Film und Medien Stiftung NRWNewsNewsZwischen Vielfalt und Exklusivität: Film- und Kinokongress NRW in der Kölner Wolkenburg

Zwischen Vielfalt und Exklusivität: Film- und Kinokongress NRW in der Kölner Wolkenburg

  • Die Themen: Zukunft Kino, die neue Spio-Strategie, Netflix im Kino, neue Erzählweisen und nachhaltige Filmproduktion
  • Die Neuen: Christine Berg (HDF Kino), Thomas Negele (SPIO) und Alexander Bickel (WDR) präsentieren ihre Strategien
  • Am Abend: Verleihung Kinoprogrammpreis NRW, Herbert Strate-Preis für Mario Adorf
  • Im Umfeld: Green Filmmaking, Green Storytelling und Regionalversammlung AG Kino

Wenn heute im Historischen Festsaal der Kölner Wolkenburg der neunte Film- und Kinokongress NRW startet, dann stehen neue Handlungsstrategien, die das Kino marktfähig machen, und ein an die veränderten Realitäten angepasster Fokus ganz oben auf der Agenda. Themen, mit denen sich die neue Vorstandsvorsitzende des HDF Kino Christine Berg seit langem beschäftigt. Ihr Credo: „In Zeiten, in denen sich die Filmlandschaft rasant verändert, dürfen wir nicht stehen bleiben, sondern müssen tatkräftig an einer erfolgreichen Zukunft für das Kino mitwirken.“ „Vielfalt und Exklusivität: Zukunft Kino“ lautet dann auch der Titel ihres Eröffnungsvortrages, der sich an die Begrüßung durch Gastgeberin Petra Müller, Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW, anschließen wird.

„Es geht ums Ganze“ sagt Thomas Negele, neuer Präsident der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft. Er stellt die neue Strategie für die SPIO zwischen Wachstum und Vision für Kino und Film vor. Mit dem Kino Ticketing beschäftigen sich gleich zwei Vorträge am Nachmittag: Klaus Goldhammer (Goldmedia) erörtert dynamische Preismodelle in der Kinobranche und Margarete Söhner (Kinomarkt Deutschland) spricht über die Vermarktung von Kinotickets mit Hilfe der neu gegründeten Genossenschaft für Kinobetreiber. Katja Struwe (Trailerdata) präsentiert eine TrailerApp für die digitale Kundenansprache.

Das Verhältnis von lokalem Markt und globaler Nachbarschaft für die Kinos hat Christian Bräuer von AG Kino im Blick. Der Gilde-Vorstand setzt sich in seinem Vortrag mit den aktuellen Herausforderungen der Arthouse-Kinos auseinander. Und NFP-Verleihchef Christoph Ott beschäftigt sich mit einem derzeit vieldiskutierten Thema: Netflix im Kino. No go oder Wunsch der Kinozuschauer?

Mit Spannung erwartet wird auch Alexander Bickel, seit Mai Programmbereichsleiter Fernsehfilm, Kino und Serie beim Westdeutschen Rundfunk. Er spricht mit Moderatorin Ute Soldierer darüber, wie der WDR den Veränderungen des Sehverhaltens in TV und Kino begegnen will und stellt zur Diskussion, welche Stoffe heute benötigt, welche Erzählweisen interessant sind.

Der Film- und Kinokongress NRW ist eine Veranstaltung der Film- und Medienstiftung NRW in Kooperation mit Creative Europe Desk NRW. Seit acht Jahren versammelt sie einmal im Jahr Filmpolitiker, Produzenten, Kinobetreiber, Verleiher, Sendervertreter und Verbände zur Diskussion der Zukunftsfragen von Film und Kino. Der Film- und Kinokongress beginnt um 13 Uhr und endet gegen 18.30 Uhr.

Weiteres Programm:

Nachhaltiges Produzieren
„Green Storytelling“ und „Green Filmmaking“ sind die Themen von zwei Workshops, zu denen Filmstiftung und ifs internationale filmschule köln am Vortag des Film- und Kinokongresses in die Filmschule laden. Die Leitung hat Regisseur und Producer Philip Gassmann, der sich schon seit langem damit beschäftigt, wie man umweltfreundliche Produktionen vorbereitet und welche Maßnahmen in den ressourcenintensiven Bereichen Transport, Energie, Licht und Technik möglich sind. Die Ergebnisse der Workshops präsentiert der ifs-Dozent am Kongresstag ab 16 Uhr.

Verleihung Kinoprogrammpreis NRW
Mit dem Kinoprogrammpreis NRW, der im Anschluss an den Film- und Kinokongress im Kölner Gloria Theater verliehen wird, ehrt die Film- und Medienstiftung NRW Kinobetreiber, die mit herausragenden Programmen, ihrer Auswahl an deutschen und europäischen Produktionen sowie Kinder- und Jugendfilmen überzeugen. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 64 Filmtheater aus 39 Städten Nordrhein-Westfalens mit Prämien im Gesamtwert von 450.000 Euro ausgezeichnet. Seit 1991 flossen insgesamt rund 10,8 Millionen Euro an engagierte Kinobetreiber aus NRW.

Herbert Strate-Preis für Mario Adorf
Im Rahmen des Kinoprogrammpreis NRW steht auch die Verleihung des renommierten Herbert Strate-Preis. Mit dieser Auszeichnung erinnern Film- und Medienstiftung NRW und HDF Kino e.V. seit 2004 an den legendären Kinobetreiber und FFA-Präsidenten Herbert Strate. Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung geht in diesem Jahr an Mario Adorf. Unmittelbar vor der Verleihung wird der Schauspieler im Rahmen eines Werkstattgesprächs in der Wolkenburg Einblicke in seine über 60 Jahre andauernde Karriere geben und von seiner Leidenschaft für das Theater, das Kino, den Gesang und das Schreiben berichten. Themen, die auch der filmstiftungsgeförderte Kino-Dokumentarfilm „Mario Adorf – Es hätte schlimmer kommen können“ von Regisseur Dominik Wessely behandelt, der am 7. November in die deutschen Kinos kommt und am Vorabend in der Essener Lichtburg Premiere feiert.

Weitere Veranstaltungen
Kinobetreiber, Verleiher und Produzenten nutzen die Gunst der Stunde und treffen sich auch abseits des Film- und Kinokongress NRW zum intensiven Austausch. So hat die AG Kino am Vormittag des 5. November zur Regionalversammlung NRW eingeladen, Rushlake Media Digital Distribution veranstaltet am 6. November einen Workshop in Zusammenarbeit mit dem Produzentenverband e.V. und der HDF Kino e.V. trifft sich am 7. November zur Regionalversammlung in Bonn.

 

Das Programm des Film- und Kinokongress 2019