Film und Medien Stiftung NRWNewsNewsStarker NRW-Auftritt bei der Berlinale 2026: Elf geförderte Produktionen im Programm – zwei im Wettbewerb 

Starker NRW-Auftritt bei der Berlinale 2026: Elf geförderte Produktionen im Programm – zwei im Wettbewerb 

Mit insgesamt elf filmstiftungsgeförderten Produktionen ist Nordrhein-Westfalen prominent bei den 76. Internationalen Filmfestspielen Berlin (12.–22. Februar 2026) vertreten. Zwei filmstiftungsgeförderte Filme feiern ihre Premiere im Wettbewerb. Weitere Produktionen sind in den Sektionen Berlinale Special Gala, Panorama und Retrospektive eingeladen. Zusätzlich zu den acht Produktionen im offiziellen Berlinale-Programm freut sich die Film- und Medienstiftung NRW über zwei Serien-Präsentationen im Rahmen des Berlinale Series Market.

Walid Nakschbandi, Geschäftsführer der Film- und Medienstiftung NRW:

„Elf Filme und Serien aus Nordrhein-Westfalen prägen die Berlinale 2026 – mit starken, innovativen Handschriften, mutig-packenden Erzählungen und großer gesellschaftlicher Relevanz. Besonders erfreulich ist die Einladung zweier von der Film- und Medienstiftung NRW geförderter Filme in den Berlinale-Wettbewerb. Sie stehen für ein Kino, das den Nerv der Zeit trifft und über Grenzen hinweg wirkt. Wir wünschen Tricia Tuttle, ihrem Team, allen Beteiligten und dem Publikum eine rauschende Berlinale voller Entdeckungen und Filme, die nachhallen.“

Ein besonderer Akzent verbindet das Berlinale-Programm 2026 mit der Förderarbeit der Film- und Medienstiftung NRW: Die Regisseurin des Berlinale-Eröffnungsfilms „No Good Men“, Shahrbanoo Sadat, wurde 2021 für das Stoffentwicklungsprojekt „Kabul Jan“ – den damaligen Arbeitstitel des Films – mit dem Baumi Script Development Award ausgezeichnet. Der Preis wird von den Stifter:innen Pandora Film, der Familie Baumgartner und der Film- und Medienstiftung NRW gemeinsam mit einer jährlich wechselnden Gastjurorin bzw. einem Gastjuror in Erinnerung an den Produzenten Karl „Baumi“ Baumgartner vergeben.

Wettbewerb

Mit „Rose“ von Markus Schleinzer und „Rosebush Pruning“ von Karim Aïnouz sind zwei filmstiftungsgeförderte Produktionen im Wettbewerb der Berlinale eingeladen.

In „Rose“ kämpft eine alleinstehende Frau im Deutschland des frühen 17. Jahrhunderts nach dem Dreißigjährigen Krieg um ihren Platz in einer sich wandelnden Gesellschaft. Ohne Perspektive gibt sie sich als Mann und Kriegsveteran aus, um ein verlassenes Gut zu übernehmen – ein riskanter Schritt in eine neue Existenz. Der Film ist eine Produktion von ROW Pictures in Koproduktion mit Schubert; ZDF und ARTE sind Senderpartner. Die Film- und Medienstiftung NRW förderte die Produktion mit 450.000 Euro.

„Rosebush Pruning“ vom preisgekrönten Regisseur Karim Aïnouz ist eine bissige Gegenwartssatire über die Absurdität der traditionellen patriarchalen Familie.
In einer opulenten Villa unter der katalanischen Sonne schwelgen die amerikanischen Geschwister Jack, Ed, Anna und Robert in Abgeschiedenheit und ihrem geerbten Vermögen, ignorieren die Forderungen ihres blinden Vaters und suchen Liebe und Bestätigung ineinander sowie in ihren neuesten Designerklamotten. Als der älteste Bruder Jack verkündet, mit seiner Freundin zusammenzuziehen, reißen Blutsbande auseinander und verdrängte Wahrheiten kommen ans Licht.
Produziert von Match Factory Productions in Koproduktion mit Kavac Film und CryBaby Films, wird der Film von MUBI verliehen; der Weltvertrieb liegt bei The Match Factory. Die Film- und Medienstiftung NRW unterstützte das Projekt mit 300.000 Euro.

Berlinale Special Gala Premiere

In der Berlinale Special Gala feiert „Die Blutgräfin“ von Ulrike Ottinger Premiere. In Zusammenarbeit mit Elfriede Jelinek verbindet der Film Vampirmythos, Historienfantasie und Gesellschaftssatire zu einem eigenwilligen filmischen Kosmos. Im Zentrum stehen die Blutgräfin und ihre Zofe, die in Wien einen neuen Tanz der Vampire eröffnen und sich auf eine aberwitzige Jagd nach dem roten Lebenssaft, der verschütteten Geschichte ihrer Ahnen und einem Buch begeben, das ihr Vampirreich zu zerstören droht.
Der Film ist eine Produktion von Amour Fou Vienna in Koproduktion mit Heimatfilm und Amour Fou Luxembourg. ZDF, ARTE und ORF sind Senderpartner, der Verleih liegt bei Neue Visionen, der Weltvertrieb bei Magnify Films. Die Film- und Medienstiftung NRW förderte die Produktion mit 200.000 Euro.

Panorama

In der Sektion Panorama sind vier filmstiftungsgeförderte Produktionen eingeladen.

Mit „Two Mountains Weighing Down My Chest“ erzählt Regisseurin und Autorin Viv Li in einem dokumentarischen Langfilm von Identität, Zugehörigkeit und dem Leben zwischen Kulturen. Die 32-jährige Filmemacherin, in China als Mädchen geboren und als Junge erzogen, lebt heute in der sex-positiven Künstlerszene Berlins. Der Film ist eine geistreiche und humorvolle Reise zwischen Berlin und Beijing. Produziert wurde der Film von der CORSO Film- und Fernsehproduktion in Koproduktion mit 100% Films (NL), mit ZDF / Das kleine Fernsehspiel als Senderpartner. Die Film- und Medienstiftung NRW förderte den Film mit 230.000 Euro.

Der Thriller „Staatsschutz“ von Faraz Shariat setzt sich mit struktureller Gewalt und den Verflechtungen von Sicherheitsapparat und Justiz auseinander. Nach seinem vielfach ausgezeichneten Debüt „Futur Drei“ und seiner Arbeit für die Miniserie „Zeit Verbrechen“ markiert der Film Shariats Rückkehr zum Langfilm und feiert seine Weltpremiere auf der Berlinale. Jünglinge Film produzierte den Film in Koproduktion mit ZDF / Das kleine Fernsehspiel, ARTE ist beteiligt. Die Film- und Medienstiftung NRW unterstützte die Produktion mit 650.000 Euro.

Mit „The Education of Jane Cumming“ zeigt Sophie Heldman ein historisches Drama nach wahrer Begebenheit. Schottland, 1810: Zwei junge Frauen gründen mit bescheidenen Mitteln eine Mädchenschule und träumen von einem selbstbestimmten Leben – bis gesellschaftliche Vorurteile und ein öffentlicher Skandal ihre Existenz bedrohen. Der Film ist eine Produktion von Heimatfilm in Koproduktion mit Dschoint Ventschr Filmproduktion (CH) und Sylph Productions Ltd. (UK), mit WDR und ARTE als Senderpartnern. Die Film- und Medienstiftung NRW beteiligte sich mit 850.000 Euro an der Finanzierung.

Ebenfalls in der Sektion Panorama feiert „Narciso“ von Marcelo Martinessi Premiere. Das Drama spielt im Paraguay des Jahres 1958 und erzählt von einem charismatischen Musiker, der aus Buenos Aires zurückkehrt und in der Enge der Militärdiktatur zur Musiksensation und zum Symbol der Freiheit wird. Nach seinem letzten Konzert wird Narciso tot aufgefunden. Der Film ist eine Produktion von La Babosa Cine in internationaler Koproduktion mit Pandora Film, Esquina Filmes, Outblaum Filmes, BTEAM, La Fabrica Nocturna Productions und Mutante Cine. Den Verleih übernimmt BTEAM Pictures, der Weltvertrieb liegt bei Luxbox. Die Film- und Medienstiftung NRW förderte die Produktion mit 55.000 Euro.

Retrospektive

Ein besonderer Akzent für den Filmstandort Nordrhein-Westfalen ist die Aufnahme von „Lola rennt“ in die Berlinale-Retrospektive, die 2026 unter dem Motto „Lost in the 90s“ steht. Die Retrospektive widmet sich Filmen der 1990er-Jahre – einer Dekade des Umbruchs, der Neuorientierung und ästhetischer Radikalität.

Mit „Lola rennt“ ist ein Schlüsselwerk dieser Zeit vertreten, das mit seinem Rhythmus, seiner visuellen Energie und seiner erzählerischen Konsequenz wie kaum ein anderer Film für den internationalen Aufbruch des deutschen Kinos steht. Der von Tom Tykwer inszenierte und von X Filme Creative Pool produzierte Film wurde von der Film- und Medienstiftung NRW bereits zur Entstehungszeit mit 950.000 DM gefördert.

Wim Wenders als Jurypräsident der Berlinale 2026

Ein weiteres starkes Signal für den Filmstandort Nordrhein-Westfalen ist die Ernennung von Wim Wenders zum Präsidenten der Internationalen Jury der 76. Internationalen Filmfestspiele Berlin. Der vielfach ausgezeichnete Regisseur, Autor und Fotograf ist dem Filmstandort NRW seit Jahrzehnten eng verbunden.

In Kooperation mit der Wim Wenders Stiftung schreibt die Film- und Medienstiftung NRW zudem das Wim Wenders Stipendium zur Förderung innovativer filmischer Erzählkunst aus. Das Stipendium richtet sich an Projekte und Talente, die durch besondere künstlerische Handschrift und kreative Radikalität überzeugen.

Berlinale Series Market and Conference mit zwei filmstiftungsgeförderten Produktionen

Zum zwölften Mal ist die Film- und Medienstiftung NRW Hauptpartnerin des Berlinale Series Market (16.–19. Februar 2026), der im Rahmen des European Film Market (EFM) stattfindet. Als zentrale Plattform für internationale Serienprojekte bringt der Berlinale Series Market Produzent:innen, Sender, Streamer und Kreative aus aller Welt zusammen. Die Filmstiftung unterstreicht damit erneut ihr langfristiges Engagement für den Serienstandort Nordrhein-Westfalen und den internationalen Austausch.

Im Berlinale Series Market Selects wird die Fantasy-Dramaserie „All Heroes Are Bastards“ vorgestellt. Die von Esra und Patrick Phul entwickelte Serie erzählt von drei gesellschaftlichen Außenseitern, die durch ein mysteriöses Artefakt Superkräfte erhalten und vor der Entscheidung stehen, ihre Community zu schützen oder ihre neuen Fähigkeiten für persönliche Vorteile zu nutzen. Die Serie ist eine Produktion der Picture Me Rollin’ GmbH und der btf GmbH mit ARD Degeto als Senderpartner und wurde vollständig in Nordrhein-Westfalen gedreht. Die Film- und Medienstiftung NRW förderte das Projekt mit 1,3 Millionen Euro.

Bei der Up Next: Germany-Präsentation ist die Thriller-Dramaserie „Westend Girl“ vertreten. Die von Pola Beck und Stefan Schaller inszenierte Serie erzählt vom abrupten Zusammenbruch einer privilegierten Jugend in Düsseldorf, nachdem die Eltern der 18-jährigen Ronja Huck wegen bandenmäßigen Drogenhandels verhaftet werden. Produziert wurde die Serie von Flare Film und Cactus Films in Koproduktion mit WDR und ARTE. Die Film- und Medienstiftung NRW unterstützte die Produktion mit 900.000 Euro.

Am „Focus Germany“-Stand im European Film Market im Gropius Bau präsentiert die Film- und Medienstiftung NRW auch in diesem Jahr den Standort gemeinsam mit den anderen acht regionalen Filmförderungen. Besucher:innen des European Film Market sind dort herzlich willkommen.

Überblick: Filmstiftungsgeförderte Produktionen bei der Berlinale 2026

Insgesamt elf filmstiftungsgeförderte Produktionen, davon zwei im Wettbewerb.

Eröffnungsfilm

Wettbewerb

Berlinale Special Gala Premiere

Panorama

Retrospektive

Berlinale Series Market and Conference

Berlinale Series Market Selects

Up Next: Germany