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Undogmatische Pazifisten und sieben Zwerge in Köln

Filmstiftung NRW fördert 38 Projekte

"Es war einmal…" heißt es diesen Sommer in den MMC-Studios in Köln Ossendorf, wenn Otto Waalkes dort einen der "Sieben Zwerge" spielt. Sven Unterwaldt Jr. dreht die Komödie über die siebenköpfige Männer-WG, die sorglos im Wald lebt, bis – wie könnte es anders sein – eine Frau die Idylle stört. Produziert wird der Kinospaß, den Ottfilm in die Kinos bringt, als Koproduktion der Zipfelmützen-Film, MMCIndependent und Rialto Film. Der Filmstiftung NRW ist das märchenhafte Projekt, in dem auch Mirko Nontschew, Dirk Bach sowie Nina und Cosma Shiva Hagen zu sehen sind, bis zu 1,5 Mio. Euro wert.

"Dear Wendy" heißt der neue Film von Thomas Vinterberg, für den sein Kollege Lars von Trier das Drehbuch geschrieben hat. Noch in diesem Sommer reist der dänische Regisseur nach NRW, wo die Dreharbeiten des Film über die groteske Liebe des jungen Pazifisten Dick zu seiner Pistole Wendy auf DV stattfinden sollen. Nachdem die internationale Koproduktion, an der auch die Kölner Pain Unlimited und arte beteiligt sind, bereits eine Vorbereitungsförderung erhielt, fördert die Filmstiftung NRW nun auch die Produktion ganz "undogmatisch" mit 675.000 Mio. Euro.

Nach ihrem Überraschungserfolg mit "Bella Martha" arbeitet Regisseurin Sandra Nettelbeck nun wieder an einem neuen Film. In "Helen" erzählt sie nach ihrem eigenen Drehbuch ein packendes Drama über den Mut und den Triumph des Herzens über den Verstand. Gedreht werden soll die deutsch-italienische Koproduktion der MTM West und der Pandora Filmproduktion Ende des Jahres je zur Hälfte in NRW und den USA. Die Filmstiftung unterstützt die Kinoproduktion, die 1999 bereits eine Drehbuchförderung erhielt, mit 1,25 Mio Euro.

Wenn am Donnerstag nach Ostern sein Berlinale-Beitrag "Der alte Affe Angst" in den Kinos anläuft, steckt auch Oskar Roehler bereits wieder mitten in den Vorbereitungen zu seinem neuen Film "Agnes und seine Brüder". Moritz Bleibtreu und Herbert Knaup stehen auf der Besetzungsliste des Kinofilms, den Roehler nach seinem eigenen Drehbuch ab Juli auch in NRW in Szene setzt. Die Berliner X Filme creative pool produziert die Geschichte über drei Geschwister und die Liebe, die von der Filmstiftung NRW mit 900.000 Euro gefördert wird.

Gleich zwei geförderte internationale Koproduktionen entführen ihr Publikum in luftige Höhen. In der deutsch-österreichischen Kinokoproduktion "Hotel" schickt die österreichische Regisseurin Jessica Hausner ("Lovely Rita") ihre Heldin als Rezeptionistin in ein Berghotel, wo sie erfährt, dass ihre Vorgängerin auf mysteriöse Weise verschwunden ist. Die Filmstiftung NRW fördert das Projekt der Essential Filmproduktion mit 140.000 Euro. In Robinson Savary Film "Bye bye Blackbird" erlernt ein junger Artist die Kunst des Trapez-Fliegens und kann danach nicht mehr auf den Boden zurückzukehren. Für ihre Koproduktion mit Großbritannien, Frankreich und Luxemburg erhält die Kölner Road Movies Factory 450.000 Euro Förderung.

Auf Guernsey spielt die Verfilmung von Charlottes Links Roman "Die Rosenzüchterin", den die Berliner Ziegler Film als TV-Zweiteiler für das ZDF produziert. Regisseurin Dagmar Damek erzählt die Geschichte einer Frau, die auf der Kanalinsel einem Geheimnis nachspürt, dessen Wurzeln in die Zeit der deutschen Besatzung während des 2. Weltkrieges reichen. Die Filmstiftung fördert die TV-Unterhaltung mit 350.000 Euro.

Auch in der RTL-Produktion "Haialarm auf Mallorca" spielt eine Insel eine wichtige Rolle. Dort verleidet ein 30 Meter langer und 40 Tonnen schwerer Urzeit-Hai den Urlaubern die Badefreuden. Regisseur Georgois Papavassiliou inszeniert das blutige Beach-Movie für die Kölner Action Concept, die für die Hauptrollen bereits Ralf Möller und Katy Karrenbauer begeistern konnten. Damit die Deutschen an den Stränden ihres bevorzugten Urlaubsdomizils wieder ungestört baden können, unterstützt die Filmstiftung die Jagd auf den Urzeit-Hai mit 670.000 Euro.

Joseph Goebbels war ein teuflischer Meister der Inszenierung. In seiner Kino-Dokumentation "Goebbels" macht Lutz Hachmeister vor allem die Selbstinszenierung des NS-Propagandaministers zum Thema. Die ZDF-Koproduktion der Kölner HMR Produktion und Spiegel TV erhält von der Filmstiftung 250.000 Euro Förderung.

Denen, die man meist nicht sieht, widmen David Bernet und Christian Beetz ihre Doku "Die Flüsterer", in der sie Simultandolmetscher bei ihrer Arbeit begleiten. Die Gebrüder Beetz Filmproduktion realisiert den Film über einen der "unsichtbarsten Berufe an den Schnittstellen der Mächte" und erhält dafür 75.000 Euro Förderung.

Alles andere als unsichtbar ist der Titelheld in Peter Hellers Doku "Glücksritter Rajter". Der Tscheche ist sein Leben lang gegen jede Obrigkeit angetreten. Die Filmstiftung NRW fördert die Koproduktion der Bonner alle®weltsfilm mit der Münchner Filmkraft und dem ZDF mit 61.000 Euro.

Dass das Phänomen Globalisierung mehr als nur ein modisches Schlagwort ist, sondern sich ganz konkret an Biographien und Personen belegen lässt, will Florian Opitz gemeinsam mit der jungen Kölner Produktionsfirma Discofilm in seinem Film "Der große Ausverkauf" beweisen. Die Filmstiftung unterstützt die Vorbereitung seiner Reise rund um den Globus mit 30.000 Euro.

Auch mit ihren fünf Drehbuchförderungen legt die Filmstiftung NRW den Grundstein für erstklassige Filmprojekte in der Zukunft. Gefördert werden u.a. John Goldschmidt und Colin Shindler, die für die Kölner Rheingold Films den Roman "Stille Rebellen" von Marion Schreiber adaptieren und in ihrem Drehbuch eine Geschichte aus dem besetzten Belgien erzählen, wo drei Freunde 1943 einen Gefangentransport auf dem Weg nach Auschwitz befreien. Phantastischer geht es in Angelika Bartrams Drehbuch "Lilli oder die Reise zum Wind" zu, in der die Autorin die siebenjährige Lilli auf eine abenteuerliche Reise schickt, auf der sie ihren Teddybären aus den Klauen von Giocomo Fumo, dem windigsten aller Winde retten muss.

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