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Film und Medien Stiftung NRWNewsPressemitteilungenSieben filmstiftungsgeförderte Filme beim 21. Busan International Film Festival

Sieben filmstiftungsgeförderte Filme beim 21. Busan International Film Festival

  • World Cinema: „Toni Erdmann“ „Clair Obscur“ und  „Gleissendes Glück”
  • Weltpremiere im Open Cinema: „Das kalte Herz“
  • Flash Forward: „Marija“ von Michael Koch
  • A Window on Asian Cinema: „Apprentice“ von Boo Junfeng
  • Cinekids: „Mullewapp – Eine schöne Schweinerei“ von Tony Loeser und Theresa Strozyk
  • 21. Busan International Film Festival vom 6. – 15. Oktober

Starker Auftritt für Filme „Made in NRW“ beim Busan International Film Festival: In diesem Jahr sind gleich sieben filmstiftungsgeförderte Filme nach Korea eingeladen worden.

Die Reihe World Cinema zeigt den Kino-Sommerhit „Toni Erdmann“ von Maren Ade, „Clair Obscur“ von Yeşim Ustaoğlu und „Gleissendes Glück“ von Sven Taddicken. Im Open Cinema ist „Das kalte Herz“ von Johannes Naber zu sehen, der in Korea seine Weltpremiere feiern wird. In der Reihe Flash Forward läuft „Marija“ von Michael Koch und in die Sektion A Window on Asian Cinema wurde „Apprentice“ von Boo Junfeng eingeladen. In der Wettbewerbsreihe Cinekids wird „Mullewap – Eine schöne Schweinerei“ von Tony Loeser und Theresa Strozyk präsentiert.

„Schön, dass unsere Filme ‚Made in NRW‘ nach Europa, Amerika und Kanada nun auch nach Asien reisen“, so Petra Müller, Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW. „Besonders gespannt sind wir auf die Weltpremiere von ‚Das kalte Herz‘ und die Publikumsresonanz auf den Deutschen Oscar-Kandidaten ‚Toni Erdmann‘. Wir wünschen allen Filmteams spannende Begegnungen in Busan!“

Beim 1996 gegründeten Busan International Film Festival war die Filmstiftung NRW erstmals 2000 vertreten. Seit 2014 ist die Film- und Medienstiftung NRW mit Förderreferentin Helga Binder regelmäßig beim bedeutendsten Filmfestival in Asien, das in diesem Jahr 300 Filme aus 69 Ländern zeigt.

Weitere Informationen zum Festival: www.biff.kr

Zu den Filmen im Einzelnen:

World Cinema: „Toni Erdmann“
Als erster deutscher Film seit acht Jahren hatte „Toni Erdmann“ im Mai im Wettbewerb des Cannes Filmfestivals seine Weltpremiere gefeiert und Publikum, Kritiker und Branche gleichermaßen begeistert. Der Film gewann den renommierten Preis der Internationalen Filmkritik FIPRESCI. Seit der Weltpremiere in Cannes hat der Kölner Weltvertrieb The Match Factory den Film bereits in 100 Länder verkauft, u.a. nach ganz Nord- und Südamerika, Russland, China oder die europäischen Key Territories wie Frankreich, Italien, Spanien, Skandinavien und Großbritannien. In Deutschland waren seit Kinostart am 14. Juli 2016 inzwischen über 620.000 Besucher in „Toni Erdmann“ in den Kinos. In den Hauptrollen spielen Sandra Hüller und Peter Simonischek. „Toni Erdmann“ ist eine Produktion von Komplizen Film in Koproduktion mit coop99Filmproduktion und Missing Link Films. SWR, WDR und ARTE beteiligten sich als Sender an der Produktion. Ein Teil des Films wurde in Aachen inszeniert, weiterer Drehort war Bukarest. Die Film- und Medienstiftung ist Hauptförderer mit 785.000 Euro, weitere Unterstützung kam vom MBB, FFHSH, FFF, DFFF, FFA, BKM, ÖFI, Filmstandort Austria, Media und Eurimages.

World Cinema: „Clair Obscur“
„Clair Obscur” heißt das neue Werk der türkischen Regisseurin Yeşim Ustaoğlu. Der Film beschreibt den psychologischen Reigen zweier türkischer Frauen, denen es weder vergönnt war, unabhängig heranzuwachsen, oder ihre eigene Persönlichkeit selbst zu entdecken, zu lieben und geliebt zu werden, geschweige denn eine ehrliche, selbstbestimmte Beziehung zu führen. Die Auswirkungen dieser psychologischen Verletzungen sind auf Mikro- und Makroebene quer durch die türkische Gesellschaft zu spüren – einer Gesellschaft, die von innen heraus verfault. An der Produktion sind Ustaoğlu Film (TR), Slot Machine (F) und die Kölner unafilm beteiligt, Koproduzent war Aeroplan Film (PL) unter Senderbeteiligung von ZDF/Arte. Die Hauptrollen in dem Drama spielen Funda Eryigit, Mehmet Kurtulus, Ecem Uzun Okan Yalabik und Sema Poyraz. Die Filmstiftung NRW förderte mit 200.000 Euro, weitere Förderer waren Turkish Ministry of Culture, CNC / Institute Francais, Polish Film Institute und Eurimages. Der Weltvertrieb liegt bei Beta Cinema, der Kölner Real Fiction Verleih bringt den Film ins Kino.

World Cinema: „Gleissendes Glück“
Gefangen in einer Ehe voller Qualen verliert die tiefgläubige Helene Brindel ihr Glück endgültig, als sie sich auch noch von Gott verlassen fühlt. Der gefeierte, aber mit eigenen Dämonen kämpfende Neurowissenschaftler Eduard E. Gluck scheint der Schlüssel zu ihrer Selbstbefreiung zu sein. Als Helene und Gluck aufeinandertreffen, erkennen sie sich im Gegenüber wieder: Beide haben das Vertrauen in die Liebe verloren, nach der sie nie aufgehört haben, sich zu sehnen. Für Helene und Eduard ist Liebe Zumutung und Verheißung gleichermaßen. Zögernd bewegen sie sich aufeinander zu. „Gleissendes Glück” wurde von Frisbeefilms produziert. Die Film- und Medienstiftung NRW förderte die Produktion mit 650.000 Euro. Wild Bunch bringt den Film am 20. Oktober 2016 in die Kinos.

Open Cinema: „Das kalte Herz“
Der Schwarzwald in mythischer Vorzeit. Die Liebe von Peter und Lisbeth steht unter einem schlechten Stern – sie ist aus gutem Hause, er ist arm und kommt aus einfachen Verhältnissen. Um reich zu werden, schließt Peter einen Pakt mit dem finsteren Holländer-Michel und lässt sich von ihm anstelle seines Herzens einen Stein in die Brust setzen. Dadurch wird Peter rücksichtslos und fühlt nichts mehr. So kommt er seinem Ziel schnell näher und wird reich und angesehen. Doch Lisbeth erkennt Peter nicht mehr wieder und stellt sich gegen ihn. Um Lisbeth zurückzugewinnen, muss er sein Herz wiederbekommen. „Das kalte Herz” ist eine Produktion von Schmidtz Katze Filmkollektiv und Babelsberg Film in Koproduktion mit Studio Babelsberg und Philipp filmproduction sowie den Sendern SWR, ARD Degeto und MDR. Die Filmstiftung förderte das Projekt in der Produktion mit 300.000 Euro. Weitere Mittel kamen von MFG Filmförderung Baden-Württemberg, der Mitteldeutschen Medienförderung, dem Medienboard Berlin-Brandenburg, Deutscher Filmförderfonds und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Weltkino wird den Film ab dem 20. Oktober in die deutschen Kinos bringen.

Flash Forward: „Marija“
Marija kommt aus der Ukraine in die Dortmunder Nordstadt, und um sich ihren großen Traum zu erfüllen, einen eigenen Friseursalon zu eröffnen, greift sie zuweilen auch zu fragwürdigen Methoden. Aber moralische Bedenken und Emotionen sind Angelegenheiten, die man sich leisten können muss. Die Regie führte Michael Koch, in den Hauptrollen spielen Margarita Breitkreiz und Georg Friedrich. Der Film der Kölner Pandora Filmproduktion entstand in Koproduktion mit dem WDR und Arte sowie Hugofilm (CH) und der Kölner Little Shark Entertainment. Die Produktion wurde von der Film- und Medienstiftung NRW mit 400.000 Euro unterstützt, weitere Gelder kamen von DFFF, BKM und FFA sowie der Schweizer BAK und der Zürcher Filmförderung. Der Kölner Real Fiction Verleih bringt den Film im Februar 2017 in die Kinos, den Weltvertrieb übernimmt die französische Luxbox Films.

A Window on Asian Cinema: „Apprentice“
Boo Junfengs zweiter Langfilm „Apprentice“ erzählt vom 28 jährigen Aiman, der als Vollzugsbeamter in das wichtigste Gefängnis von Singapur versetzt wird. Er freundet sich dort mit Rahim an. Der entpuppt sich als Henker des Gefängnisses, einer der meistbeschäftigten weltweit. Kann Aiman seine Vergangenheit vergessen und es mit seinem Gewissen vereinbaren, der Lehrling des Henkers zu werden? Produziert wurde der Film von Akanga Films Asia, Peanut Pictures und Zhao Wei Films (SG) in Koproduktion mit Cinéma Defacto (F), Making Film Productions (HKG) sowie der Kölner augenschein Filmproduktion. Die Filmstiftung NRW förderte mit 45.000 Euro, weitere Förderer waren MDA Development Fund, MDA Production Fund, MDA reference money, Asian Cinema Fund, CNC Cinéma du mode, IDF Aide après réalisation und das Doha Film Institute. Der Weltvertrieb liegt bei Luxbox. „Apprentice“ feierte seine Weltpremiere in der Sektion Un Certain Regard des diesjährigen Festival de Cannes. Junfengs Debütfilm „Sandcastle“ lief 2010 ebenfalls in Cannes, damals in der Reihe „Semaine de la Critique“.

Cinekids: „Mullewapp – Eine schöne Schweinerei“
Sieben Jahre nach „Mullewapp – Das große Kinoabenteuer der Freunde” landet die Fortsetzung der Abenteuer der von Helme Heine erfundenen, populären Figuren auf der Leinwand. Auf dem Bauernhof steht der Geburtstag des stets hungrigen Schwein Waldemar an. Zur Feier hat man eine Sahnetorte gebacken. Doch das fiese Wildschwein Horst von Borst und seine Gesellen haben ein Auge auf das Geschenk geworfen und stören das fröhlich-friedliche Beisammensein von Waldemar und seinen besten Freunden Johnny Mauser und Franz von Hahn und den anderen Tieren des Hofes, zu denen auch die hübsche Henne Marilyn zählt. Der Film ist eine Produktion von MotionWorks und Melusine Productions (LU) in Koproduktion mit Studiocanal. Die Filmstiftung unterstützte das Projekt mit 350.000 Euro in der Produktion. Weitere Förderer waren die FFA, die Mitteldeutsche Medienförderung, FFHSH und MBB. Studiocanal zeichnet sich für den Verleih verantwortlich und brachte den Film Mitte Juli 2016 in die deutschen Kinos.