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Film und Medien Stiftung NRWNewsNewsRoundtable: Was braucht das Kino, um zukunftsfähig und erfolgreich zu sein?

Roundtable: Was braucht das Kino, um zukunftsfähig und erfolgreich zu sein?

Über die Frage, was das Kino braucht, um zukunftsfähig und erfolgreich zu sein, diskutierte beim 6. Film- und Kinokongress NRW eine „Roundtable“-Gesprächsrunde aus Produzenten, Filmverleihern und Kinobetreibern. Dabei standen unter anderem eine mögliche Liberalisierung der Auswertungsfenster, aber auch die Qualität und Quantität des Filmangebots in den deutschen Kinos zur Diskussion.

Moderator Helmut Hartung (Promedia), Stephan Winkler (W-Film), Kinobetreiber Mustafa El Mesaoudi (Lichtblick Cinema), Verleiher Christoph Ott (NFP marketing & distribution), Produzentin Bettina Brokemper (Heimatfilm), Plattform-Gründer Dan Maag (Pantaleon Entertainment/Pantaflix), Filmexpertin Tanja C. Krainhöfer (Filmfestival-Studien.de) und Moderatorin Ute Soldierer ©  Tobias Lemme / Film- und Medienstiftung NRW

Der Wuppertaler Kinobetreiber Mustafa El Mesaoudi wies darauf hin, dass die Besucherzahlen für klassische Arthouse-Filme zuletzt deutlich rückläufig gewesen seien. Die Programmkino-Macher bräuchten seiner Ansicht nach jedes Jahr fünf bis sechs Erfolge vom Schlage eines „Toni Erdmann“. Produzent Dan Maag (Pantaleon Entertainment) und „Toni Erdmann“-Verleiher Christoph Ott (NFP marketing & distribution) übten in diesem Zusammenhang Kritik an der zeitweise zu hohen Anzahl von Filmstarts. Kaum ein Zuschauer könne die Zeit aufbringen, vier Mal innerhalb einer Woche ins Kino zu gehen, gab Ott zu bedenken. Die Verleiher müssten ihre Startpolitik in dieser Hinsicht überdenken. Maag wies unter anderem auf das Überangebot an Dokumentarfilmen hin, die im Kino ausgewertet würden, obwohl keine relevante Zielgruppe dafür vorhanden sei. In diesem Bereich sah der Produzent vor allem die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender gefordert, die den Doku-Bereich besser finanziell unterstützen und mit mehr Sendeplätzen ausstatten müssten. Stephan Winkler, Geschäftsführer des Verleihs W-Film Distribution, rief unterdessen dazu auf, den Erfolgs-Begriff für Filme relativ zu betrachten. Für eine kleinere Produktion könnten mitunter auch schon 10.000 Besucher ein gutes Ergebnis seien. Auch der Erfolg auf Filmfestivals, auf denen auch deutsche Filme mitunter insgesamt fünfstellige Zuschauerzahlen erreichten, müsse betrachtet werden, befand die Unternehmensberaterin und Festival-Expertin Tanja C. Krainhöfer. Allerdings seien diese Zahlen aus Produzenten-Sicht nicht relevant, kommentierte die Kölner Filmproduzentin Bettina Brokemper (Heimatfilm). Sie würden nicht offiziell von der FFA gezählt und für die Referenzförderung anerkannt. Zum Kino als Erlebnisort merkte Brokemper an, dass die jüngste FFA-Besucherstudie aufgezeigt habe, dass mehr Kinder und Jugendliche in den Arthouse-Kinos verzeichnet worden seien. Das sei zunächst einmal eine erfreuliche Entwicklung.

Moderatoren Helmut Hartung (Promedia) und Ute Soldierer, Stephan Winkler (W-Film), Kinobetreiber Mustafa El Mesaoudi (Lichtblick Cinema), Plattform-Gründer Dan Maag (Pantaleon Entertainment/Pantaflix), Verleiher Christoph Ott (NFP marketing & distribution), Produzentin Bettina Brokemper (Heimatfilm) und Filmexpertin Tanja C. Krainhöfer (Filmfestival-Studien.de) ©  Anna Kaduk / Film- und Medienstiftung NRW

 Weitere Informationen zum Kongress unter www.filmkongress.com