Film und Medien Stiftung NRWNewsPressemitteilungenFilmstiftungsgefördert in Toronto: „55 Steps“ und „Aus dem Nichts“

Filmstiftungsgefördert in Toronto: „55 Steps“ und „Aus dem Nichts“

  • Toronto International Film Festival gab weitere Produktionen bekannt, darunter auch fünf filmstiftungsgeförderte Filme
  • Gala Premiere: „55 Steps“ von Bille August, vorwiegend in NRW gedreht
  • Special Presentation: „Aus dem Nichts“ von Fatih Akin
  • Contemporary World Cinema: „Ana, mon amour“ von Călin Peter Netzer und „Arrhythmia“ von Boris Khlebnikov
  • Masters: „Die andere Seite der Hoffnung“ von Aki Kaurismäki
  • Toronto International Film Festival: 7. bis 17. September

Das Toronto International Film Festival (TIFF) hat heute das Programm für weitere Reihen bekannt gegeben. Dabei wurden fünf filmstiftungsgeförderte Produktionen nach Kanada eingeladen. Als Gala-Premiere wird „55 Steps“ von Bille August präsentiert. In der Reihe Special Presentations läuft „Aus dem Nichts“ von Fatih Akin. In der Reihe Contemporary World Cinema sind „Ana, mon amour“ von Călin Peter Netzer und „Arrhythmia“ von Boris Khlebnikov zu sehen. Der verleihgeförderte Film „Die andere Seite der Hoffnung“ von Aki Kaurismäki wird in der Sektion Masters gezeigt. Das Programm weiterer Festivalreihen wird in den kommenden Tagen bekannt gegeben. Die 42. Ausgabe des wichtigsten Filmfestivals Nordamerikas findet vom 7. bis 17. September statt.

„Congratulations an die Filmemacher und ihre Produzenten zur Einladung zum wichtigsten Filmfestival Nordamerikas! Mit ihnen zeigt NRW einmal mehr international Flagge mit ganz unterschiedlichen Filmen: der Weltpremiere einer starbesetzten Studioproduktion, einem Thriller, der bereits in Cannes überzeugte und Diane Kruger den Darstellerinnenpreis brachte, sowie drei weiteren starken internationalen Koproduktionen“, so Petra Müller, Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW. „Wir wünschen viel Erfolg und ein begeistertes Publikum beim ‚tiff‘ in Toronto!“

Die Filme im Einzelnen:

„55 Steps“ von Bille August (Gala)
„55 Steps“ ist die wahre Geschichte der besonderen Freundschaft zwischen Eleonor Riese und Colette Hughes und ihres gemeinsamen Kampfes für Gerechtigkeit. Eleonor leidet unter paranoider Schizophrenie, und sie kämpft für das Recht, ihre Medikation selbst mitzubestimmen. Colette ist Eleonors Anwältin. Zusammen kämpfen sie sich bis zum obersten Gerichtshof vor, und trotz Eleonors komplizierter Persönlichkeit entsteht eine tiefe Freundschaft zwischen ihnen, durch die sich auch Colettes Leben verändert. Das Drama ist eine Produktion der Kölner elsani film in Koproduktion mit Potemkino Port, Belgien und MMC Movies Köln. In den Hauptrollen spielen Helena Bonham Carter (Eleonor), Hilary Swank (Colette), Jeffrey Tambor, Johan Heldenbergh und Cynthia Hoppenfeld. Die Film- und Medienstiftung NRW förderte die Produktion mit 800.000 Euro. Weitere Förderer der deutsch-belgischen Produktion sind der Deutsche Filmförderfonds (DFFF) und Screen Flanders sowie das Belgische Tax-Shelter.

„Aus dem Nichts“ von Fatih Akin (Special Presentation)
Fatih Akins Film handelt von der Liebe einer Frau zu ihrer Familie über den Tod hinaus. Aus dem Nichts zerbricht ihr Leben: Ihr Mann und ihr Sohn sterben bei einem Bombenanschlag. Die Polizei fasst zwei Verdächtige, ein junges Neonazi-Paar. Die junge Frau will Gerechtigkeit, für sie gibt es keine Alternative. Diane Kruger, die für ihre Rolle in Cannes als beste Darstellerin ausgezeichnet wurde, Denis Moschitto und Ulrich Tukur spielen die Hauptrollen im neuen Film von Fatih Akin. „Aus dem Nichts“ ist eine Produktion von bombero international in Koproduktion mit Warner Bros. Film Productions Germany, Macassar Productions, Pathé (beide Frankreich) und corazón international. Die Filmstiftung NRW förderte den Film mit 250.000 Euro, weitere Mittel kamen von der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, FFA, BKM und DFFF. Für den Weltvertrieb zeichnet The Match Factory verantwortlich, Warner bringt den Film am 23. November in die deutschen Kinos.

„Arrhythmia“ von Boris Khlebnikov (Contemporary World Cinema)
Das geförderte Drama ist eine Produktion von Mars Media Entertainment und CTP Film Company (beide Russland) in Koproduktion mit Don Films, Post Control (beide Finnland)sowie der Kölner Color of May Filmproduktion. Regisseur Boris Khlebnikov inszenierte Alexander Yatsenko und Irina Gorbacheva in den Hauptrollen und erzählt die Geschichte des Notarztes Oleg, dem es am Herzen liegt, seinen Patienten zu helfen. Oleg sieht sich jedoch konfrontiert mit einem „reformierten“ Gesundheitssystem und einem Chef, der pedantisch die neuen Regeln durchsetzt. Im Vordergrund steht nicht mehr der Patient, sondern kaltes Reglement. Der Film erzählt die Geschichte dieses jungen Mannes, der versucht einen guten Job zu machen, auch wenn viele Kräfte gegen ihn wirken. Die Filmstiftung unterstützte die Produktion mit 50.000 Euro.

„Ana, mon amour“ von Călin Peter Netzer (Contemporary World Cinema)
Die rumänisch-deutsch-französische Koproduktion „Ana, mon Amour“ von Calin Peter Netzer ist die Geschichte einer grenzüberschreitenden Liebe. Ana und Toma entscheiden sich trotz Anas psychischer Erkrankung und der widrigen Umstände ihrer beider Herkunft, für ihre Beziehung zu kämpfen, die am Ende in eine Co-Abhängigkeit führt. In den Hauptrollen sind Diana Cavallioti und Mircea Postelnicu zu sehen. Die Koproduktion von Parada Film (Rumänien), der Kölner augenschein Filmproduktion und Sophie Dulac Productions (Frankreich) wurde unterstützt von der Film- und Medienstiftung NRW, weitere Mittel kamen von Eurimages, als Sender ist HBO Romania beteiligt. Der Kölner Verleih Real Fiction Film bringt den den Film am 24. August in die deutschen Kinos, der Weltvertrieb liegt bei Beta Cinema. Schnittmeisterin Dana Bunescu erhielt ihre herausragende künstlerische Leistung den Silbernen Bären bei der diesjährigen Berlinale.

Die andere Seite der Hoffnung“ von Aki Kaurismäki (Masters)
Der syrische Flüchtling Khaled landet nach einer Odyssee, bei der er seine Schwester verloren hat, in Helsinki. Er beantragt Asyl, doch in Aleppo seien die Zustände laut finnischer Behörden doch nicht so schlimm. Er soll abgeschoben werden und flüchtet aus dem Heim. Er landet im Hinterhof einer Gaststätte, die der ehemalige Hemdenverkäufer Wikström übernommen hat. Die beiden prügeln sich. Doch Wikström lässt Khaled in seinem ehemaligen Lager wohnen und im Restaurant mitarbeiten. Die Tragikomödie „Die andere Seite der Hoffnung“ von Aki Kaurismäki, der bei der Berlinale mit dem Silbernen Bären als Bester Regisseur ausgezeichnet wurde, entstand als Produktion von Sputnik OY in Koproduktion mit OY Bufo AB (beide Finnland) und der Kölner Pandora Film sowie unter Beteiligung von YLE (Finnland) und ZDF/Arte. In den Hauptrollen spielen Sherwan Haji, Sakari Kuosmanen und Ilkka Koivula. Die Filmstiftung NRW förderte den deutschen Verleih mit 40.000 Euro. Der Pandora Film Verleih brachte die Tragikomödie am 30. März 2017 in die deutschen Kinos.

Das 1976 gegründete Toronto International Film Festival ist eines der weltweit publikumsstärksten Filmfestivals und gilt als Barometer für die jeweils kommende Oscar-Verleihung.

Weitere Informationen zum Festival: www.tiff.net