Hin­wei­se zur steu­er­li­chen Be­hand­lung von För­de­run­gen der Film­stif­tung

Die Film­stif­tung gibt mit nach­fol­gen­den Hin­wei­sen ihre Kennt­nis­se und Er­fah­run­gen aus dem Film­för­der­ge­schäft wie­der. Für kon­kre­te Hin­wei­se und Hilfe im Ein­zel­fall soll­te die Un­ter­stüt­zung eines Steu­er­be­ra­ters ein­ge­holt wer­den. Die Film­stif­tung kann kei­ner­lei Ge­währ für die Voll­stän­dig­keit und Rich­tig­keit der unten auf­ge­führ­ten An­ga­ben über­neh­men. Die Hin­wei­se geben den ak­tu­el­len Kennt­nis­stand (10.03.2011) wie­der.

1. Bedingt rück­zahl­ba­re, zins­lo­se Film­för­der­dar­le­hen

  • Um­satz­steu­er­li­che Be­hand­lung: Das Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len hat mit Schrei­ben vom 03. 01. 2007 an die Ober­fi­nanz­di­rek­tio­nen Müns­ter und Rhein­land (S 7200-203-V A 4) zur um­satz­steu­er­li­chen Be­hand­lung der Film­för­der­dar­le­hen Stel­lung ge­nom­men. Dem hat sich die Ober­fi­nanz­di­rek­ti­on Müns­ter mit einer Ver­fü­gung vom 12. 02. 2008 (S 7100-38-St 44-32) an­ge­schlos­sen und hat zu den be­dingt rück­zahl­ba­ren zins­lo­sen Dar­le­hen an die Pro­du­zen­ten fol­gen­des fest­ge­stellt: „Die ge­währ­ten Film­förderdarlehen der Film­stif­tung sind beim Zu­wen­dungs­emp­fän­ger um­satz­steu­er­lich kein Ent­gelt von drit­ter Seite für eine Leis­tung (z.B. Sen­de­rechts­ein­räu­mung) des Film­produzenten an den (jewei­ligen) Sen­der. Die Film­för­der­dar­le­hen sind damit um­satz­steu­er­lich un­be­acht­lich als nicht­steu­er­ba­rer ech­ter Zu­schuss, da es sich um eine Dar­le­hens­ge­wäh­rung han­delt.“Schrei­ben des Fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums NRW
    Ver­fü­gung der OFD Müns­ter

 2. Gerd Ruge Sti­pen­dium & Hör­spiel Sti­pen­di­um

  • Ein­kom­men­steu­er­li­che Be­hand­lung: Die von der Film­stif­tung ver­ge­be­nen Gerd Ruge und Hörspiel Stipen­dien wer­den seit 01. 01. 2006 aus­schließ­lich aus öf­fent­li­chen Mit­teln fi­nan­ziert. Fer­ner sind die Sti­pen­dia­ten im För­der­ver­trag zu kei­ner be­stimm­ten wis­sen­schaft­li­chen oder künst­le­ri­schen Ge­gen­leis­tung oder Ar­beit­neh­mertä­tig­keit ver­pflich­tet. Die Sti­pen­di­en dürf­ten dem­nach eine steu­er­freie Ein­nah­me dar­stel­len.
  • Um­satz­steu­er­li­che Be­hand­lung: Da es an einem Leis­tungs­aus­tausch fehlt, ins­be­son­de­re han­delt es sich auch nicht um ein um­satz­steu­er­li­ches Ent­gelt von drit­ter Seite, muss keine Um­satz­steu­er ge­zahlt wer­den. Die Sti­pen­di­en stel­len kein Ent­gelt für eine Leis­tung des Emp­fän­gers/Sti­pen­dia­ten an die Film­stif­tung oder einen an­de­ren Leis­tungs­emp­fän­ger dar.

3. Preis­gel­der

  • Ein­kom­men­steu­er­li­che Be­hand­lung: Die ein­kom­men­steu­er­li­che Be­hand­lung von Preis­gel­dern ist zwei Schrei­ben des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums der Fi­nan­zen zu ent­neh­men:
    Schrei­ben vom 05. 09. 1996, IV B 1-S 2121-34/96, BStBl I, 1996, S. 1150 sowie Schrei­ben vom 23. 12. 2002, IV A 5-S 2121-8/021, BStBl I, 2003, S. 76
    Preis­gel­der für künst­le­ri­sche Leis­tun­gen un­ter­lie­gen der Ein­kom­men­steu­er, wenn sie in un­trenn­ba­rem wirt­schaft­li­chen Zu­sam­men­hang mit einer der Ein­kunfts­ar­ten des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (§ 2) ste­hen. Die­ser Zu­sam­men­hang ist dann ge­ge­ben, wenn die Preis­ver­lei­hung wirt­schaft­lich den Cha­rak­ter eines leis­tungs­be­zo­ge­nen Ent­gel­tes hat. Das ist ins­be­son­de­re dann der Fall, wenn der Künst­ler zur Er­zie­lung des Prei­ses ein be­son­de­res Werk ge­schaf­fen hat. Kein Zu­sam­men­hang mit einer Ein­kunfts­art haben Preis­gel­der, die z.B. das Le­bens­werk oder Ge­samt­s­chaf­fen des Emp­fän­gers wür­di­gen.Schrei­ben des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums der Fi­nan­zen
  • Um­satz­steu­er­li­che Be­hand­lung: So­fern Preis­gel­der nicht die Ei­gen­schaft eines Ent­gel­tes für eine be­stimm­te zu er­brin­gen­de Leis­tung haben, liegt keine Um­satz­steu­er­bar­keit vor. Wird z.B. mit der Ver­lei­hung eines Prei­ses das künst­le­ri­sche Ge­samt­werk ge­wür­digt, un­ter­liegt die­ses Preis­geld nicht der Um­satz­steu­er.