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Film und Medien Stiftung NRWSieben filmstiftungsgeförderte Filme beim 42. Filmfestival Max Ophüls Preis – Die Filme im Einzelnen

Wettbewerb Spielfilm

„Trübe Wolken“ von Christian Schäfer – Weltpremiere
Der 17-jährige Paul interessiert sich für seltsame Dinge: für Schleichpfade und verlassene Gebäude, geflüsterte Gespräche und liegengelassene Taschen. Auf seine Mitschülerin Dala und seinen kunstsinnigen Lehrer Bulwer, die von verborgenen Sehnsüchten getrieben werden, übt er gerade deswegen eine merkwürdige Faszination aus. Bis eines Tages ein Jugendlicher tot im Wald aufgefunden wird. Für den Psychothriller von Christian Schäfer nach dem Buch von Glenn Büsing standen u.a. Jonas Holdenrieder, Devid Striesow, Valerie Stoll in Köln, Krefeld, im Bergischen Land, im Sauerland und in Hessen vor der Kamera. Hauptdarsteller Jonas Holdenrieder ist für den Preis als bester Schauspielnachwuchs nominiert. Rabiatfilm produzierte in Koproduktion mit dem SR und HR, den Verleih für Schäfers Kinodebüt übernimmt Salzgeber & Co. Medien. Gefördert wird der Coming-of-Age-Thriller von der Filmstiftung NRW und HessenFilm.

Wettbewerb Mittellanger Film

„Jackfruit“ von Thùy Trang Nguyễn – Weltpremiere
Der Kurzfilm erzählt die Geschichte von Mít, einer genderfluiden Person, die im Spannungsfeld der vietnamesischen Diaspora und des queeren Berlins lebt. Entgegen den Erwartungen von Großmutter Roan und Mutter Mai trifft sich Mít mit Lara. Doch bevor Mít den Mut aufbringt, sich von der Familie zu lösen, wird bei Roan Alzheimer festgestellt. Thùy Trang Nguyễn, die auch das Drehbuch schrieb, macht ihr Bachelor an der ifs internationale filmschule köln gemeinsam mit Kamerafrau Sarina Laudam und Editorin Ebru Sara Bilen. Der Cast besteht u.a. aus Hồng Ngọc Lê, Dần Boldt und Mai Phương Kollath.

„Intermezzo“ von Kim Lêa Sakkal – Weltpremiere
Das Haus der Großmutter muss geräumt werden. Rebecca möchte es schnell hinter sich bringen, ihr Zwillingsbruder Carlo sieht die Haushaltsauflösung dagegen mehr als einen All-Inclusive-Urlaub. Zwei ungleiche Welten prallen aufeinander. Zu lange haben sich die Geschwister nicht gesehen, zu viel voneinander verpasst. Zwischen Fremdheit, Vertrautheit, Weinbrand und alten Kleidern werden sie mit ihrer gemeinsamen Vergangenheit und der Zerbrechlichkeit ihrer Erinnerungen konfrontiert. Die Filmstiftung förderte den Abschlussfilm von Kim Lêa Sakkal (Regie und Buch) an der Kunsthochschule für Medien (KHM). Es spielen u.a. Deniz Orta, Klaus Steinbacher, Trish Osmond, Anke Zillich, Liv Clasvogt und Uwe Schmieder. Hauptdarstellerin Deniz Orta konkurriert um den Preis als Bester Schauspielnachwuchs mit sechs weiteren Talenten.

MOP-Watchlist

„Mit eigenen Augen“ von Miguel Müller-Frank
Der Dokumentarfilm von Miguel Müller-Frank, der beim Film Festival Cologne 2020 mit dem Filmpreis NRW ausgezeichnet wurde, beobachtet die Redaktion des ARD-Politikmagazins Monitor bei der täglichen Arbeit und konzentriert sich dabei auf die Entstehung einer Monitor-Sendung. Der Film begleitet die Redaktion rund um Moderator und Redaktionsleiter Georg Restle u.a. bei ihren Recherchen zu Rechtsextremismus in Zusammenhang mit der Ermordung des Politikers Walter Lübcke. So bekommt der Zuschauer einen einmaligen Einblick in das Innenleben einer der renommiertesten Politikredaktionen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Produziert wurde der mit 120.000 Euro geförderte Film von 2Pilots, Real Fiction übernimmt den Verleih, der ebenfalls von der Filmstiftung gefördert wurde.

„Freak City“ von Andreas Kannengießer
Der 15-jährige Mika (Luke Piplies) hat Liebeskummer. Bis er Lea (Dana Cērmane) trifft, denn die ist geheimnisvoll – und taub. Um seine Ex-Freundin Sandra (Julia Müller) zu beeindrucken, macht sich Mika an die smarte Lea ran. Doch Lea hat in ihrem Schneckenhaus nicht auf Mika gewartet und auch seine alten Kumpels verstehen ihn bald nicht mehr. Jeder andere würde aufgeben, doch Mika beißt sich durch. „Freak City“ ist eine Produktion der Leyendas Filmproduktion. Das Drehbuch schrieb Birgit Stauber. Als literarische Vorlage für den Film diente der gleichnamige Jugendroman von Kathrin Schrocke. Das Team erhielt 2015 für das Projekt das Wim Wenders Stipendium der Film- und Medienstiftung NRW. Seine Uraufführung feierte der Film bei den Hofer Filmtagen. Im Mai 2021 startet der Film bundesweit im Kino und gleichzeitig online.

„Rivale“ von Marcus Lenz
In „Rivale“ richtet Marcus Lenz (Buch mit Lars Hubrich) den Blick auf den neunjährigen Roman (Yelizar Nazarenko). Nach dem Tod seiner Großmutter gibt es in dem ukrainischen Dorf niemanden mehr, der sich um Roman kümmern kann. Seine Mutter Oksana (Maria Bruni) arbeitet als illegale Pflegekraft in Deutschland. In einem Lieferwagen versteckt, reist Roman ihr nach, aber Oksana ist nicht allein. Sie lebt mit dem Witwer (Udo Samel) der inzwischen verstorbenen Frau. Eine dramatische Dreiecksbeziehung beginnt, getrieben von Abhängigkeit, Liebe und Eifersucht. Das Drama ist eine Produktion von Hanfgarn & Ufer in Koproduktion mit wildfilms. Die Filmstiftung förderte mit 50.000 Euro, weitere Unterstützung erfolgte von nordmedia und BKM. Den Weltvertrieb hat Pluto Film übernommen. „Rivale“ hatte seine Weltpremiere beim Busan International Film Festival und kurz darauf seine US-Premiere beim AFI Fest in Los Angeles.  Inzwischen lief er auch beim Tallinn Black Nights Film Festival und erhielt anlässlich seiner deutschen Festivalauftritte gleich zwei Preise:  Bei den Hofer Filmtagen den „Förderpreis Neues Deutsches Kino“ als Bester Film und den „Heimspiel-Preis“ beim Filmfestival Braunschweig.

MOP-Shortlist

„Der natürliche Tod der Maus“ von Katharina Huber
Der experimentell animierte Kurzfilm von Katharina Huber (KHM-Absolventin) zeigt anhand eines Tages im Leben der Protagonistin Anna den Zwiespalt zwischen dem Wunsch nach Selbstverbesserung in einem spirituell-moralischen Sinne und dem Zweifel an ihrer Nützlichkeit auf dem Weg zur Rettung der Welt. Die Produktion der Casalprim-Huber wurde bereits mehrfach ausgezeichnet: Der Film erhielt den Deutschen Kurzfilmpreis 2020, das 28. blicke – Filmfestival des Ruhrgebiets würdigte ihn mit dem aus-blicke-Preis, das Kurzfilmfestival Köln ehrte ihn mit dem 2. Jurypreis.