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Soudade Kaadan erhält den dritten Baumi Script Development Award

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Jury und Gast-Jury Mitglied Martina Gedeck haben entschieden: Syrische Filmemacherin Soudade Kaadan erhält den dritten Baumi Script Development Award

Düsseldorf/Berlin, 20. Februar 2018. Im dritten Jahr geht der Baumi Script Development Award erstmals an eine Filmemacherin. Die in Frankreich geborene, syrische Autorin und Regisseurin Soudade Kaadan wurde heute für ihr Treatment „NEZOUH“ ausgezeichnet. Der mit 20.000 Euro dotierte Baumi Script Development Award wird in Erinnerung an den Produzenten Karl „Baumi“ Baumgartner jährlich verliehen. Unter 46 internationalen Einreichungen entschied die Jury, die aus den Preisstiftern Pandora Film, der Baumgartner Familie und der Film- und Medienstiftung NRW besteht. Die diesjährige Gastjurorin, Schauspielerin Martina Gedeck, übergibt den Preis im Rahmen des heutigen NRW Berlinale Presselunchs.

Claudia Steffen (Pandora Film), Reinhard Brundig (Pandora), Gastjurorin Martina Gedeck, Preisträgerin Soudade Kaadan, Petra Müller (FMS), und die Stifterinnen Martina und Sandra Baumgartner © Kurt Krieger/Film- und Medienstiftung NRW
Claudia Steffen (Pandora Film), Reinhard Brundig (Pandora), Gastjurorin Martina Gedeck, Preisträgerin Soudade Kaadan, Petra Müller (FMS), und die Stifterinnen Martina und Sandra Baumgartner © Kurt Krieger/Film- und Medienstiftung NRW

„Mit traumwandlerischer Sicherheit legt Soudade Kaadan die verschiedenen Schichten der Zerstörung frei“, so Gastjurorin Martina Gedeck. „Sie verbindet menschliche Ohnmacht mit Willenskraft, Verzweiflung mit Zuversicht, Finsternis mit Verheißung. Mitten im kriegerischen Geschehen entstehen Inseln des Innehaltens, in denen das Leben über den Tod hinausweist und ihn so besiegt.“

Jurybegründung:
Soudade Kaadan erzählt sehr poetisch die hochaktuelle Geschichte über eine unbekanntere Seite aus den Kriegswirren in Syrien. Das arabische „NEZOUH“ bedeutet Vertreibung. Mit der Flucht wird es aber auch für junge syrische Frauen zum ersten Mal normal, selbstbestimmt allein und getrennt von der Familie zu leben. Fast unbemerkt von der aktuellen Berichtserstattung gibt es mitten im Kriegschaos immer auch etwas Freiheit. Die feinsinnige Erzählweise Soudade Kaadans mit ihren wunderbaren cineastischen Bildern hat uns als Jury tief berührt und sofort in ihre Welt mitgenommen. Sie findet bereits im Treatment konkrete Szenen über die großen Themen Krieg und Vertreibung.

Zum Inhalt:
Während des Syrien-Konflikts in Damaskus zerstört eine Bombe das Dach von Zeinas Haus. Erstmals schläft das junge Mädchen unter den Sternen. Davor war es ihr sogar verboten ein Fenster zu öffnen. Zum ersten Mal sieht sie die Welt draußen und freundet sich mit dem Nachbarsjungen Amer an. Zeina fühlt sich auch schuldig wegen ihres kurzen Glücks, als ihr Vater Mutaz angesichts der Zerstörung seines Hauses und Lebens in Tränen ausbricht. Er hängt an jede eingefallene Wand ein Betttuch, bis das Haus wie ein groteskes Zelt aussieht. Schnell eskaliert die Gewalt in Damaskus und Amers Familie beschließt zu gehen. Zeinas Vater weigert sich aber, ein Flüchtling zu werden. Die Frauen der Familie allerdings haben nichts mehr zu verlieren und schließen sich der Flucht an. Bald entdeckt Zeina, dass sich ein Fenster zu einem neuen Leben geöffnet hat.

Zur Preisträgerin:
Soudade Kaadan ist eine in Frankreich geborene Syrische Regisseurin, sie lebt und arbeitet in Beirut. Am Higher Institute of Dramatic Arts in Syrien hat sie Theaterkritik studiert und an der Saint Joseph University Institut des Estudes Scénique, Audiovisuelles et Cinématographiques (IESAV) im Libanon promoviert. Ihre bisherigen Dokumentarfilme wie auch ihre Kurzfilme sind international auf Festivals vertreten und mit diversen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Martine Filippi award for discovery sowie dem Muhr Arab Documentary beim Dubai International Film Festival. Ihr erster Langspielfilm „The Day I lost My Shadow“ eine Syrisch-Französische Koproduktion entstand u.a. mit Unterstützung des Hubert Bals Fund und befindet sich z.Z. in Post Produktion.

Zum Preis:
Im Februar 2016 wurde erstmals der Baumi Script Development Award in Erinnerung an den Filmproduzenten und Filmverleiher Karl „Baumi“ Baumgartner verliehen. Der mit 20.000 Euro dotierte Preis wurde von den Stiftern Martina und Sandra Baumgartner, der von ihm mit gegründeten Pandora Film sowie der Film- und Medienstiftung NRW ins Leben gerufen. Um den Award können sich deutsche und internationale Autoren mit einem englischsprachigen Treatment bewerben. Aus allen Einreichungen wählt eine Jury, bestehend aus den Stiftern und einem jährlich wechselnden internationalen Filmemacher, einen Stoff aus. Gewinner des ersten Baumi Awards war der ägyptische Filmemacher Omar El Zohairy, als Gastjuror konnte Fatih Akin gewonnen werden. Zweiter Preisträger war der polnische Filmemacher Kuba Czekaj, der von Gastjuror Aki Kaurismäki den Preis entgegen nahm.

Der besondere Dank der Preisstifter gilt Katja Clos für die Grafik- und Logoerstellung, Friederike Zeit für Entwurf und Anfertigung der Preisskulptur sowie Fritz Erler für die Programmierung der Webseite.