senderbeteiligung von ZDF und ARTE. Die Filmstiftung förderte die Produktion mit 1.100.000 Euro, weitere Unterstützung kam von MBB, MDM, MFG und dem German Motion Picture Fund. Die Hauptrollen spielen August Diehl als Walter Gropius und Anna Maria Mühe als Studentin und Künstlerin Dörte Helm. Es sind u.a. Valerie Pachner, Ludwig Trepte, Hanns Zischler, Corinna Kirchhoff, Birgit Minichmayr, Max Hopp, Alexander Finkenwirth, Sven Schelker, Sebastian Blomberg u.v.a. zu sehen.

 

Reihe Neue Deutsche Serien

„West of Liberty“

Barbara Eder drehte nach Thomas Engströms Roman die internationale, vierteilige Thriller-Serie „West of Liberty“ in NRW, u.a. in Bonn, Essen und Köln. Weitere Drehorte sind Berlin, Marokko und Schweden. Die Drehbücher verfassten Sara Heldt und Donna Sharpe. Die Hauptrolle des Ex-Stasi-Spitzel und Doppelagent Ludwig Licht übernahm Wotan Wilke Möhring. In weiteren Rollen sind Michelle Meadows, Matthew Marsh, Cara Horgan, Doña Croll, Philipp Karner, Lola Zackow, Lars Eidinger zu sehen. Produziert wurde die sechsteilige Miniserie von Network Movie und Anagram (SE) unter Senderbeteiligung von ZDF und SVT Schweden. Den internationalen Vertrieb hat ITV GLOBAL übernommen. Die Film- und Medienstiftung NRW förderte das Projekt mit 350.000 Euro. Weitere Förderer sind Creative Europe Media, Film i Skane, Film i Väst sowie das schwedische Filminstitut.

 

Reihe Neues Deutsches Kino

„Sterne über uns“

„Sterne über uns“ ist das Regiedebut von Drehbuchautorin Christina Ebelt. Die KHM-Absolventin schrieb das Drehbuch gemeinsam mit Franziska Krentzien und drehte vollständig in NRW. Das Drama wurde von 2Pilots Filmproduction produziert unter Senderbeteiligung von ZDF/Das kleine Fernsehspiel und ARTE. Die Filmstiftung förderte mit 200.000 Euro, weitere Gelder kamen von Creative Europe MEDIA. Real Fiction bringt den Film in die deutschen Kinos. „Sterne über uns“ ist in vier Kategorien für den Förderpreis Neues Deutsches Kino nominiert: Christina Ebelt für Regie und Drehbuch (gemeinsam mit Franziska Krentzien), Produzentin Regina Jorissen und die Schauspielerin Franziska Hartmann sowie Schauspieler Claudio Magno. Außerdem ist der Film als eine von drei Produktionen für den Fritz Gerlich Filmpreis nomniniert. Franziska Hartmann und Claudio Magno spielen Mutter und Sohn, die durch eine Wohnungskündigung in die Obdachlosigkeit gedrängt werden und in den Wald ziehen. Für Melli ist das improvisierte Lager im Wald nur eine Notlösung und sie will sich aus ihrer Misere alleine herauskämpfen, bis sie erkennt, dass ihr Abmühen völlig chancenlos bleibt.

 

Wettbewerb Cinecopro

„Der Verräter“

Der Verräter“ („Il Traditore“, „The Traitor“) von Marco Bellocchio feierte seine Weltpremiere im Wettbewerb der diesjährigen Filmfestspiele Cannes. Es ist ein Biopic über Tommaso Buscetta, den ersten hochrangigen italienischen Mafiaboss, der den Schweigeeid der sizilianischen Mafia brach. Seine Zeugenaussage half bei der Verurteilung hunderter Angehöriger der sizilianischen Cosa Nostra in Italien und den USA während der Maxiprozesse in den 80er Jahren. Das Drehbuch schrieb Bellocchio gemeinsam mit Ludovica Rampoldi, Valia Santella, Francesco Piccolo und Francesco La Licata. Die ausführenden Produzenten sind Kavac (I) und IBC Movie (I), weitere Produzenten sind Ad Vitam Production (F), Gullane Entretenimento (BRA), unter Senderbeteiligung von ZDF und Arte. Den Verleih übernimmt Pandora, der Weltvertrieb liegt beim The Match Factory. Die Filmstiftung förderte das Projekt mit 400.000 Euro.

 

Eröffnung Kinderfilmfest München

„Mein Lotta-Leben“

Regisseurin Neele Leana Vollmar begeisterte das junge Publikum bereits durch ihre Kinderfilm-Hits „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ und „Rico, Oskar und der Diebstahlstein“. „Mein Lotta Leben“ basiert auf der gleichnamigen Bestseller-Kinderbuchreihe von Autorin Alice Pantermüller und Illustratorin Daniela Kohl. Das Drehbuch schrieb Bettina Börgerding in Zusammenarbeit mit Neele Leana Vollmar. Die Kinderbuchverfilmung wurde zu großen Teilen in NRW gedreht und ist eine Produktion von Dagstar Film und Lieblingsfilm in Kooperation mit der Senator Film Köln. Die Filmstiftung förderte den Kinderfilm mit 900.000 Euro, weitere Unterstützung kam von FFF Bayern und FFA. Am 29. August startet „Mein Lotta-Leben“ im Verleih von Wild Bunch in den Kinos. In den Hauptrollen wirken u. a. Laura Tonke, Oliver Mommsen, Milan Pesche, Caro Cult und Carolin Kebekus mit. Meggy Hussong spielt in ihrem ersten Kinofilm die Hauptfigur Lotta. Der Popsänger und YouTuber Lukas Rieger übernimmt die Rolle des Teenie-Schwarms Marlon.

 

Reihe 100 Jahre Bavaria Film

„Die Sieger“

Der Action-Thriller „Die Sieger“ (gefördert in 1993) von Regisseur Dominik Graf kehrte bei der diesjährigen Berlinale, 25 Jahre nach seiner Erstaufführung, aufwändig restauriert und als neun Minuten längerer Director’s Cut zurück auf die Leinwand. Darin verstrickt sich ein Sondereinsatzkommando in eine Korruptionsaffäre; Verrat und Lügen reichen von Spitzenpolitikern bis in die eigenen Reihen. Das Restaurierungsteam der Bavaria Film fügte drei Szenen, die nicht mehr auf 35mm-Material zur Verfügung standen, aus der Magnetbandaufzeichnung der Rohschnittfassung in die ursprüngliche Kinofassung ein. Die Herausforderung bestand darin, diese Szenen an das hochwertige, digital bearbeitete 4K-Material anzugleichen.. Die Restaurierung verantwortete D-Facto NXT, die Vertriebsrechte liegen bei Bavaria Media. An allen entscheidenden Stellen begleitete Regisseur Dominik Graf den Prozess. Es standen u.a. Herbert Knaup, Hansa Czypionka, Heinz Hoenig, Katja Flint und Hannes Jaenicke vor der Kamera.