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Großes deutsches Kino und erstmals Stoffentwicklungsförderung

Filmstiftung NRW fördert Projekte von Oskar Roehler, Christian Zübert, Max Färberböck, Dominik Graf und Vanessa Jopp mit rund 11,2 Mio. Euro

In ihrer ersten Sitzung des neuen Jahres förderte die Filmstiftung NRW 25 Projekte. Neben zahlreichen Filmproduktionen wurde zum ersten Mal über Projekte der Stoff­entwicklung entschieden.

Großes Kino aus NRW

Als deutsch-russische Koproduktion adaptiert Max Färberböck die erschütternde bio­grafische Geschichte „Anonyma„. In Tagebuchauf-zeichnungen erzählt eine namenlose Frau schonungslos ihr Schicksal in Berlin in den letzten Tagen des Krieges im Frühjahr 1945. Hans Magnus Enzensberger hatte das Buch 2003 wieder veröffentlicht. Gemein­sam mit dem ZDF realisiert Günter Rohrbach für die Constantin diese Verfilmung, bei der es – genau wie bei Heinrich BreloersBuddenbrooks„-Adaption – neben der Kinofassung auch eine zweiteilige Version fürs Fernsehen gebenwird. Die Filmstiftung NRW fördert die auf­wändige Produktion, die zum Großteil in NRW in Szene gesetzt wird, mit 2,5 Millionen Euro.

Nach „Lammbock“ ist Moritz Bleibtreu auch in dem neuen Film von Christian Zübert für eine Hauptrolle eingeplant. Für die Kölner Little Shark Enter-tainment erzählt Zübert in „Hardcover“ vom erfolglosen Autor Christoph, der Kontakt zum Milieu sucht, um einen authentischen Krimi schreiben zu können. Doch statt Inspiration gibt es jede Menge Ärger. Gedreht wird die Komödie noch in diesem Jahr fast komplett in Nordrhein-Westfalen. Die Filmstiftung NRW unterstützt den Kinofilm mit 1,1 Millionen Euro.

Lulu und Jimi“ heißt das neue Filmprojekt von Oskar Roehler. Der Kinofilm, den Roehler mit der Produktionsfirma sperl + schott film realisiert, ist eine Liebes­geschichte zwischen Roadmovie und Musikfilm um ein Liebespaar Ende der fünfziger Jahre, das sich gegen Anfeindungen zur Wehr setzen muss. Die Hauptrollen spielen Teresa Weissbach, Katrin Sass, Udo Kier und Rolf Zacher. Die Filmstiftung NRW fördert die Geschichte mit Happy End, die zur Hälfte in NRW gedreht wird und in Zusammenarbeit mit dem BR, WDR und NDR entsteht, mit 1 Million Euro.

Wie Patchwork-Familien Weihnachten feiern, erzählt Vanessa Jopp in ihrem neuen Kinofilm „Meine schöne Bescherung„. Gemeinsam mit dem WDR realisiert X Filme mit ihrer neuen Dependance in Düsseldorf die Komödie, für die im Frühjahr auch Dreh­tage in NRW auf dem Plan stehen. Die Filmstiftung NRW unterstützt das Projekt, in dem Heino Ferch, Martina Gedeck und Jasmin Tabatabai mitspielen, mit 431.000 Euro.

Fürs Kino realisiert dann im Spätsommer Heinrich BreloerDie Buddenbrooks„, die er gemeinsam mit Horst Königstein nach Thomas Manns bedeutendem Gesellschafts­roman adaptierte. Die Colonia Media, Bavaria Film und FilmInterest produzieren den Kinofilm, der später auch als TV-Zweiteiler zu sehen sein wird, im Auftrag der ARD. Für die Hauptrollen vorgesehen sind Armin Mueller-Stahl, Jessica Schwarz und August Diehl. (vgl. Meldung vom 26. Februar 2007)

Neu: Stoffentwicklung

Positive Resonanz aus der Branche erhielt die Filmstiftung NRW für ihr neu geschaf­fenes Förder­instrument Stoffentwicklung. Ziel des neuen Förderprogramms ist die Stär­kung der NRW-Produzenten, die so in der schwierigen Entwicklungsphase unterstützt werden. Möglich ist eine Paket- oder Einzelförderung.

Paketförderungen erhalten die Kölner Lichtblick Film- und Fernsehproduktion in Höhe von 141.746 Euro für vier Projekte – von der Komödie bis zur Adaption eines Theaterstückes – sowie die Kölner Pandora Film in Höhe von 115.000 Euro für drei Projekte, zwei Dramen und eine Komödie.

Einzelförderungen für das Doku-Projekt „Starfighter“ erhält die Kölner Lichtfilm. Der Stoff von Autor Kai Christiansen erhält 33.000 Euro. Außerdem gehen 20.000 Euro an die Kölner Produzenten und Filmemacher Fosco und Donatello Dubini für ihr Projekt „Die innere Zone„.

Internationale Koproduktionen

Juliette Binoche und Jeanne Moreau spielen zwei der Hauptrollen in dem neuen Film „Disengagement / Trennung“ von Amos Gitai, den der israelische Regisseur u.a. auch in NRW dreht. In der internationalen Koproduktion der Kölner Pandora Film erzählt Gitai vom Wiedersehen zweier Geschwister nach über 20 Jahren Trennung. Die Filmstiftung hilft bei dieser Familienzusammenführung mit 400.000 Euro.

Bewegendes Fernsehen

Für mehr als 10.000 Menschen war die Wilhelm Gustloff 1945 die letzte Hoffnung, aus dem Osten in das westliche Deutschland zu gelangen. Doch das Schiff sank auf seiner Fahrt nach drei Torpedotreffern. Die genaue Opferzahl konnte nie festgestellt werden, doch circa 9.000 Menschen kamen ums Leben. Für die UFA Filmproduktion und das ZDF inszeniert Joseph Vilsmaier das bis heute größte Unglück der Seefahrts­geschichte nach einem Drehbuch von Rainer Berg in einem bewegenden Zweiteiler, der auch in NRW realisiert wird. Die Filmstiftung NRW unterstützt das Fernsehereignis „Hafen der Hoffnung – Die letzte Fahrt der Wilhelm Gustloff“ mit 1,06 Millionen Euro.

In seinem neuen Film „Das Gelübde“ verarbeitet Re­gisseur Dominik Graf die Auf­zeichnungen des Dichters Clemens von Brentano, der von 1818 bis 1824 die stigmati­sierte Nonne Anna Katharina Emmerick in Dülmen besuchte. Gemeinsam mit Markus Busch hat er das Drehbuch ge­schrieben. Der Fernsehfilm, den die Kölner Colonia Media für den WDR produziert, wird komplett in NRW gedreht. Die Filmstiftung NRW fördert das Projekt mit 900.000 Euro.

„Kamera ab!“ für den Nachwuchs

Seit 1998 unterstützen die Filmstiftung NRW und der WDR mit der gemeinsamen Initi­ative Six Pack Debütfilmer. Auch Regisseurin Lola Randl gehört nun zum „Six Pack-Club“. In „Das Geheimnis des Glücks“ erzählt sie von der jungen Naturwissen­schaftlerin Agnes, die eine fremde Wohnung hütet und dabei eine verwirrende Ent­deckung macht. Realisiert wird der Film, der komplett in NRW gedreht wird, von der Kölner ICON FILM, die dafür 400.000 Euro erhält.

Authentisch wie das Leben: Dokumentarfilme

Lenin kam nur bis Lüdenscheid“ ist der Titel von André Schäfers Dokumentarfilm, den er nach dem Buch von Richard David Precht über dessen Kindheit in Solingen in Szene setzt. Precht, der als Sohn westdeutscher Kommunisten aufwächst, erzählt seine Jugend, die komisch, exotisch und problematisch zugleich war. Realisiert wird die Doku über die 68er und ihre Kinder von der Kölner Florianfilm, dem WDR und dem SWR. Die Film­stiftung unterstützt das Projekt mit 100.000 Euro.

Der Tunnel von Sarajevo“ war während der Belagerung der Stadt die einzige Ver­bindung zur Außenwelt. Die Kölner Engstfeld Film produziert gemeinsam mit der österreichischen epo-film, der bosnischen UG Panglas sowie WDR und Arte den Kinodokumentarfilm über diese Lebensader der Bevölkerung, für den Michael Möller Buch und Regie übernimmt, und wird mit 140.000 Euro unterstützt.

Der Anfang von allem: Drehbuchförderung

Mit zwei Drehbuchförderungen gibt die Filmstiftung NRW Starthilfe für künftige Filme aus NRW: Für die Dreamer Joint Venture Filmproduktion schreiben die Autoren Arne Nolting und Ali Samadi Ahadi die Komödie „Ein Perser im Schafspelz“ und erhalten dafür eine Förderung von 20.000 Euro. Eine Drehbuchförderung in gleicher Höhe geht an die Stipendiatinnen des Kölner AV-Gründerzentrums Dagmar Niehage und Tina von Traben, die an der Familienkomödie „Pommes essen“ arbeiten.

Optimale Startchancen mit Verleih- und Vertriebsförderung

Für ihre Koproduktion „Armin“ erhielt die Düsseldorfer Produktionsfirma Busse & Halberschmidt eine Einladung ins Internationale Forum des Jungen Films der Berlinale. Um den von der Filmstiftung NRW geförderten Film dort und später u.a. auch in Cannes optimal bewerben zu können, unterstützt die Filmstiftung NRW den Welt­vertrieb mdc international mit einer Vertriebsförderung in Höhe von 25.000 Euro.

Mit einer Verleihförderung von 70.000 Euro fördert die Filmstiftung NRW den Kinostart des Festivalerfolgs „Shooting Dogs„. Timebandits bringt die internationale Kopro­duktion über den Völkermord in Ruanda mit John Hurt und Dominique Horwitz im Frühjahr in die Kinos.

Kinoförderung für den Nachwuchs

Kino für die Jüngsten bietet die Kinderkinoinitiative Westfalen-Lippe. Damit in den zwölf beteiligten Filmtheatern auch in diesem Jahr wieder viele Kinder- und Jugend­filme gezeigt werden, unterstützt die Filmstiftung NRW die Initiative mit 36.000 Euro, die für Filmmieten, Filmtransporte und die Herstellung des Programmheftes vorge­sehen sind.

Nachwuchsprogramm

Ebenfalls am 26. Januar tagte unter dem Vorsitz von Tita Gaehme die Jury der neuen Nachwuchsförderung der Filmstiftung NRW. In ihrer bisher zweiten Sitzung entschied die Jury zugunsten von zwei Debüt-Projekten:

In seiner Dokumentation „Hafen der Erinnerung“ besucht KHM-Absolvent Kamal Aljafari die palästinensische Hafenstadt Jaffa. Die Münsteraner Mec Film produziert und wird mit 90.000 Euro unterstützt.

Jürgen Brügger und Jörg Haaßengier, ebenfalls Absolventen der KHM, begleiten in „Next Door Paradise“ Menschen, die sich städtisches Niemandsland in und um Köln zu Eigen machen. Die Hamburger Firma filmtank realisiert mit dem ZDF die Suche in der urbanen Peripherie und wird mit 55.000 Euro gefördert.

Fördertabelle im pdf-Downloadformat

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte: Filmstiftung NRW, Tanja Güß, Erna Kiefer, Tel.: 0211-930500, Fax: 0211-93050-85, presse@filmstiftung.de.