Film und Medien Stiftung NRWNewsNewsDrei filmstiftungsgeförderte Filme in Locarno

Drei filmstiftungsgeförderte Filme in Locarno

Vom 2. bis zum 18. August findet zum 70. mal das das Festival del Film Locarno statt. Der Dokumentarfilm „Das Kongo Tribunal“ von Milo Rau wird in der „Semaine de la Critique“ zu sehen sein. „3/4“ von Ilian Metev wird im Wettbewerb von „Cineasti del Presente“ gezeigt, beide Filme sind mit Förderung der Film- und Medienstiftung NRW entstanden. Genauso wie „Nothingwood“ von Sonia Kronlund, der außerhalb des Wettbewerbs läuft.

Die Filme im Einzelnen:

„Das Kongo Tribunal“ von Milo Rau (Reihe: Semaine de la Critique)
In mehr als 20 Jahren hat der Kongokrieg bereits über 6 Millionen Tote gefordert. Die Bevölkerung leidet unter einem Zustand völliger Straflosigkeit, die Verbrechen des Krieges wurden nie juristisch verfolgt. Viele sehen in dem Konflikt eine der entscheidenden wirtschaftlichen Verteilungsschlachten im Zeitalter der Globalisierung, liegen hier doch die wichtigsten Vorkommen vieler High-Tech-Rohstoffe. In „Das Kongo Tribunal“ gelingt es Milo Rau, die Opfer, Täter, Zeugen und Analytiker des Kongokriegs zu einem einzigartigen zivilen Volkstribunal im Ostkongo zu versammeln. Er lässt erstmals in der Geschichte des Landes drei Fälle exemplarisch verhandeln und entwirft ein Porträt des größten und blutigsten Wirtschaftskriegs der Menschheitsgeschichte.
„Das Kongo Tribunal“ wird seine Weltpremiere in Locarno feiern. Produziert wurde der Film von Arne Birkenstock (Fruitmarket Kultur und Medien), Olivier Zobrist (Langfilm) und dem Schweizer Radio und Fernsehen SRF & Radio Télévision Suisse RTS. Die Produktion wurde von der Filmstiftung NRW mit 200.000 Euro unterstützt, weitere Gelder kamen von DFFF, BKM und der Zürcher Filmstiftung. „Das Kongo Tribunal“ startet im November im Verleih von RealFiction in den Kinos.

„3/4“ von Ilian Metev (Reihe: Concorso Cineasti del Presente)
Der Film porträtiert eine Familie in Sofia während ihres letzten gemeinsamen Sommers: Die junge Pianistin Mila bereitet sich auf ein Vorspielen im Ausland vor. Der jüngere Bruder Niki versucht sie mit seinem lästigen Talent für das Absurde abzulenken. Ihr Vater Todor scheint nicht in der Lage, sich mit den Sorgen seiner Kinder zu befassen. „3/4” von Ilian Metev wird in Locarno seine Weltpremiere feiern. Das Drama ist eine Produktion der Kölner Sutor Kolonko in Koproduktion mit Chaconna Films (BUL) und mit Senderbeteiligung von ZDF/ARTE. In den Hauptrollen spielen Mila Mikhova, Nikolay Mashalov und Todor Veltchev. Die Filmstiftung förderte die Produktion mit 215.000 Euro und das Drehbuch mit 20.000 Euro, weitere Förderer sind das Bulgarian Film Center und Creative Europe MEDIA. Der Weltvertrieb liegt bei Memento Films (FR).

„Nothingwood“ von Sonia Kronlund (Reihe: Fuori Concorso)
Der Dokumentarfilm von Sonia Kronlund feierte seine Weltpremiere beim diesjährigen Filmfestival de Cannes. Darin wird der afghanischen Filmemacher Salim Shaheen porträtiert, der 109 Filme gedreht hat. Inspiriert von Bollywood und Hollywood, sind sie alle in Kabul entstanden, in „Nothingwood“. Der Film erzählt von mehr oder weniger talentierten Schauspielern, zwielichtigen Geldgebern und Morddrohungen. Sonia Kronlund zeigt in ihrem Film ein Land, das zerrissen ist zwischen Tradition, Taliban und seiner brutalen, manchmal aber auch poetischen Gegenwart. „Nothingwood“ der Gloria Films Production (F) entstand in Koproduktion mit der Kölner Made in Germany Filmproduktion. Die Filmstiftung NRW förderte mit 70.000 Euro, weitere Unterstützung kam von der Deutsch-Französischen Förderkommission und Eurimages.

Das Festival del Film Locarno ist eines der wichtigsten internationalen Filmfestivals. In den vergangenen Jahren haben hier filmstiftungsgeförderte Filme zahlreiche Preise gewonnen, darunter den Publikumspreis für „Das Wunder von Bern“ sowie für „Die syrische Braut“. Burghart Klaußner bekam für „Der Mann von der Botschaft“ einen Goldenen Leoparden als bester Hauptdarsteller. Der silberne Leopard wurde an die Regisseurin Malgoska Szumowska  für „33 Szenen aus dem Leben“ verliehen.

Das komplette Programm ist auf der Website des Festivals nachzulesen www.pardo.ch