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Film und Medien Stiftung NRWNRW-Filme@Berlinale 2021

Berlinale Special Gala: „Je suis Karl“ von Christian Schwochow

Nach einem Terroranschlag schließt sich die Überlebende Maxi dem attraktiven Studenten Karl an und wird Teil einer europäischen Jugendbewegung. Diese plant nichts Geringeres als eine politische Machtergreifung. Unter der Regie von Christian Schwochow und nach dem Drehbuch von Thomas Wendrich standen Luna Wedler, Jannis Niewöhner und Milan Peschel vor der Kamera von Frank Lamm. In weiteren Rollen sind Edin Hasanović, Anna Fialová und Aziz Dyab zu sehen. „Je suis Karl“ ist eine Produktion der Kölner Pandora Film Produktion mit der tschechischen Negativ Film in Koproduktion mit dem WDR, DEGETO, RBB und Arte. Den Verleih hat Pandora übernommen und den Weltvertrieb die Kölner The Match Factory. Die Film- und Medienstiftung unterstützte das Projekt, das zum Großteil in NRW gedreht wurde, in Produktion und Verleih mit 1,26 Mio. Euro.

 

Encounters: „Blutsauger“ von Julian Radlmeier

1928: In einem mondänen Ostseebad trifft der russische Aristokrat Ljowuschka auf der Flucht vor den Sowjets die junge Fabrikantin Octavia. Eine sommerliche Romanze bahnt sich an. Dumm nur, dass in der Gegend Vampire ihr Unwesen treiben und dass weder Ljowuschka noch Octavia sind, was sie zu sein vorgeben. Julian Radlmaier zeichnet für Regie und Drehbuch der Vampirkomödie verantwortlich, für das er 2019 bereits mit dem Deutschen Drehbuchpreis ausgezeichnet wurde. Die Hauptrollen spielen Alexandre Koberidze, Lilith Stangenberg, Alexander Herbst, Andreas Döhler und Corinna Harfouch. Faktura Film produzierte unter Senderbeteiligung von WDR und Arte. Den Verleih übernahm Grandfilm, Arri Media zeichnete für den Weltvertrieb verantwortlich. Die Filmstiftung förderte das Projekt, das auch in Solingen, Bochum und Erftstadt realisiert wurde, in Produktion und Verleih mit insgesamt 170.000 Euro.

 

Panorama: „Die Welt wird eine andere sein“ von Anne Zohra Berrached

Als Asli, eine kluge Studentin der Naturwissenschaften, Mitte der 90er Jahre den charismatischen Saeed trifft, ist es Liebe auf den ersten Blick. Die beiden heiraten und Asli schwört Saeed ewige Treue und verspricht, seine Geheimnisse niemals zu verraten. Die beiden scheinen eine rosige Zukunft vor sich zu haben. Doch dann trifft Saeed eine Entscheidung, die nicht nur Aslis Träume zerplatzen lässt, sondern die ganze Welt in ihren Grundfesten erschüttert. Anne Zohra Berrached inszenierte die Geschichte einer Liebe zwischen den zwei Studenten Asli und Saeed. „Die Welt wird eine andere sein“ („Copilot“) wurde von Razor Film in Zusammenarbeit mit zero one film und Haut & Court aus Paris produziert, unter Senderbeteiligung von NDR und Arte. Die vielfach ausgezeichnete Regisseurin schrieb das Drehbuch in Zusammenarbeit mit Stefanie Schmitz. In den Hauptrollen sind Canan Kir und Roger Azar zu sehen. Neue Visionen übernahm den Verleih, der Weltvertrieb hat The Match Factory aus Köln inne. Die Filmstiftung förderte die u.a. in NRW entstandene Produktion mit 250.000 Euro.

 

Perspektive Deutsches Kino: „Instructions for Survival“ von Yana Ugrekhelidze

Der Dokumentarfilm erzählt die Liebesgeschichte des Paares Alexander und Mari. Alexander ist Transgender und lebt mit seiner Frau Mari. Aufgrund seiner Trans-Identität und Kennzeichnung „weiblich“ im Ausweis muss Alexander ein Leben im Verborgenen führen. Er kann keinen legalen Job aufnehmen und seine Identität darf niemand erfahren, da Menschen wie er in seiner Heimat mit Verfolgung und Tod bedroht werden. Um ihrer perspektivlosen Lage zu entkommen, entschließt sich Mari eine Leihschwangerschaft einzugehen. Mit dem Geld will das Paar nach Europa fliehen, um endlich in Freiheit zu leben. Doch der pragmatische Plan entpuppt sich als tückisch, denn Sascha und Mari entwickeln mehr und mehr eine emotionale Beziehung zu dem Kind in Maris Bauch. Regisseurin Yana Ugrekhelidze, die das Paar begleitete, hat eine Dokumentation über Liebe, Kampf um Identität, Flucht und Freiheit geschaffen (Produktion: Kölner Fortis Fem Film). Die Filmstiftung förderte mit 60.000 Euro. Die Kölner Fortis Fem Film, frühere Stipendiatin des Mediengründerzentrums NRW, hat sich die Stärkung von Frauen in der Filmwirtschaft zum Ziel gesetzt.

 

Forum: „Taming The Garden“ von Salomé Jashi

Als poetische Ode an die Rivalität zwischen Mensch und Natur erzählt „Taming the Garden“ die Geschichte eines mächtigen Mannes, der entlang der georgischen Küste jahrhundertealte Bäume entwurzeln und auf dem Seeweg in seinen privaten Garten transportieren lässt. Die Kölner Corso Film koproduzierte den Dokumentarfilm mit Mira Film (Schweiz) und Sakdoc (Georgien) unter Senderbeteiligung von Radio Bremen/Arte. Die Filmstiftung förderte den Film mit 50.000 Euro. „Taming The Garden“ war beim 37. Sundance Film Festival in die World Cinema Documentary Competition eingeladen.

 

Wettbewerb Generation Kplus: „Mission Ulja Funk“

Die aus Bochum stammende Regisseurin und Drehbuchautorin Barbara Kronenberg inszenierte die Geschichte der 12-jährigen Ulja. Mit einem geklauten Leichenwagen und Mitschüler Henk als Fahrer macht sie sich auf den Weg quer durch Osteuropa, um den Aufprall eines Kleinst-Asteroiden zu beobachten. Die internationale Koproduktion entstand in Zusammenarbeit von In Good Company, Samsa Film (LU), ShipsBoy (PL) unter Senderbeteiligung des MDR. Farbfilm übernahm den Verleih, der Weltvertrieb hat Picture Tree International inne. Das Drehbuch wurde von der Filmstiftung bereits im Rahmen der Initiative „Der besondere Kinderfilm“ gefördert und in der Produktion anschließend mit knapp 540.000 Euro unterstützt. Für die Dreharbeiten, die auch in NRW stattfanden, standen u.a. Romy Lou Janinhoff, Jonas Oeßel, Hildegardt Schroedter und Luc Feit vor der Kamera. Der Kinostart ist für Januar geplant.