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Film und Medien Stiftung NRWNewsNewsStartschuss für die 63. Berlinale

Startschuss für die 63. Berlinale

Heute Abend wurden die 63. Internationalen Filmfestspiele Berlin durch Jury-Präsident Wong Kar Wai (Hongkong, China) und Berlinale-Direktor Dieter Kosslick feierlich eröffnet. Im Anschluss an die Eröffnung lief Wong Kar Wais Martial Arts-Drama "The Grandmaster". NRW ist auf der diesjährigen Berlinale mit insgesamt 25 Filmen vertreten.

Die seit langem in Deutschland lebende Regisseurin Pia Marais stellt mit „Layla Fourie“ ihren dritten Spielfilm vor. Die Hauptrollen in dem Drama, für das Pia Marais nach Südafrika an den Ort ihrer Kindheit zurückkehrte, spielen Rayna Campbell und August Diehl. Die Geschichte handelt von einer allein erziehenden Mutter in Johannesburg, die einen Job als Lügendetektor-Technikerin bekommt. In der ständig präsenten Atmosphäre von Misstrauen, Lügen und Angst wird sie bald selbst zur Verdächtigen. „Layla Fourie“ ist eine Pandora Film-Produktion in Koproduktion mit Spier Films & DV8 Films (Südafrika), Topkapi Films (Niederlande) und Cinéma Defacto (Frankreich). WDR/ARTE beteiligte sich als Sender, den Weltvertrieb übernahm die Kölner The Match Factory. Der Film wurde zu Teilen in Köln gedreht und von NRW mit 550.000 Euro gefördert. Auch Marais‘ vorangegangenen preisgekrönten Filme „Die Unerzogenen“ und „Im Alter von Ellen“, entstanden in gemeinsamer Kooperation von Pandora Film und Filmstiftung.

2011 war die niederländische Regisseurin Nanouk Leopold bereits mit ihrem Film „Brownian Movement“ ins Forum der Berlinale eingeladen worden. Ihr neuer Film „Oben ist es still“ läuft in diesem Jahr nun im Panorama Special der Filmfestspiele. Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Gerbrand Bakker erzählt der Film von einem Bauern, der seine Homosexualität erst zulassen kann, nachdem er seinen kranken Vater auf den Dachboden verfrachtet hat. Neben Coin Film produzierten die niederländischen Circe Films und Isabella Films unter Beteiligung von 3sat. Gedreht wurde u.a. in der Nähe von Borken, die Hauptrollen spielen der kürzlich verstorbene Jeroen Willems und Wim Opbrouck. Die Filmstiftung förderte „Oben ist es still“ mit 200.000 Euro.

Die aus Lippe stammenden Filmemacher Patrick Schuckmann und Stefan Westerwelle präsentieren ihren neuen Film „Lose Your Head“ als Weltpremiere im Panorama der Filmfestspiele, wo der KHM Absolvent Westerwelle bereits im letzten Jahr mit „Detlef“ vertreten war. Erzählt wird die Geschichte des jungen Spaniers Luis, der für ein Partywochenende ins pulsierende sommerliche Berlin reist. Dort taucht er ins Nachtleben ab und gerät aufgrund einer Verwechslung in den Sog mysteriöser Ereignisse. Für die Kamera ist Julia Daschner verantwortlich, ebenfalls Absolventin der KHM. „Lose Your Head“ ist der erste Film der Hamburger Mutter-Film, deren Postproduktion von der Filmstiftung mit 25.000 Euro realisiert wurde.

Nicolas Wackerbarths erster Kinofilm „Halbschatten“ feiert Weltpremiere im Berlinale Forum. Im Zentrum der Geschichte steht Merle, die Romuald nach Südfrankreich folgt. Im Ferienhaus aber trifft sie nur dessen Kinder Emma und Felix. Merle beschließt, sich in der Villa über dem Meer erst einmal eine schöne Zeit zu machen. Doch die Abwesenheit Romualds lässt sich nicht wegdenken. Wackerbarth erzählt von einem ungewissen Sommer mit freien Tagen, die wie im Traum entgleiten. Der Cast setzt sich u.a. aus Anne Ratte-Polle, Emma Bading, Leonard Proxauf, Maren Kroymann sowie Lou Castel zusammen. „Halbschatten“ ist eine von der Filmstiftung mit 400.000 Euro geförderte unafilm-Produktion in Koproduktion mit Les Films d’Antoine (Frankreich) in Zusammenarbeit mit WDR und Arte.

In der Nachwuchssektion der Berlinale feiern „Die mit dem Bauch tanzen“ und „Endzeit“ Premiere. „Die mit dem Bauch tanzen“ ist ein Dokumentarfilm, den Carolin Genreith zwischen Aachener Dom und Monschauer Burg im Herzen NRWs gedreht hat. Begleitet hat sie eine Gruppe von Frauen zwischen 40 und 69, die sich einmal wöchentlich zum Bauchtanz trifft und auf ihren sinnlichen Höhepunkt des Jahres zusteuert: eine gemeinsame Reise nach Paris, um am Montmartre aufzutreten. Es ist eine Geschichte über den Versuch, seinen eigenen Lebensrahmen zu sprengen, über die Schwierigkeiten der Wechseljahre und über die Kunst, die Angst vor dem Alter mit einem gekonnten Hüftkick in die Flucht zu schlagen. Die Kölner HUPE Film hat die WDR-Auftragsproduktion produziert, gefördert mit einer Festivalförderung von 7.000 Euro.

Sebastian Fritzschs und Georg Tiefenbachs gemeinsam produzierter Spielfilm „Endzeit“ ist eine Liebesgeschichte in einer postapokalyptischen Welt. Der Film erzählt von einem kleinen Mädchen, das einen Kometeneinschlag überlebt hat, der den Großteil der Menschheit und alle Zivilisation ausgelöscht hat. Einsam flieht das Kind aus den Ruinen der Städte in die lebensfeindlich gewordene Natur. Dort wächst es zur Einzelgängerin heran, die ihrem Schicksal trotzt und gegen die raue Umgebung ums blanke Überleben kämpft. Auf ihrer Odyssee durch Wälder und Schluchten trifft sie auf vier weitere Menschen. „Endzeit“ hat sich bei der Berlinale für den Preis Bester Erstlingsfilm qualifiziert und erhielt aus NRW eine Postproduktionsförderung in Höhe von 10.000 Euro (Produktion: Fritzsch & Tiefenbach Filmproduktion).

Das Berlinale Special präsentiert neben aktuellen Werken zeitgenössischer Filmemacher auch regelmäßig außergewöhnliche filmische Formate. Regisseur Niko von Glasow zeigt hier die Weltpremiere seines Dokumentarfilms „Mein Weg nach Olympia“. Er erzählt darin die bewegende Geschichte internationaler Teilnehmer an den Paralympics 2012 in London. Die mit 180.000 Euro von der Filmstiftung geförderte Dokumentation entstand in Koproduktion der Münchner if… Productions mit Niko von Glasows Palladio Film und der Senator Filmproduktion.

In der Reihe Lola@Berlinale präsentieren die Berliner Filmfestspiele Produktionen, die sich in der Vorauswahl für den Deutschen Filmpreis befinden. Darunter sind in diesem Jahr 18 NRW-geförderte Kinofilme.

„Die Abenteuer des Huck Finn” von Hermine Huntgeburth
„Alles wird gut“ von Niko von Glasow
„Berg Fidel – Eine Schule für alle“ von Hella Wenders
„Cloud Atlas“ von Andy & Lana Wachowski und Tom Tykwer
„Fraktus“ von Lars Jessen
„Hannah Arendt“ von Margarethe von Trotta
„Invasion” von Dito Tsintsadze
„Das Leben ist nichts für Feiglinge” von André Erkau
„Das Lied des Lebens“ von Irene Langemann
„Quellen des Lebens“ von Oskar Roehler
„Revision“ von Philip Scheffner
„Ritter Rost“ von Thomas Bodenstein
„Sofias letzte Ambulanz“ von Ilian Metev
„Sound of Heimat“ von Arne Birkenstock und Jan Tengeler
„Die Vampirschwestern“ von Wolfgang Groos
„Vergiss mein nicht“ von David Sieveking
„Die Vermissten“ von Jan Speckenbach
„Was bleibt“ von Hans-Christian Schmid

Gemeinsam mit der Film- und Medienstiftung NRW setzt der European Film Market 2013 den im vergangenen Jahr erfolgreich eingeführten Branchentalk mit internationalen Experten aus Film, TV und Medien fort, dieses Jahr mit zwei hochkarätigen Veranstaltungen.

Am 11. Februar, 16.00 – 17.00 Uhr, lädt die Film- und Medienstiftung NRW gemeinsam mit dem European Film Market der Berlinale zu einer Diskussion über das Thema Video on Demand (VOD) ein, das die Branche hierzulande unverändert beschäftigt. Während in einigen Ländern wie den USA Filme ohne jegliche Beschränkungen ausgewertet werden, besteht in Mitteleuropa noch Aufholbedarf. Das Panel widmet sich erfolgreichen VOD-Geschäftsmodellen, insbesondere für kleine und mittlere Verleiher und Produzenten, und diskutiert die Auswirkungen verkürzter Auswertungsfenster. Hinterfragt werden vielversprechende Strategien von VOD-Plattformen und den damit einhergehenden Chancen für Rechteinhaber.

Direkt im Anschluss, 17.30 – 18.30 Uhr, findet ein zweiter Talk statt: “TV Series – The New Cinema?”. Hochwertige TV-Serien drängen zunehmend auf den Markt und erzielen eine immer höhere Akzeptanz beim Publikum. Zu Flaggschiffen für Fernsehkanäle auf der ganzen Welt werden sie nicht nur aufgrund starker Quoten. Auch ihre Qualität hat sich enorm gesteigert, was auf erstklassige Teams zurückzuführen ist, die zuvor mit Kinofilmen erfolgreich waren. Zugleich steht die Kinobranche vor der Herausforderung, weiterhin ein großes Publikum für internationale Filme zu erreichen. Über die Potenziale von hoch gelobten TV-Serien und deren Auswirkungen auf die Entwicklung des Kinofilms sprechen Sendervertreter und Produzenten mit der Gewinnerin der Goldenen Palme Jane Campion, die gemeinsam mit Co-Regisseur Garth Davis mit „Top of the Lake“ ihre erste Serie auf der Berlinale vorstellt.

Die Diskussionsveranstaltungen finden im Spiegelzelt „Gropius Mirror“ gegenüber dem Martin-Gropius-Bau statt. Der Eintritt ist für EFM-Fachbesucher und Festival-Akkreditierte sowie für eine begrenzte Anzahl an Teilnehmern bei vorheriger Anmeldung über frei.

Während der Berlinale informieren Mitarbeiter der Filmstiftung NRW auf dem European Film Market im Gropius-Bau, Ground Floor, über Fördermöglichkeiten in NRW. Die Filmstiftung finden Sie am Stand 16 von FOCUS Germany, dem Zusammenschluss der deutschen Filmförderer (Telefon Stand 030-609027-422).

Während der Berlinale stehen das deutsche MEDIA Team und Experten aus Brüssel am MEDIA Stand des European Film Market für den Beratungsservice zur Verfügung. Telefonisch ist das Team unter 030-609027- 428 zu erreichen. Beim MEDIA Infotag gibt es am 11. Februar von 10.30 – 17.00 Uhr die Gelegenheit, sich über das zukünftige Creative Europe Programm (2014-2020) und aktuelle MEDIA Förderangebote zu informieren. Die Veranstaltung findet im Ritz Carlton Hotel am Potsdamer Platz statt. Weitere Informationen unter www.mediadesk-deutschland.eu

Die 63. Internationalen Filmfestspiele Berlin enden am 17. Februar. Die Preisverleihung findet am 16. Februar 2013 statt.