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Film und Medien Stiftung NRWNewsPressemitteilungenKen Loach, Costa Gavras, Senta Berger und Mika Kaurismäki im Pariser Théatre de l’Europe

Ken Loach, Costa Gavras, Senta Berger und Mika Kaurismäki im Pariser Théatre de l’Europe

„Bilder für Europa – Für welches Publikum?“ hieß es dort, wo sonst Stücke großer Dramatiker wie Hendrik Ibsen oder Peter Brook die kulturelle Nähe europäischer Länder lebendig werden lassen. Die französische Kulturministerin Cathérine Tasca wünschte sich ein engeres Zusammengehen zwischen der Politik und den Regisseuren, während Julian Nida-Rümelin die Notwendigkeit von staatlicher Förderung für Film als Kulturgut unterstrich. Einmal mehr wurde deutlich, dass die Debatte um die genaue Ausgestaltung von Filmförderung noch lange nicht ausdiskutiert ist. Soll man, wie in Frankreich den Sendern Quoten für die Ausstrahlung nationaler Filme verordnen? Protektionismus welcher Couleur auch immer ist allerdings für Deutschland eine delikate Frage. Europa ist eben ein Europa der diversité, der nationalen Unterschiede. Die sollen auch nicht in Frage gestellt werden, darin waren sich alle einig. Regina Ziegler wies auf langjährige Erfahrung hin, dass Regisseure, ob sie nun Andrej Wajda oder Mika Kaurismäki hießen, ihre charakteristische Art Filme zu machen bewahren müssten. Costa Gavras appellierte, dass jedes noch so kleine europäische Land sein eigenes Kino brauche, dass ihm seinen Spiegel vorhält.

Auf der Basis nationalen Eigenheiten müsse dann ein Klima für den europäischen Film geschaffen werden, meinte Maria Köpf und Senta Berger hielt ein flammendes Plädoyer für die Unterstützung solcher Kinos, die europäische Filme zeigten. Mika Kaurismäki geht seit längerem diesen Weg: Gemeinsam mit seinem Bruder Aki versucht er durch Kinoinitiativen im eigenen Land wenigstens ein paar europäische Filme in Finnland auf die Leinwand zu bringen.

Ein langer Atem ist hier gefordert, meinte der Geschäftsführer der Filmstiftung Michael Schmid-Ospach.
„Doch das darf uns nicht davon abhalten ein Stück mehr Gemeinsamkeit zu wagen.“